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“Super Vectoring“ heißt das Zauberwort und verspricht turboschnelles Internet mit einer Technik, die Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s ermöglichen soll. Ein unlängst veröffentlichtes Video der Telekom hatte Details zu den Telekom-Plänen veröffentlicht. Danach soll die neue Technik überall dort zum Tragen kommen, wo Glasfaser bereits an den Verteilern anliegt. Doch die neuesten Pläne und Ankündigungen befeuern eine schon seit längerem hitzig geführte Debatte über Sinn und Unsinn der Telekom-Strategie. Kritiker bemängeln ein halbherziges Vorgehen des Konzerns, und verweisen auf ein teilweises Festhalten an einer veralteten Technik, die weiterhin prinzipiell auch auf Kupferkabel setzt.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2018 buchbar

„Wir reden über 100 beziehungsweise 250 MBit/s. Denken Sie mal, wenn wir das flächendeckend hinbekämen. Sagen Sie mir einen Dienst, der derzeit mehr Bandbreite benötigt“. So jedenfalls lauteten die vollmundigen Ankündigungen von Telekom-Chef Tim Höttges auf der Bilanz-Pressekonferenz noch im März dieses Jahres.

Tatsächlich ist eine Inbetriebnahme von Super-Vectoring ab der zweiten Jahreshälfte 2018 geplant, die auf der bestehenden VDSL/2-Vectoring-Technologie mit derzeitigen Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s basiert. Super Vectoring hingegen wird die spektrale Bandbreite von 17 MHz auf 35 MHz ausweiten und die Surf-Geschwindigkeit im Netz noch wesentlich verbessern können.

Der Quantensprung soll nach Angaben des Telekom-Technikchefs Walter Goldenits vor allem dadurch ermöglicht werden, dass bei Super-Vectoring Störsignale durch Nutzung größerer Frequenzbänder eliminiert würden, was höhere Bandbreiten möglich mache.

Seit einigen Monaten schon ist man in einer eigenen Kabelversuchsanlage dabei, die neue Technik zu testen. Und seit April wird die Technologie bereits vor Ort umgesetzt und verbaut. Gemeint ist ein bundesweiter Austausch der Linecards in den Multifunktionsgehäusen.

Allerdings: Die Software ist noch nicht fertig, und Kunden-Endgeräte für Super Vectoring gibt es bislang auch noch nicht.

In der Kritik

Diese Hiobsbotschaften sind Wasser auf die Mühlen der Vectoring-Kritiker. Sie bemängeln an der neuen Geschwindigkeitsoffensive des Konzerns auch, dass Super-Vectoring lediglich auf den bisherigen VDSL-Anschlüssen aufbaue und darüber hinwegtäusche, dass der Hauptwettbewerber beim Breitbandausbau prinzipiell weiterhin auf die alten Kupferkabel-Netze setzt. So erschließt die Telekom nach Angaben des Beirates von DNS:NET, Peter Paul Poch, nur circa jeden dritten Kabel-Verzweiger direkt mit Glasfaser. Der Rest sei alles mit Kupfer verlängert.

Statt Glasfasernetze direkt vom Verteiler in die Haushalte zu verlegen und so bis zu einem Gbit/s Download-Rate erzielen zu können, baue die neue Super Vectoring-Technologie weiterhin auf die veralteten Kupferkabel von den Verteilern bis in die Wohnungen und Gebäude. Denn Voraussetzung für VDSL ist ja eine Anknüpfung an das Hybrid-Netz, welches aus Glasfaser- und Kupferleitungen besteht.

Die Kupferdraht-Leitungen leiten das Signal vom Verteiler direkt zum Kunden. Hier muss dann ein Splitter an die erste Telefondose angebracht werden, um das übertragene Signal zu filtern, und es an das Modem weiterzuleiten. Der Splitter trennt fortan das Signal vom normalen Frequenzbereich für herkömmliche Sprach- und Datenübertragung in den Hochfrequenzbereich für DSL Internet., wie Sparhandy.de die mitunter in der Kritik stehende Technik erläutert.

„Alles zu umständlich und ineffektiv“ bemängeln einige Experten. Das alles ergebe wesentlich schlechtere Bandbreiten für den Endverbraucher, statt Glasfaser bis ins Haus zu verlegen.

Nischendasein reiner Glasfasernetze

Entsprechend ist der Anteil echter Glasfasernetze bei der Telekom im Gegensatz zu denen kleinerer Mitbewerber mit rund 85.000 in Deutschland vergleichsweise gering. Ihnen stehen derzeit mehr als 700.000 reine Glasfaseranschlüsse kleiner bis mittelständischer Unternehmen bis zum Endverbraucher gegenüber.

Da Deutschland mit den Zahlen weltweit auf dem vorletzten Platz lag, hatte die Bundesregierung im Zuge ihrer Breitbandstrategie eine flächendeckende Realisierung von Internetanschlüssen mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s bis 2018 vorgesehen. Ihr versucht jetzt der Branchenriese mit seiner Super Vectoring-Kampagne gerecht zu werden.

Tatsächlich rechnen Experten für nächstes Jahr jedoch nur mit einer Versorgung von höchstens 85 Prozent aller Haushalte mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde im Downstream. Denn nur eine reine Glasfasertechnik könne langfristig in der Lage sein, den Ausbau an Breitbandnetzen auch im bislang vernachlässigten ländlichen Raum voranzutreiben und auf 100 Prozent zu kommen.

Derzeit verfügen nur rund 70 Prozent der über 40 Millionen Haushalte über einen derart schnellen Internetzugang. Hinzu kommen große regionale Unterschiede, die das Bild verzerren.

Und nur rund 2,69 Millionen Haushalte waren im letzten Jahr überhaupt ohne eine Kupfer-Teilstrecke direkt ans Glasfasernetz angeschlossen.

Zusage von der Politik

So nimmt nicht wunder, dass selbst der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Zuge seiner Digitalen Strategie 2025 im letzten Jahr einräumen musste, dass es um schnelles Internet in Deutschland im internationalen Vergleich schlecht bestellt ist.

Um keine Zeit für das ehrgeizige Ziel bis nächstes Jahr zu verlieren, hatte die Telekom von der Politik die Zusage erhalten, die bestehenden Netze auszubauen.

Denn im Gegensatz zum gegnerischen Lager von Kommunen und privaten Betreibern, die auf einen kompletten Glasfasernetz-Umbau setzen, argumentiert der ehemalige Staatsmonopolist mit höherer Wirtschaftlichkeit und geringer zu erwartenden Kosten eines Ausbaus bestehender Netze. Womit er vermutlich nicht Unrecht haben dürfte.

Nach einer wichtigen Regulierungsentscheidung der Bundesnetzagentur im letzten Jahr darf das Bonner Unternehmen im Rahmen eines schnelleren Breitbandausbaus seinen Konkurrenten den direkten Zugang zu seinen Netzen verwehren.

Letztlich ist das unlängst breit angekündigte Super Vectoring-Projekt das Ergebnis der teilweise eingeführten und von der Politik abgesegneten Monopolstellung auf dem Breitbandmarkt.

Vectoring-Projekt bremst Konkurrenz aus

Diese ist auch nötig, da bei Vectoring und Super Vectoring aus technischen Gründen in den Kabelverzweigern am Straßenrand und auf den letzten Metern zu den Haushalten die Leitung so stark abgeschirmt werden müssen, dass kein zweiter Anbieter das Kabel nutzen kann.

Dem Kunden jedenfalls wird es letztlich egal sein, wenn er von den langersehnten Geschwindigkeiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde im Downstream möglichst schnell – ab der zweiten Hälfte des nächsten Jahres nämlich – profitieren kann.

Wieviel der neue SVDSL konkret kosten wird, ist noch offen. Derzeit kostet die aktuell schnellste Doppel-Flat „MagentaZuhause L“ 19,95 Euro pro Monat im ersten Jahr. Ab dem 13. Monat fallen 44,95 Euro monatlich an. Neben einem Download von bis zu 100 Mbit/s ist ein Upload von bis zu 40 Mbit/s verfügbar.

Und dennoch: Als letzte Option hält sich aber auch die Telekom auch immer noch eine Glasfaser-Lösung offen, sollte sich das SVDSL-Vorhaben als wirtschaftlich wie technisch nicht realisierbar wie erwartet erweisen.

Foto: pixabay©annca (CC0 1.0)

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