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DSL, VDSL, Vectoring, Super-Vectoring erklärt

Welche Technik bringt welche Geschwindigkeit?

Wenn Sie einen neuen Internetanschluss suchen, begegnen Ihnen unweigerlich Abkürzungen wie DSL, VDSL, Vectoring oder Super-Vectoring. Die Anbieter werben mit Geschwindigkeiten zwischen 16 Mbit/s und 250 Mbit/s — doch was steckt technisch dahinter, und warum bekommt Ihr Nachbar 100 Mbit/s, während bei Ihnen nur 50 Mbit/s ankommen? Der Grund liegt fast immer in der Technologie, die Ihr Anschluss nutzt, und in der Entfernung zwischen Ihrer Wohnung und dem nächsten Verteilerkasten. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen Schritt für Schritt, wie sich DSL, VDSL, Vectoring und Super-Vectoring voneinander unterscheiden, welche Geschwindigkeiten realistisch sind und woran Sie erkennen, welche Technik in Ihrer Straße überhaupt verfügbar ist. Nach der Lektüre können Sie Angebote Ihres Anbieters besser einschätzen und wissen, ob sich ein Wechsel oder ein Upgrade lohnt.

Ratgeber: Hintergründe und Schritt für Schritt

Was ist DSL — und warum war es ein Meilenstein

DSL steht für Digital Subscriber Line und bezeichnet eine Familie von Übertragungsverfahren, die das klassische Kupfertelefonkabel für schnelle Datenkommunikation nutzen. Als DSL in den frühen 2000er-Jahren in Deutschland eingeführt wurde, löste es die quälend langsamen Modemverbindungen mit 56 Kbit/s ab. Plötzlich waren 1 bis 6 Mbit/s im Download möglich — ein Quantensprung für die damalige Zeit.

Das Grundprinzip: Das Kupferkabel, das ursprünglich nur für Telefongespräche ausgelegt war, überträgt digitale Daten auf höheren Frequenzbereichen, die für Sprache nicht benötigt werden. So können Telefonieren und Surfen gleichzeitig stattfinden. Der entscheidende Nachteil von klassischem DSL ist die starke Abhängigkeit von der Leitungslänge. Je weiter Ihre Wohnung vom nächsten Hauptverteiler (HVt) der Telekom entfernt ist, desto mehr nimmt das Signal ab — und damit die Geschwindigkeit. Wer mehr als 3 bis 4 Kilometer vom Verteiler entfernt wohnt, erhält unter Umständen nur noch 1 bis 2 Mbit/s, selbst wenn der Anbieter offiziell 16 Mbit/s bewirbt.

Heute spielt klassisches ADSL (Asymmetric DSL) in der Praxis kaum noch eine Rolle. Die meisten Anschlüsse in Deutschland laufen bereits über VDSL oder modernere Varianten.

VDSL: Mehr Tempo durch kürzere Wege

VDSL steht für Very High Speed DSL und ist der direkte Nachfolger von ADSL. Der entscheidende technische Unterschied: VDSL nutzt deutlich höhere Frequenzen und erreicht dadurch Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s im Download — aber nur dann, wenn die Kupferleitung kurz genug ist. Genau hier liegt der Kniff.

Um die Leitungslänge zu verkürzen, hat die Telekom in Deutschland ab etwa 2008 begonnen, sogenannte Kabelverzweiger (KVz) aufzustellen — kleine graue Kästen am Straßenrand, die Sie sicher schon gesehen haben. Diese Kästen werden per Glasfaser direkt mit dem nächsten Vermittlungsstellenstandort verbunden. Von dort aus geht es dann nur noch wenige hundert Meter über Kupfer bis in Ihre Wohnung. Dieses Konzept nennt sich FTTC (Fiber to the Curb), also Glasfaser bis zum Bordstein.

Das Ergebnis: Wer weniger als 500 Meter vom Kabelverzweiger entfernt wohnt, kann mit VDSL tatsächlich 50 Mbit/s erreichen. Bei 1.000 Metern sind es realistisch noch 25 bis 35 Mbit/s. Über 1.500 Meter bricht die Leistung spürbar ein.

Vectoring: Störungen eliminieren, Tempo steigern

Selbst mit VDSL und kurzen Kupferleitungen gab es ein hartnäckiges Problem: Übersprechen. Wenn viele VDSL-Leitungen parallel im selben Kabel verlaufen, erzeugen sie gegenseitige elektromagnetische Störungen — ähnlich wie Lärm in einem überfüllten Raum. Dieses Phänomen heißt Crosstalk und kann die tatsächliche Übertragungsrate erheblich reduzieren.

Vectoring löst dieses Problem durch aktive Störunterdrückung. Der Kabelverzweiger oder die Vermittlungsstelle misst die Störsignale aller angeschlossenen Leitungen gleichzeitig und berechnet ein Gegensignal, das die Störungen neutralisiert. Das Verfahren ist mathematisch aufwendig, aber wirkungsvoll: Mit Vectoring steigen die erreichbaren Downloadraten auf bis zu 100 Mbit/s, bei Uploadraten von bis zu 40 Mbit/s.

In Deutschland ist Vectoring seit etwa 2016 flächendeckend im Rollout. Die Telekom hat das Verfahren besonders aggressiv ausgebaut, weil sie als Eigentümerin der meisten Kabelverzweiger die Kontrolle über alle angeschlossenen Leitungen benötigt — eine technische Voraussetzung für Vectoring. Das führte zu regulatorischen Auseinandersetzungen mit Wettbewerbern wie 1&1 oder Vodafone, die ebenfalls Zugang zu den Kabelverzweigern beanspruchen. Heute können alle großen Anbieter Vectoring-Anschlüsse vermarkten, auch wenn die Infrastruktur häufig von der Telekom stammt.

Super-Vectoring: Das Maximum aus Kupfer herausholen

Super-Vectoring, auch VDSL2-Vectoring mit Profil 35b genannt, ist die bislang leistungsstärkste Weiterentwicklung der Kupfer-DSL-Technologie. Das Verfahren nutzt einen noch breiteren Frequenzbereich als Standard-Vectoring und erreicht damit Downloadraten von bis zu 250 Mbit/s — bei sehr kurzen Leitungslängen von unter 100 Metern sogar theoretisch mehr.

In der Praxis bedeutet das: Wer weniger als 200 bis 300 Meter vom Kabelverzweiger entfernt wohnt und einen Super-Vectoring-fähigen Anschluss hat, kann mit 200 bis 250 Mbit/s im Download rechnen. Der Upload bleibt mit bis zu 40 Mbit/s jedoch deutlich asymmetrisch — ein strukturelles Merkmal aller DSL-Varianten.

Die Telekom hat Super-Vectoring seit 2018 schrittweise ausgebaut und bewirbt entsprechende Tarife unter dem Namen MagentaZuhause mit bis zu 250 Mbit/s. Auch 1&1 und o2 bieten Super-Vectoring-Tarife an, sofern die Infrastruktur am jeweiligen Standort vorhanden ist. Wichtig: Super-Vectoring erfordert nicht nur eine kompatible Vermittlungsstelle, sondern auch ein Modem oder einen Router, der das Profil 35b unterstützt. Ältere Geräte, die nur VDSL2 mit Profil 17a beherrschen, können Super-Vectoring nicht nutzen.

Warum die Entfernung alles entscheidet

Die folgende Faustregel hilft beim Verständnis: Je kürzer die Kupferleitung zwischen Ihrem Anschluss und dem nächsten aktiven Netzknoten, desto höher die erreichbare Geschwindigkeit. Das klingt simpel, hat aber weitreichende Konsequenzen.

In dicht besiedelten Stadtgebieten stehen Kabelverzweiger oft in Abständen von 200 bis 400 Metern. Dort sind Super-Vectoring-Geschwindigkeiten von 200 Mbit/s und mehr realistisch. In ländlichen Regionen hingegen kann ein Kabelverzweiger mehrere Kilometer entfernt sein — oder es gibt gar keinen, sodass die Leitung direkt zum Hauptverteiler führt. In solchen Fällen sind selbst 16 Mbit/s nicht garantiert.

Eine gute Orientierung bietet die Breitbandatlas-Karte der Bundesnetzagentur, die Sie kostenlos online aufrufen können. Dort sehen Sie, welche Technologien und Geschwindigkeiten an Ihrer Adresse verfügbar sind. Noch präziser sind die Verfügbarkeitsprüfungen der einzelnen Anbieter, die auf Basis Ihrer genauen Adresse und Telefonnummer eine Prognose für die erreichbare Bandbreite liefern.

Glasfaser als Alternative: FTTH und FTTB

An dieser Stelle lohnt ein kurzer Blick über den Tellerrand: Alle DSL-Varianten — ob klassisch, VDSL, Vectoring oder Super-Vectoring — teilen das grundlegende Problem der Kupferleitung. Glasfaser kennt dieses Problem nicht. Bei FTTH (Fiber to the Home) reicht die Glasfaser direkt bis in Ihre Wohnung, bei FTTB (Fiber to the Building) bis in den Keller des Gebäudes.

Glasfaseranschlüsse bieten symmetrische Geschwindigkeiten von 200 Mbit/s bis zu 1 Gbit/s und mehr — und das unabhängig von der Entfernung zum nächsten Knoten. Außerdem sind sie deutlich zukunftssicherer, da die Glasfaser selbst kaum ein technisches Limit hat; es müssen nur die Endgeräte aufgerüstet werden.

Der Haken: Der Glasfaserausbau in Deutschland schreitet zwar voran, ist aber noch lange nicht flächendeckend. Ende 2024 waren laut Bundesnetzagentur rund 36 Prozent der deutschen Haushalte mit Glasfaser erreichbar — aber nur ein Bruchteil davon hatte tatsächlich einen aktiven Glasfaseranschluss gebucht. In vielen Regionen bleibt Super-Vectoring daher auf absehbare Zeit die schnellste verfügbare Option.

Kabel-Internet: Schnell, aber anders

Neben DSL und Glasfaser gibt es noch eine dritte relevante Technologie: Kabel-Internet über das TV-Kabelnetz. Anbieter wie Vodafone und PŸUR nutzen das Koaxialkabel, das ursprünglich für Fernsehsignale verlegt wurde, für schnelle Internetverbindungen nach dem DOCSIS-Standard. Aktuelle DOCSIS-3.1-Anschlüsse erreichen Downloadraten von bis zu 1.000 Mbit/s.

Kabel-Internet ist in vielen Städten eine echte Alternative zu Super-Vectoring und Glasfaser — insbesondere dort, wo das TV-Kabelnetz gut ausgebaut ist. Allerdings teilen sich mehrere Haushalte in einem Straßenzug die verfügbare Bandbreite, was zu Schwankungen in Stoßzeiten führen kann. Außerdem ist der Upload traditionell schwächer als bei Glasfaser, obwohl neuere DOCSIS-Versionen hier aufholen.

Checkliste vor dem Abschluss

Bevor Sie sich entscheiden, empfehlen wir die folgenden Punkte zu prüfen — dauert in der Regel 5–10 Minuten.

  • Verfügbarkeitsprüfung durchführen: Geben Sie Ihre genaue Adresse auf den Seiten der Anbieter (Telekom, 1&1, o2, Vodafone, PŸUR) ein, um zu sehen, welche Technologie und welche Geschwindigkeit an Ihrem Anschluss realistisch erreichbar ist.
  • Breitbandatlas der Bundesnetzagentur prüfen: Unter breitbandatlas.de sehen Sie eine kartenbasierte Übersicht aller verfügbaren Technologien in Ihrer Region — kostenlos und ohne Registrierung.
  • Router auf Super-Vectoring-Kompatibilität prüfen: Wenn Sie Super-Vectoring buchen möchten, stellen Sie sicher, dass Ihr Router VDSL2 Profil 35b unterstützt. Viele Geräte, die vor 2018 gekauft wurden, können das nicht.
  • Tatsächliche Geschwindigkeit messen: Nutzen Sie den Speedtest der Bundesnetzagentur (breitbandmessung.de), um Ihre aktuelle Verbindungsgeschwindigkeit zu dokumentieren — besonders wichtig, wenn Sie vermuten, weniger zu bekommen als vertraglich vereinbart.
  • Entfernung zum Kabelverzweiger einschätzen: Schauen Sie sich den nächsten grauen Verteilerkasten in Ihrer Straße an. Je näher er ist, desto höher ist die erreichbare DSL-Geschwindigkeit. Bei mehr als 500 Metern Entfernung sind 100 Mbit/s oft nicht mehr realistisch.
  • Glasfaser-Verfügbarkeit aktiv abfragen: Auch wenn Glasfaser heute noch nicht verfügbar ist, können Sie sich bei Ihrem Anbieter oder lokalen Stadtwerken für den Ausbau vormerken lassen. In manchen Regionen hängt der Ausbau von der Nachfrage ab.
  • Upload-Bedarf realistisch einschätzen: Wenn Sie regelmäßig im Homeoffice arbeiten, Videokonferenzen führen oder große Dateien in die Cloud laden, achten Sie besonders auf den Upload. DSL-Varianten bieten maximal 40 Mbit/s Upload — Glasfaser ist hier deutlich besser aufgestellt.
  • Vertragslaufzeit und Wechselmöglichkeiten beachten: Wenn in Ihrer Region in den nächsten 12 bis 24 Monaten Glasfaser geplant ist, sollten Sie keinen langen DSL-Vertrag abschließen, ohne die Sonderkündigungsrechte bei einem Technologiewechsel zu kennen.
  • Alten ADSL-Anschluss aktiv kündigen oder upgraden: Wer noch einen klassischen ADSL-Anschluss hat, sollte beim Anbieter nachfragen, ob ein Upgrade auf Vectoring oder Super-Vectoring ohne Vertragsverlängerung möglich ist.
  • Mehrere Anbieter vergleichen: Auch wenn die Infrastruktur oft von der Telekom stammt, unterscheiden sich die Tarife von Telekom, 1&1 und o2 in Preis, Vertragslaufzeit und enthaltenen Leistungen. Ein Vergleich lohnt sich.

Alternativen und Abgrenzung

DSL, VDSL, Vectoring, Super-Vectoring und Glasfaser im direkten Vergleich

Um die Unterschiede greifbar zu machen, hilft ein direkter Vergleich der wichtigsten Kennzahlen:

Klassisches ADSL liefert maximal 16 Mbit/s im Download und 1 Mbit/s im Upload. Es ist heute kaum noch relevant und wird von den großen Anbietern nicht mehr aktiv vermarktet. Wer noch einen solchen Anschluss hat, sollte dringend prüfen, ob ein Upgrade möglich ist.

VDSL ohne Vectoring erreicht bis zu 50 Mbit/s im Download und 10 Mbit/s im Upload. Es setzt eine Glasfaseranbindung des Kabelverzweigers voraus, kommt aber ohne aktive Störunterdrückung aus. In der Praxis ist reines VDSL ohne Vectoring heute selten, da Vectoring flächendeckend aktiviert wurde.

VDSL mit Vectoring bringt bis zu 100 Mbit/s im Download und 40 Mbit/s im Upload. Für einen Zwei- bis Vier-Personen-Haushalt mit normalem Streaming- und Homeoffice-Bedarf ist das in der Regel ausreichend. Die Technologie ist in deutschen Städten und Ballungsräumen weit verbreitet.

Super-Vectoring (VDSL2 Profil 35b) erreicht bis zu 250 Mbit/s im Download, der Upload bleibt bei maximal 40 Mbit/s. Voraussetzung ist ein kompatibler Router und eine kurze Kupferleitung. Für große Haushalte mit vielen gleichzeitigen Streams, Videokonferenzen und Cloud-Backups ist Super-Vectoring die sinnvollste DSL-Option.

Glasfaser (FTTH/FTTB) bietet symmetrische Geschwindigkeiten ab 200 Mbit/s bis zu mehreren Gigabit pro Sekunde. Upload und Download sind gleich schnell — ein entscheidender Vorteil für Homeoffice und Cloud-Nutzung. Wo Glasfaser verfügbar ist, empfehlen wir redaktionell, diesen Anschluss gegenüber allen DSL-Varianten zu bevorzugen.

Kabel-Internet liegt mit bis zu 1.000 Mbit/s im Download über Super-Vectoring, hat aber strukturell schwächere Upload-Werte und kann in Stoßzeiten schwanken. Als Alternative zu DSL in gut versorgten Stadtgebieten ist es dennoch attraktiv.

Fazit: Für die meisten Haushalte in Deutschland ist Vectoring oder Super-Vectoring die realistisch verfügbare Wahl. Glasfaser ist die zukunftssicherste Option — aber nur dort buchbar, wo der Ausbau abgeschlossen ist.

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Aus unserer Redaktion

Redaktioneller Hinweis: Viele Nutzer wundern sich, warum die tatsächliche Geschwindigkeit deutlich unter dem vertraglich vereinbarten Maximalwert liegt. Der häufigste Grund ist schlicht die Entfernung zum Kabelverzweiger — das ist keine Fehlfunktion, sondern eine physikalische Eigenschaft der Kupfertechnologie. Bevor Sie einen Anbieter wechseln, weil Sie sich zu langsam fühlen, empfehlen wir: Messen Sie Ihre Geschwindigkeit mehrfach zu verschiedenen Tageszeiten mit dem offiziellen Speedtest der Bundesnetzagentur (breitbandmessung.de). Wenn die gemessene Geschwindigkeit dauerhaft unter der vertraglich garantierten Mindestgeschwindigkeit liegt, haben Sie möglicherweise ein Sonderkündigungsrecht — das ist seit der TKG-Reform 2021 gesetzlich geregelt. Liegt die Geschwindigkeit im normalen Rahmen, aber Sie wünschen sich mehr, prüfen Sie zunächst die Glasfaser-Verfügbarkeit an Ihrer Adresse. Oft lohnt der Wechsel mehr als ein Upgrade innerhalb der DSL-Technologiefamilie.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen DSL und VDSL?

Klassisches DSL (genauer: ADSL) erreicht maximal 16 Mbit/s im Download und nutzt die Kupferleitung vom Hauptverteiler bis zur Wohnung. VDSL nutzt höhere Frequenzen und kürzere Kupferstrecken — dank zwischengeschalteter Kabelverzweiger, die per Glasfaser angebunden sind. Damit sind bis zu 50 Mbit/s möglich, mit Vectoring sogar bis zu 100 Mbit/s.

Was bedeutet Vectoring genau?

Vectoring ist ein Verfahren zur aktiven Störunterdrückung. Wenn viele DSL-Leitungen im selben Kabel verlaufen, stören sie sich gegenseitig (Crosstalk). Vectoring misst diese Störungen und berechnet ein Gegensignal, das sie neutralisiert. Das Ergebnis sind höhere und stabilere Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s.

Was ist Super-Vectoring und was brauche ich dafür?

Super-Vectoring (VDSL2 Profil 35b) ist die leistungsstärkste DSL-Variante mit bis zu 250 Mbit/s im Download. Sie benötigen dafür einen kompatiblen Router (Profil 35b), einen entsprechend ausgebauten Kabelverzweiger in Ihrer Nähe und einen Tarif, der Super-Vectoring einschließt. Viele ältere Router unterstützen diesen Standard nicht.

Warum bekomme ich weniger Geschwindigkeit als im Vertrag steht?

Die im Vertrag genannte Geschwindigkeit ist ein Maximalwert, der unter idealen Bedingungen gilt. In der Praxis hängt die tatsächliche Geschwindigkeit von der Leitungslänge, der Leitungsqualität, der Auslastung des Netzes und der Qualität Ihrer Hausinstallation ab. Anbieter sind verpflichtet, eine Mindestgeschwindigkeit anzugeben — diese finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen.

Lohnt sich ein Upgrade von Vectoring auf Super-Vectoring?

Das hängt von Ihrem Bedarf ab. Für einen Zwei-Personen-Haushalt mit gelegentlichem Streaming sind 100 Mbit/s in der Regel ausreichend. Für große Haushalte mit mehreren gleichzeitigen 4K-Streams, Homeoffice und Online-Gaming kann Super-Vectoring einen spürbaren Unterschied machen. Prüfen Sie außerdem, ob Super-Vectoring an Ihrer Adresse überhaupt verfügbar ist.

Ist Glasfaser immer besser als Super-Vectoring?

Technisch ja: Glasfaser bietet höhere Geschwindigkeiten, symmetrischen Up- und Download und ist zukunftssicherer. Praktisch kommt es aber auf die Verfügbarkeit an. Wo Glasfaser noch nicht ausgebaut ist, bleibt Super-Vectoring die beste verfügbare Option. Redaktionell empfehlen wir: Wenn Glasfaser buchbar ist, sollten Sie es bevorzugen.

Kann ich Vectoring auch bei 1&1 oder o2 buchen, obwohl die Infrastruktur der Telekom gehört?

Ja. Die Telekom ist als Eigentümerin der meisten Kabelverzweiger verpflichtet, anderen Anbietern Zugang zu gewähren (Regulierung durch die Bundesnetzagentur). Deshalb können 1&1, o2 und andere Anbieter Vectoring- und Super-Vectoring-Tarife anbieten, auch wenn die physische Infrastruktur von der Telekom stammt.

Was ist FTTC, FTTB und FTTH?

Diese Abkürzungen beschreiben, wie weit die Glasfaser reicht. FTTC (Fiber to the Curb) bedeutet Glasfaser bis zum Kabelverzweiger am Straßenrand — von dort geht es per Kupfer weiter. Das ist die Basis für VDSL und Vectoring. FTTB (Fiber to the Building) bedeutet Glasfaser bis ins Gebäude, FTTH (Fiber to the Home) bis direkt in die Wohnung. FTTH ist die hochwertigste Variante.

Wie weit darf ich vom Kabelverzweiger entfernt sein, um Super-Vectoring nutzen zu können?

Als Faustregel gilt: Unter 200 Metern sind 200 bis 250 Mbit/s realistisch, unter 500 Metern noch 100 bis 150 Mbit/s. Ab 1.000 Metern bricht die Leistung deutlich ein. Die genaue erreichbare Geschwindigkeit hängt auch von der Qualität der Kupferleitung ab und lässt sich am besten über die Verfügbarkeitsprüfung des jeweiligen Anbieters ermitteln.

Welche Router unterstützen Super-Vectoring?

Aktuelle Modelle der FRITZ!Box-Serie (z. B. FRITZ!Box 7590 AX, 7530 AX) unterstützen VDSL2 Profil 35b und sind damit Super-Vectoring-fähig. Auch Geräte von Speedport (Telekom) und einige andere Modelle bieten diese Unterstützung. Ältere Geräte, die nur Profil 17a beherrschen, können Super-Vectoring nicht nutzen — ein Router-Tausch kann also sinnvoll sein.

Kann ich bei einem Wechsel zu Glasfaser meinen DSL-Vertrag vorzeitig kündigen?

Das hängt vom konkreten Fall ab. Wenn Ihr bisheriger Anbieter selbst Glasfaser anbietet und Sie zu einem anderen Anbieter wechseln möchten, greift in der Regel kein Sonderkündigungsrecht. Wenn sich Ihre Versorgungssituation technisch wesentlich ändert oder der Anbieter Ihnen eine neue Technologie anbietet, kann es Sonderkündigungsrechte geben. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von einer Verbraucherzentrale beraten.

Fachbegriffe kurz erklärt

ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line)

Die klassische DSL-Variante mit asymmetrischer Übertragung: mehr Bandbreite im Download als im Upload. Maximale Downloadrate: 16 Mbit/s. Heute weitgehend veraltet und kaum noch im Einsatz.

VDSL2 (Very High Speed Digital Subscriber Line 2)

Weiterentwicklung von VDSL mit höheren Frequenzbereichen. Bildet die technische Basis für Vectoring und Super-Vectoring. Je nach Profil (17a oder 35b) sind Downloadraten von 100 bis 250 Mbit/s möglich.

Kabelverzweiger (KVz)

Grauer Verteilerkasten am Straßenrand, der per Glasfaser mit dem nächsten Vermittlungsstandort verbunden ist. Von dort führen kurze Kupferleitungen zu den Haushalten. Grundvoraussetzung für VDSL, Vectoring und Super-Vectoring.

Crosstalk (Übersprechen)

Elektromagnetische Störungen zwischen parallel verlaufenden Kupferleitungen im selben Kabel. Crosstalk reduziert die Übertragungsrate und Stabilität von DSL-Verbindungen. Vectoring bekämpft dieses Problem durch aktive Störunterdrückung.

FTTC / FTTB / FTTH

Abkürzungen für die Reichweite der Glasfaser im Netz: Fiber to the Curb (bis zum Kabelverzweiger), Fiber to the Building (bis ins Gebäude) und Fiber to the Home (bis in die Wohnung). FTTH bietet die höchste Leistung und Zukunftssicherheit.

VDSL2 Profil 35b

Technischer Standard für Super-Vectoring. Nutzt Frequenzen bis 35 MHz (gegenüber 17 MHz bei Profil 17a) und ermöglicht damit Downloadraten von bis zu 250 Mbit/s. Erfordert kompatible Hardware sowohl beim Anbieter als auch beim Kunden.

Bundesnetzagentur-Breitbandatlas

Kostenlose Online-Karte der deutschen Regulierungsbehörde, die zeigt, welche Internetanschluss-Technologien und Geschwindigkeiten an welchen Adressen in Deutschland verfügbar sind. Erreichbar unter breitbandatlas.de.

Weitere Begriffe finden Sie in unserem DSL-Glossar.

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