Wer braucht diesen Ratgeber?
Studierende stehen beim Thema Internetanschluss vor einer Situation, die sich von anderen Haushalten deutlich unterscheidet: Der Wohnort wechselt häufig — nach dem ersten Semester, nach dem Bachelor, beim Wechsel der Hochschule. Gleichzeitig ist das Budget knapp, und der Bedarf an stabilem, schnellem Internet ist hoch. Videocalls mit der Familie, Zoom-Vorlesungen, Literaturrecherche in Datenbanken, Streaming zur Entspannung — all das läuft über denselben Anschluss.
Dieser Ratgeber richtet sich an Studierende, die erstmals einen eigenen Internetvertrag abschließen, an WG-Bewohner, die den Anschluss gemeinsam nutzen wollen, und an alle, die nach dem Umzug in eine neue Stadt schnell wieder online sein müssen.
Was der Markt 2025 bietet
Der deutsche Breitbandmarkt hat sich in den letzten Jahren deutlich entwickelt. Glasfaser-Ausbau schreitet in Universitätsstädten schneller voran als auf dem Land, Kabelanschlüsse bieten in vielen Studentenwohnvierteln hohe Geschwindigkeiten, und klassisches DSL bleibt in Altbauten und kleineren Städten oft die einzige Option. Für Studierende bedeutet das: Die verfügbare Technologie hängt stark von der Adresse ab — nicht vom Wunsch.
Echte „Studententarife" mit dauerhaft reduziertem Preis sind im deutschen Markt die Ausnahme. Was Anbieter stattdessen bieten, sind Aktionspreise in den ersten 6 bis 24 Monaten, Cashback-Aktionen für Neukunden und gelegentliche Kooperationen mit Studentenwerken oder Hochschulen. Wer die Marktmechanismen kennt, kann diese Angebote gezielt nutzen.
Warum Laufzeit und Flexibilität entscheidend sind
Der klassische 24-Monats-Vertrag ist für Studierende oft ungeeignet — nicht wegen des Preises, sondern wegen der Bindungsdauer. Wer nach zwei Semestern den Studienort wechselt, braucht entweder einen Anbieter, der den Vertrag mitumzieht, oder ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Das Telekommunikationsgesetz (TKG) regelt dieses Recht, aber die Voraussetzungen sind nicht immer erfüllt. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt Tarife mit 12 Monaten Mindestlaufzeit oder monatlich kündbare Optionen — auch wenn diese etwas teurer sind.
Die folgenden Abschnitte erklären, wie Sie den richtigen Tarif finden, worauf Sie im Kleingedruckten achten müssen und wann ein Mobilfunk-Backup sinnvoller ist als ein fester Anschluss.
Das spricht für unsere Empfehlung
Unsere Tarif-Empfehlungen (6)
Redaktionell gefiltert auf Ihren Bedarf — sortiert in unserer Empfehlungs-Reihenfolge.
| # | Anbieter / Tarif | Speed | Aktionspreis | Normalpreis | Anschluss | |
|---|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
o2
📞 DSL
o2 Home S DSL
|
50/10 Mbit/s |
0,00 €
⏱ 6 Monate
|
24,99 €
ab Monat 7
|
39,99 €
Bereitstellungspreis
|
Details Bestellen → |
|
2
|
o2
📞 DSL
o2 Home M DSL
|
100/40 Mbit/s |
0,00 €
⏱ 6 Monate
|
29,99 €
ab Monat 7
|
39,99 €
Bereitstellungspreis
|
Details Bestellen → |
|
3
|
o2
📡 Kabel-Internet
o2 Home S Cable
|
50/10 Mbit/s |
0,00 €
⏱ 6 Monate
|
24,99 €
ab Monat 7
|
39,99 €
Bereitstellungspreis
|
Details Bestellen → |
|
4
|
Telekom
📞 DSL
MagentaZuhause M
🎁 200 € + 45 € Cashback Gutschrift & Cashback
|
50/10 Mbit/s |
9,95 €
⏱ 3 Monate
|
43,95 €
ab Monat 4
|
69,95 €
Bereitstellungspreis
|
Details Bestellen → |
|
5
|
Telekom
📞 DSL
MagentaZuhause L
🎁 200 € + 240 € Cashback Gutschrift & Cashback
|
100/40 Mbit/s |
9,95 €
⏱ 3 Monate
|
48,95 €
ab Monat 4
|
69,95 €
Bereitstellungspreis
|
Details Bestellen → |
|
6
|
Telekom
📞 DSL
MagentaZuhause XL
🎁 200 € + 195 € Cashback Gutschrift & Cashback
|
250/40 Mbit/s |
9,95 €
⏱ 3 Monate
|
55,95 €
ab Monat 4
|
69,95 €
Bereitstellungspreis
|
Details Bestellen → |
Worauf wir bei der Auswahl achten
Erste 6-12 Monate deutlich günstiger — perfekt für Semester-Übergangszeiten.
Sonderkündigungsrecht greift auch bei Wechsel zum neuen Studienort.
Mindestens 50 Mbit/s — reicht für WG-Streaming auf mehreren Geräten.
Ratgeber: Hintergründe und Schritt für Schritt
Schritt 1: Verfügbarkeit prüfen — bevor Sie vergleichen
Der erste und wichtigste Schritt ist die Verfügbarkeitsprüfung an Ihrer konkreten Adresse. Klingt selbstverständlich, wird aber häufig übersprungen. Das Ergebnis bestimmt alles Weitere: Welche Technologie ist verfügbar? Welche Anbieter kommen infrage? Welche Geschwindigkeit ist realistisch?
Geben Sie die neue Wohnadresse ein — nicht die aktuelle Heimatadresse. Für Studierende, die noch nicht wissen, wo sie einziehen werden, empfiehlt es sich, die Verfügbarkeit erst nach Unterzeichnung des Mietvertrags zu prüfen. Viele Anbieter erlauben eine Bestellung mit Vorlaufzeit von 4 bis 6 Wochen, was für die meisten Umzugssituationen ausreicht.
Wichtig: In Studentenwohnheimen gelten oft eigene Regeln. Viele Wohnheime haben Sammelanschlüsse oder Kooperationsverträge mit lokalen Anbietern. Fragen Sie beim Studentenwerk nach, bevor Sie einen eigenen Vertrag abschließen.
Schritt 2: Den tatsächlichen Bedarf einschätzen
Wie viel Speed brauchen Studierende wirklich? Eine ehrliche Einschätzung hilft, Geld zu sparen und trotzdem nicht auf Komfort zu verzichten.
Für einen Einzelhaushalt reichen 50 Mbit/s Download in den meisten Fällen aus. Netflix in Full HD benötigt etwa 5 Mbit/s, ein Zoom-Call mit Video etwa 3 Mbit/s, und das gleichzeitige Laden von Studienunterlagen fällt kaum ins Gewicht. Selbst Gaming-Sessions mit 50 bis 100 MB großen Updates sind bei 50 Mbit/s in wenigen Minuten erledigt.
In einer WG mit 3 bis 5 Personen sieht die Rechnung anders aus. Wenn gleichzeitig gestreamt, gecallt und gespielt wird, sollten es mindestens 100 Mbit/s sein — besser 250 Mbit/s oder mehr. Viele Kabel- und Glasfasertarife bieten diese Geschwindigkeiten bereits ab 25 bis 35 Euro monatlich in der Aktionsphase.
Upload-Geschwindigkeit wird oft unterschätzt: Wer regelmäßig Videokonferenzen führt, Dateien in die Cloud hochlädt oder Lehrveranstaltungen aufzeichnet, braucht mindestens 10 Mbit/s Upload. DSL-Anschlüsse liefern hier oft nur 10 bis 16 Mbit/s, während Kabel und Glasfaser deutlich mehr bieten.
Schritt 3: Laufzeit und Kündigungsoptionen verstehen
Die Laufzeit eines Internetvertrags ist für Studierende ein zentrales Kriterium — oft wichtiger als der monatliche Preis.
24-Monats-Verträge bieten in der Regel die günstigsten Aktionspreise, binden Sie aber entsprechend lang. Wenn Sie sicher sind, mindestens zwei Jahre an einem Ort zu bleiben, ist das kein Problem. Für viele Studierende ist diese Sicherheit jedoch nicht gegeben.
12-Monats-Verträge sind der Kompromiss: etwas teurer als 24-Monats-Optionen, aber nach einem Jahr kündbar. Viele Anbieter bieten diese Laufzeit mittlerweile standardmäßig an, da das TKG seit 2021 vorschreibt, dass nach Ablauf der Mindestlaufzeit monatlich gekündigt werden kann.
Monatlich kündbare Tarife (oft als „Flex"- oder „No-Contract"-Tarife vermarktet) kosten 5 bis 15 Euro mehr pro Monat, bieten aber maximale Flexibilität. Für Studierende im letzten Semester oder bei unsicherer Wohnsituation kann sich das rechnen.
Das Sonderkündigungsrecht nach TKG greift, wenn der Anbieter am neuen Wohnort keine gleichwertige Leistung anbieten kann. Das ist nicht automatisch der Fall — wenn der Anbieter auch am neuen Ort verfügbar ist, besteht kein Sonderkündigungsrecht. Lesen Sie die genauen Bedingungen im Vertrag und informieren Sie sich beim Anbieter, bevor Sie auf dieses Recht vertrauen.
Schritt 4: Aktionspreise richtig einordnen
Fast alle Internetanbieter arbeiten mit gestaffelten Preisen: Die ersten 6 bis 24 Monate kosten deutlich weniger als der reguläre Preis danach. Das ist kein Betrug, sondern ein Marketingmodell — aber es lohnt sich, den Gesamtpreis über die Vertragslaufzeit zu berechnen.
Beispiel: Ein Tarif kostet 19,99 Euro in den ersten 12 Monaten, danach 39,99 Euro. Bei 24 Monaten Laufzeit zahlen Sie insgesamt 719,76 Euro — also durchschnittlich 29,99 Euro pro Monat. Ein anderer Tarif ohne Aktionspreis zu 29,99 Euro wäre identisch teuer, aber ohne das Risiko, den Preisanstieg zu verpassen.
Empfehlung: Notieren Sie sich das Datum, an dem der Aktionspreis endet, und stellen Sie eine Kalender-Erinnerung. Viele Anbieter informieren nicht aktiv über den Preisanstieg. Wer rechtzeitig kündigt oder neu verhandelt, kann oft wieder einen Aktionspreis erhalten.
Schritt 5: WG-Situation rechtlich absichern
Wenn Sie in einer WG einen gemeinsamen Internetanschluss nutzen, sollten Sie wissen: Der Vertrag läuft auf eine Person — und diese Person haftet allein gegenüber dem Anbieter. Wenn Mitbewohner ausziehen oder die WG sich auflöst, bleibt der Vertragsinhaber mit dem laufenden Vertrag zurück.
Praktische Lösung: Halten Sie intern fest, wer welchen Anteil zahlt, und klären Sie, was bei einem Auszug passiert. Manche WGs wählen bewusst einen monatlich kündbaren Tarif, um diese Flexibilität zu haben — auch wenn er teurer ist.
Eine Vertragsübernahme (Anbieterwechsel des Vertragsinhabers) ist bei manchen Anbietern möglich, aber nicht garantiert. Fragen Sie beim Anbieter nach, bevor Sie auf diese Option setzen.
Schritt 6: Installation und Vorlaufzeit planen
Ein häufig unterschätzter Punkt: Zwischen Vertragsabschluss und tatsächlichem Anschluss vergehen oft 2 bis 4 Wochen. Bei DSL-Anschlüssen ist ein Techniker-Termin der Deutschen Telekom (als Netzeigentümer) oft notwendig, selbst wenn Sie bei einem anderen Anbieter buchen. Bei Kabelanschlüssen ist die Aktivierung häufig schneller möglich.
Planen Sie den Vertragsabschluss rechtzeitig vor dem Einzug. Wer am ersten Tag der Vorlesungen noch kein Internet hat, ist auf Mobilfunk angewiesen — was teuer werden kann. Als Übergangslösung bieten sich Prepaid-Datentarife oder ein mobiler WLAN-Router (LTE-Router) an, die keine Mindestlaufzeit haben.
Checkliste vor dem Abschluss
Vor dem Vertragsabschluss empfehlen wir, diese Punkte zu prüfen — dauert in der Regel 5–10 Minuten.
- Verfügbarkeit an der neuen Wohnadresse prüfen — nicht an der Heimatadresse
- Studentenwohnheim: Gibt es bereits einen Sammelanschluss oder Kooperationsvertrag?
- Laufzeit des Vertrags mit der voraussichtlichen Wohndauer abgleichen
- Aktionspreis-Enddatum notieren und Kalender-Erinnerung setzen
- Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit berechnen (nicht nur den Aktionspreis)
- Sonderkündigungsrecht: Prüfen, ob der Anbieter am neuen Wohnort verfügbar ist
- WG-Situation klären: Wer schließt den Vertrag ab, wer haftet?
- Upload-Geschwindigkeit prüfen — besonders bei regelmäßigen Videokonferenzen
- Vorlaufzeit für Installation einplanen (2–4 Wochen vor Einzug buchen)
- Übergangslösung für die Zeit ohne Anschluss organisieren (Prepaid-Datentarif)
- Routerkosten prüfen: Ist ein Router im Tarif enthalten oder wird er separat berechnet?
- Mindestgeschwindigkeit im Vertrag prüfen — nicht nur die beworbene Maximalgeschwindigkeit
Alternativen und Abgrenzung
DSL-Festnetz vs. mobiles Internet: Was passt für Studierende?
Nicht jede Wohnsituation rechtfertigt einen festen Internetanschluss. Wer nur ein Semester an einem Ort wohnt oder häufig zwischen Heimatort und Studienstadt pendelt, sollte die Alternativen kennen.
Mobiler LTE/5G-Router: Geräte wie der Speedbox von Telekom oder vergleichbare Produkte anderer Anbieter bieten Internetanschluss ohne Festnetzleitung. Vorteil: sofort einsatzbereit, mitnehmbar, oft mit kurzen Laufzeiten. Nachteil: Geschwindigkeit schwankt je nach Netzauslastung, Datentarife sind teurer als Festnetz, und in Altbauten oder Kellerwohnungen kann der Empfang schlecht sein. Für Einzelpersonen mit moderatem Datenverbrauch kann das ausreichen — für eine WG mit 4 Personen ist es selten eine gute Lösung.
Studentenwohnheim-Anschluss: Viele Wohnheime bieten Pauschalinternet über das Studentenwerk an — oft günstig, manchmal sogar im Mietpreis enthalten. Die Geschwindigkeit variiert stark: Manche Wohnheime haben Gigabit-Glasfaser, andere teilen einen veralteten Anschluss unter Dutzenden Bewohnern. Fragen Sie vor dem Einzug nach den tatsächlichen Geschwindigkeiten und ob eigene Router erlaubt sind.
Kabel vs. DSL vs. Glasfaser für Studierende: In Universitätsstädten ist Kabel (über Vodafone) häufig verfügbar und bietet hohe Geschwindigkeiten zu wettbewerbsfähigen Preisen. DSL über die Telekom-Infrastruktur ist flächendeckender, aber in der Geschwindigkeit begrenzt — besonders in Altbauten mit alten Leitungen. Glasfaser ist die zukunftssicherste Option, aber noch nicht überall verfügbar. Wenn Glasfaser an Ihrer Adresse verfügbar ist, lohnt sich der Blick auf diese Tarife auch für Studierende.
Wann ein DSL-Tarif nicht die beste Wahl ist
Ein klassischer DSL-Tarif passt nicht
Redaktioneller Tipp: Den Aktionspreis als Planungsgröße nutzen
Unsere Redaktion beobachtet einen wiederkehrenden Fehler: Studierende wählen den günstigsten Monatspreis — und vergessen, wann dieser Preis endet. Das Ergebnis: Nach 12 Monaten steigt der Tarif von 19,99 Euro auf 39,99 Euro, und der Vertrag läuft noch weitere 12 Monate.
Unser Rat: Behandeln Sie den Aktionspreis als das, was er ist — eine zeitlich begrenzte Einstiegsofferte. Berechnen Sie den Durchschnittspreis über die gesamte Vertragslaufzeit und vergleichen Sie diesen Wert, nicht den Aktionspreis. Ein Tarif für 24,99 Euro ohne Aktionsstaffelung kann günstiger sein als ein Tarif, der mit 14,99 Euro startet und nach 6 Monaten auf 44,99 Euro springt.
Zusätzlich empfehlen wir, spätestens 3 Monate vor Ablauf der Mindestlaufzeit aktiv zu werden: Entweder kündigen Sie und wechseln zu einem neuen Aktionsangebot — oder Sie verhandeln mit dem bestehenden Anbieter. Viele Anbieter bieten Bestandskunden, die kündigen wollen, neue Aktionskonditionen an. Das lohnt sich besonders, wenn Sie mit dem Anschluss zufrieden sind und keinen Anbieterwechsel wollen. Ein kurzer Anruf bei der Kundenhotline kann 10 bis 20 Euro monatlich sparen.
Häufige Fragen
Gibt es echte Studententarife?
Kann ich den Tarif zum Studienort mitnehmen?
Wie lange dauert es, bis der Internetanschluss nach dem Einzug aktiv ist?
Die Vorlaufzeit hängt von der Technologie und dem Anbieter ab. Bei DSL-Anschlüssen ist häufig ein Techniker-Termin notwendig, da die Telekom als Netzeigentümer die Leitung freischalten muss — das dauert in der Regel 2 bis 4 Wochen. Kabelanschlüsse (z. B. über Vodafone) sind oft schneller aktivierbar, manchmal innerhalb einer Woche. Glasfaseranschlüsse können je nach Ausbaustand ebenfalls 2 bis 6 Wochen in Anspruch nehmen. Planen Sie den Vertragsabschluss rechtzeitig vor dem Einzug, und halten Sie für die Übergangszeit einen mobilen Datentarif bereit.
Kann ich als Student einen Internetvertrag abschließen, wenn ich noch keine Bonität aufgebaut habe?
Grundsätzlich ja. Internetanbieter führen bei Vertragsabschluss eine Bonitätsprüfung durch, meist über die SCHUFA. Wer noch keine Kredithistorie hat, wird in der Regel trotzdem akzeptiert, solange keine negativen Einträge vorliegen. Problematisch wird es bei negativen SCHUFA-Einträgen — dann kann ein Anbieter den Vertragsabschluss ablehnen oder eine Vorauszahlung verlangen. Prepaid-Optionen oder monatlich kündbare Tarife sind in solchen Fällen eine Alternative, da sie weniger strenge Bonitätsanforderungen haben.
Was passiert mit dem Internetvertrag, wenn ich mein Studium abbricht oder beende?
Das Studienende oder ein Studienabbruch ist kein gesetzlicher Kündigungsgrund für einen Internetvertrag. Der Vertrag läuft bis zum Ende der Mindestlaufzeit weiter, danach ist er monatlich kündbar. Wenn Sie umziehen und der Anbieter am neuen Ort keine gleichwertige Leistung anbieten kann, greift das Sonderkündigungsrecht nach TKG. Andernfalls müssen Sie die Restlaufzeit abwarten oder eine vorzeitige Auflösung mit dem Anbieter verhandeln — was in der Regel mit Kosten verbunden ist.
Darf ich in meiner Mietwohnung einen eigenen Router anschließen?
Ja. Seit dem Routergesetz von 2016 haben Sie in Deutschland das Recht auf freie Routerwahl. Kein Anbieter darf Sie zwingen, ausschließlich seinen Mietrouter zu verwenden. Sie können einen eigenen Router kaufen und anschließen — das spart langfristig die monatliche Mietgebühr von 3 bis 6 Euro, die manche Anbieter berechnen. Achten Sie darauf, dass Ihr Router mit der jeweiligen Anschlusstechnologie kompatibel ist (DSL, Kabel oder Glasfaser). Empfehlenswerte Modelle gibt es ab etwa 50 bis 80 Euro.
Kann ich den Internetvertrag auf einen Mitbewohner übertragen, wenn ich ausziehe?
Eine Vertragsübernahme ist bei manchen Anbietern möglich, aber nicht standardmäßig vorgesehen. Sie müssen beim Anbieter aktiv anfragen, ob eine Übertragung auf einen anderen Vertragsinhaber möglich ist. Der neue Vertragsinhaber muss einer Bonitätsprüfung standhalten. Einige Anbieter lehnen Vertragsübernahmen grundsätzlich ab — dann bleibt nur die Kündigung zum nächstmöglichen Termin oder die Vereinbarung einer vorzeitigen Auflösung. Klären Sie das frühzeitig, um nicht auf den Restlaufzeitkosten sitzen zu bleiben.
Gibt es Förderprogramme oder Rabatte für Studierende beim Internetanschluss?
Offizielle staatliche Förderprogramme für Internetanschlüsse von Studierenden gibt es in Deutschland nicht. Einige Hochschulen haben jedoch Kooperationsverträge mit Anbietern, die Sonderkonditionen für Studierende bieten — fragen Sie beim Studierendenwerk oder der IT-Abteilung Ihrer Hochschule nach. Cashback-Portale und Vergleichsseiten bieten gelegentlich Aktionen, bei denen Neukunden Gutschriften erhalten. Diese sind jedoch nicht dauerhaft und sollten nicht das einzige Entscheidungskriterium sein.
Was bedeutet 'Mindestgeschwindigkeit' im Vertrag, und warum ist sie wichtig?
Seit der TKG-Reform 2021 sind Anbieter verpflichtet, im Vertrag drei Geschwindigkeitswerte anzugeben: die maximale, die normalerweise verfügbare und die minimale Geschwindigkeit. Die Mindestgeschwindigkeit ist der Wert, den der Anbieter garantiert — liegt die tatsächliche Geschwindigkeit dauerhaft darunter, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Achten Sie beim Vertragsabschluss auf diesen Wert: Ein Tarif mit '100 Mbit/s bis zu' kann eine Mindestgeschwindigkeit von nur 10 Mbit/s haben. Messen Sie Ihre Geschwindigkeit regelmäßig mit dem Breitbandatlas der Bundesnetzagentur.
Ist ein Kabelanschluss für Studierende besser als DSL?
Das hängt von der Verfügbarkeit und dem Nutzungsverhalten ab. Kabelanschlüsse bieten in der Regel höhere Geschwindigkeiten zu ähnlichen Preisen wie DSL und sind in vielen Universitätsstädten verfügbar. Der Nachteil: Kabelnetze sind geteilte Infrastruktur — in Stoßzeiten (abends, Wochenende) kann die Geschwindigkeit sinken. DSL ist stabiler in der Geschwindigkeit, aber oft langsamer in der Maximalleistung. Für WGs mit hohem gleichzeitigem Nutzungsbedarf ist ein Kabelanschluss mit 250 Mbit/s oder mehr oft die bessere Wahl, wenn er verfügbar ist.
Wie funktioniert das Widerrufsrecht beim Online-Abschluss eines Internetvertrags?
Bei Verträgen, die online oder telefonisch abgeschlossen werden, haben Sie in Deutschland ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Innerhalb dieser Frist können Sie den Vertrag ohne Angabe von Gründen widerrufen. Wichtig: Wenn Sie ausdrücklich darum bitten, dass die Leistung vor Ablauf der Widerrufsfrist beginnt, und der Anbieter damit beginnt, kann er für die bereits erbrachte Leistung eine anteilige Vergütung verlangen. Widerrufen Sie schriftlich und per nachweisbarem Weg (z. B. E-Mail mit Lesebestätigung oder Einschreiben).
Was ist der Unterschied zwischen Down- und Upload-Geschwindigkeit, und worauf sollte ich als Student achten?
Download-Geschwindigkeit beschreibt, wie schnell Daten aus dem Internet zu Ihnen übertragen werden — relevant für Streaming, Downloads und das Laden von Webseiten. Upload-Geschwindigkeit beschreibt die Übertragung von Ihrem Gerät ins Internet — relevant für Videokonferenzen, das Hochladen von Dateien und Cloud-Backups. DSL-Anschlüsse haben oft asymmetrische Geschwindigkeiten: 100 Mbit/s Download, aber nur 10 bis 20 Mbit/s Upload. Für Studierende, die regelmäßig an Online-Seminaren teilnehmen oder Abschlussarbeiten in die Cloud hochladen, sollte der Upload-Wert mindestens 10 Mbit/s betragen.
Kann ich meinen Internetvertrag auch kündigen, wenn der Vermieter wechselt oder ich zwangsweise umziehen muss?
Ein Vermieterwechsel allein begründet kein Sonderkündigungsrecht für den Internetvertrag. Entscheidend ist, ob der Anbieter am neuen Wohnort eine gleichwertige Leistung erbringen kann. Bei einer Zwangsräumung oder einem unfreiwilligen Umzug gelten dieselben Regeln wie bei einem freiwilligen Umzug. Wenn der Anbieter am neuen Ort nicht verfügbar ist oder eine deutlich geringere Geschwindigkeit liefern kann, greift das Sonderkündigungsrecht nach § 60 TKG. Dokumentieren Sie in jedem Fall Ihren Umzug schriftlich gegenüber dem Anbieter.
Lohnt sich ein Glasfasertarif für Studierende, auch wenn er etwas teurer ist?
Wenn Glasfaser an Ihrer Adresse verfügbar ist, lohnt sich der Vergleich. Glasfasertarife bieten symmetrische Geschwindigkeiten (gleich schneller Up- und Download), sind stabiler als DSL oder Kabel und zukunftssicher. In vielen Universitätsstädten sind Glasfasertarife mittlerweile preislich auf dem Niveau von DSL-Tarifen — besonders in der Aktionsphase. Für eine WG, die hohe Anforderungen an Stabilität und Geschwindigkeit hat, kann Glasfaser die bessere Wahl sein. Prüfen Sie die Verfügbarkeit an Ihrer Adresse und vergleichen Sie die Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit.
Fachbegriffe kurz erklärt
Gesetzliches Recht, einen Telekommunikationsvertrag außerordentlich zu kündigen, wenn der Anbieter am neuen Wohnort keine gleichwertige Leistung erbringen kann. Geregelt in § 60 des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Gilt nicht automatisch bei jedem Umzug.
Zeitlich befristeter Rabattpreis, den Anbieter in den ersten Monaten eines Vertrags gewähren. Nach Ablauf der Aktionsphase steigt der monatliche Preis auf den regulären Tarif. Typische Laufzeiten: 6 bis 24 Monate.
Der vertraglich garantierte Mindestwert für die Internetgeschwindigkeit. Seit der TKG-Reform 2021 müssen Anbieter diesen Wert im Vertrag ausweisen. Wird er dauerhaft unterschritten, entsteht ein Sonderkündigungsrecht.
Gesetzlich verankertes Recht in Deutschland, am eigenen Internetanschluss einen beliebigen kompatiblen Router zu betreiben. Anbieter dürfen die Nutzung eines eigenen Routers nicht verbieten oder technisch blockieren.
DSL-Technologie mit unterschiedlichen Download- und Upload-Geschwindigkeiten. Download ist deutlich schneller als Upload. Typisch für Privathaushalte. Relevant für Studierende, die viele Videokonferenzen führen, da der Upload oft der Engpass ist.
Abfrage bei einem Anbieter oder auf einer Vergleichsseite, welche Anschlusstechnologien und Geschwindigkeiten an einer bestimmten Adresse verfügbar sind. Ergebnis bestimmt, welche Tarife buchbar sind.
Verbraucherrecht, einen online oder telefonisch abgeschlossenen Vertrag innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Gilt auch für Internetverträge. Bei vorzeitigem Leistungsbeginn kann eine anteilige Vergütung anfallen.
Weitere Begriffe finden Sie in unserem DSL-Glossar.