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Internet komplett ohne Schufa-Prüfung

Komplett ohne Schufa-Prüfung gibt es klassisches DSL kaum — aber es gibt funktionierende Alternativen mit voller Internet-Qualität.

Für wen ist dieses Thema relevant?

Wer nach „DSL ohne Schufa" sucht, steht meist vor einer konkreten Situation: Ein negativer Schufa-Eintrag, eine laufende Privatinsolvenz, ein frischer Umzug aus dem Ausland ohne deutsche Bonitätshistorie — oder schlicht der Wunsch, keine Bonitätsauskunft erteilen zu müssen. All das sind legitime Gründe, und die Nachfrage ist real.

Die Marktrealität ist dabei nüchtern: Klassische DSL-Anbieter wie die Telekom oder 1&1 schließen Festnetzverträge grundsätzlich nur nach einer Schufa-Abfrage ab. Das gilt auch für Kabelanschlüsse bei Vodafone oder PŸUR, wenngleich die Prüfung dort oft weniger streng ausfällt als beim Festnetz. Wer einen negativen Eintrag hat, wird in vielen Fällen abgelehnt — oder bekommt nur Verträge mit Vorkasse-Option angeboten.

Was „ohne Schufa" in der Praxis bedeutet

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen zwei Varianten: komplett Schufa-frei und Schufa-arm. Komplett ohne jede Bonitätsprüfung funktioniert in Deutschland fast ausschließlich über Prepaid-Lösungen — also Mobilfunk-Router mit aufladbarem Datenguthaben. Kein Vertrag, keine Laufzeit, keine Auskunft. Dafür zahlen Sie höhere Datenkosten und sind auf die Mobilfunkabdeckung angewiesen.

Schufa-arm bedeutet: Eine Prüfung findet statt, fällt aber weniger gewichtig aus. Kabelanbieter etwa prüfen häufig nur, ob ein Eintrag mit offenen Forderungen vorliegt — ein älterer, bereits erledigter Eintrag führt dabei seltener zur Ablehnung als bei einem DSL-Vertrag.

Die häufigsten Missverständnisse

Viele Nutzer glauben, dass Anbieter, die mit „Internet ohne Schufa" werben, tatsächlich komplett auf eine Prüfung verzichten. Das stimmt in den meisten Fällen nicht. Häufig handelt es sich um Mobilfunk-Tarife mit Datenflatrate, die als Prepaid oder mit sehr kurzer Laufzeit angeboten werden — und bei denen schlicht kein klassischer Kreditvertrag entsteht, der eine Schufa-Meldung auslösen würde. Das ist ein relevanter Unterschied, kein Trick.

Diese Seite zeigt Ihnen, welche Optionen tatsächlich funktionieren, was sie kosten, und wann welche Lösung zu Ihrer Situation passt.

Das spricht für unsere Empfehlung

  • Prepaid-LTE-/5G-Router — kein Vertrag, keine Schufa
  • Kabel-Tarife mit kurzer Laufzeit als Schufa-arme Alternative
  • Internet-Anschluss zum Festpreis ohne lange Bindung

Unsere Tarif-Empfehlungen (4)

Redaktionell gefiltert auf Ihren Bedarf — sortiert in unserer Empfehlungs-Reihenfolge.

# Anbieter / Tarif Speed Aktionspreis Normalpreis Anschluss
1
o2 📡 Kabel-Internet
o2 Home S Cable
50/10 Mbit/s
0,00 €
⏱ 6 Monate
24,99 €
ab Monat 7
39,99 €
Bereitstellungspreis
Details Bestellen →
2
o2 📡 Kabel-Internet
o2 Home M Cable
150/25 Mbit/s
14,99 €
⏱ 6 Monate
29,99 €
ab Monat 7
39,99 €
Bereitstellungspreis
Details Bestellen →
3
Vodafone 📡 Kabel-Internet
GigaZuhause 50 Cable
50/10 Mbit/s
19,99 €
dauerhaft
49,99 €
Bereitstellungspreis
Details Bestellen →
4
Vodafone 📡 Kabel-Internet
GigaZuhause 150 Cable
150/25 Mbit/s
19,99 €
⏱ 9 Monate
24,99 €
ab Monat 10
49,99 €
Bereitstellungspreis
Details Bestellen →

Worauf wir bei der Auswahl achten

Komplett Schufa-frei: Prepaid-Mobilfunk-Router

Funktioniert auch in Wohngebieten mit guter LTE-/5G-Abdeckung.

Schufa-arm: Kabel-Internet mit Online-Bestellung

Reduzierte Bonitäts-Prüfung im Vergleich zu klassischem DSL.

Ratgeber: Hintergründe und Schritt für Schritt

Warum Internetanbieter überhaupt eine Schufa-Prüfung durchführen

Ein klassischer DSL- oder Kabelvertrag ist aus Anbietersicht ein Kreditgeschäft auf Zeit: Der Anbieter stellt Ihnen Infrastruktur und Leistung zur Verfügung, Sie zahlen monatlich — über 24 Monate summiert sich das bei einem 40-Euro-Tarif auf 960 Euro. Das Ausfallrisiko ist real, weshalb Anbieter eine Bonitätsprüfung als Standardprozess eingebaut haben. Die Schufa liefert dabei einen Score-Wert und meldet, ob offene Forderungen, Inkasso-Einträge oder Insolvenzen vorliegen.

Wichtig zu verstehen: Nicht jede Schufa-Abfrage ist gleich. Es gibt die sogenannte Konditionenanfrage (hinterlässt keine Spur) und die Kreditanfrage (sichtbar für andere Anbieter). Bei Telekommunikationsverträgen wird in der Regel eine Kreditanfrage gestellt — das bedeutet, der Antrag selbst ist bereits in Ihrer Schufa-Akte sichtbar, auch wenn er abgelehnt wird.

Option 1: Prepaid-LTE- und 5G-Router — die einzige echte Schufa-freie Lösung

Prepaid-Mobilfunk-Router sind die einzige Möglichkeit, in Deutschland vollständig ohne Bonitätsprüfung ins Internet zu kommen. Sie kaufen das Gerät einmalig (ab ca. 30–80 Euro), legen eine Prepaid-SIM ein und laden Datenpakete auf — fertig. Kein Vertrag, keine Laufzeit, keine Schufa-Abfrage.

Was Sie dabei beachten sollten:

  • Abdeckung prüfen: LTE und 5G funktionieren in Städten und gut erschlossenen Regionen zuverlässig. In ländlichen Gebieten kann die Verbindung instabil sein. Prüfen Sie die Netzkarte Ihres bevorzugten Anbieters (Telekom, Vodafone, o2) vor dem Kauf.
  • Datenmenge kalkulieren: Streaming in HD verbraucht etwa 3 GB pro Stunde. Wer täglich 2 Stunden streamt, kommt auf rund 180 GB im Monat — das ist mit Prepaid-Paketen teuer. Typische Prepaid-Datenpakete kosten 10–15 Euro für 10–20 GB.
  • Geschwindigkeit: Moderne 5G-Router erreichen theoretisch mehrere hundert Mbit/s. In der Praxis sind 50–150 Mbit/s im LTE-Netz realistisch — für Homeoffice und Streaming ausreichend, für sehr datenintensive Nutzung (z. B. 4K-Streaming auf mehreren Geräten) grenzwertig.
  • Monatliche Kosten: Wer viel Daten benötigt, zahlt mit Prepaid schnell 40–60 Euro im Monat — ähnlich wie ein Festnetzvertrag, aber ohne Vertragsbindung.

Für Übergangsphasen (Umzug, Wohnungssuche, kurze Mietzeit) ist diese Lösung ideal. Als dauerhafter Ersatz für einen Festnetzanschluss lohnt sie sich nur, wenn die Mobilfunkabdeckung an Ihrem Standort wirklich gut ist.

Option 2: Kabel-Internet mit reduzierter Bonitätsprüfung

Kabelanbieter wie Vodafone (ehemals Unitymedia) oder PŸUR führen zwar eine Schufa-Abfrage durch, aber die Ablehnungsquote ist erfahrungsgemäß niedriger als bei klassischem DSL. Warum? Kabelinfrastruktur ist häufig an Wohngebäude gebunden — der Anbieter hat ein geringeres Risiko, weil die Leistung direkt an die Wohnadresse geknüpft ist und ein Umzug den Vertrag in der Regel beendet.

Was das in der Praxis bedeutet:

  • Ältere Schufa-Einträge, die bereits erledigt sind (z. B. eine bezahlte Rechnung, die noch nicht gelöscht wurde), führen bei Kabelanbietern seltener zur Ablehnung.
  • Laufende Insolvenzen oder offene Forderungen bleiben jedoch auch hier ein Ablehnungsgrund.
  • Einige Kabelanbieter bieten Verträge mit 1 Monat Laufzeit an — das reduziert das Risiko für den Anbieter und damit auch die Anforderungen an die Bonität.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Schufa-Situation ein Problem darstellt, empfiehlt es sich, zunächst Ihre kostenlose Schufa-Selbstauskunft (einmal jährlich kostenlos nach Art. 15 DSGVO) anzufordern und zu prüfen, welche Einträge vorliegen.

Option 3: Kurzfristige Verträge mit geringerer Schufa-Relevanz

Einige Anbieter haben in den letzten Jahren Tarife mit monatlicher Kündigungsfrist eingeführt — darunter auch im DSL-Bereich. Diese Tarife sind teurer als 24-Monats-Verträge (oft 5–15 Euro Aufschlag pro Monat), aber sie reduzieren das finanzielle Risiko für den Anbieter erheblich. In der Praxis berichten Nutzer, dass die Ablehnungsquote bei Monatstarifen niedriger ist — eine offizielle Bestätigung der Anbieter gibt es dazu nicht, aber die Logik ist nachvollziehbar.

Für Personen mit grenzwertiger Bonität kann es sich lohnen, zunächst einen Monatstarif zu beantragen und nach 6–12 Monaten pünktlicher Zahlung auf einen günstigeren Jahresvertrag zu wechseln.

Option 4: Den Vertrag über eine andere Person abschließen

Wenn ein Familienmitglied oder ein enger Vertrauter mit einwandfreier Bonität den Vertrag auf seinen Namen abschließt, entfällt die Schufa-Prüfung für Sie. Das ist rechtlich vollkommen in Ordnung — der Vertragsinhaber haftet jedoch für alle Zahlungen. Diese Option setzt gegenseitiges Vertrauen voraus und sollte schriftlich geregelt werden (z. B. wer die monatlichen Kosten trägt).

Schufa-Einträge verstehen und anfechten

Nicht jeder negative Schufa-Eintrag ist korrekt. Fehlerhafte oder veraltete Einträge kommen vor — laut Verbraucherzentralen betrifft das einen relevanten Anteil aller Schufa-Akten. Folgende Schritte helfen:

  1. Kostenlose Datenkopie anfordern: Einmal pro Jahr können Sie bei der Schufa eine vollständige Datenkopie nach Art. 15 DSGVO kostenlos anfordern (nicht zu verwechseln mit dem kostenpflichtigen „Schufa-BonitätsCheck").
  2. Einträge prüfen: Sind alle Einträge korrekt? Gibt es erledigte Forderungen, die noch nicht gelöscht wurden?
  3. Widerspruch einlegen: Fehlerhafte Einträge können Sie direkt bei der Schufa anfechten. Die Schufa ist verpflichtet, den Eintrag zu prüfen und bei Fehler zu löschen.
  4. Löschfristen kennen: Erledigte Einträge werden nach 3 Jahren gelöscht, Insolvenzen nach 6 Jahren nach Abschluss des Verfahrens.

Wenn ein Eintrag zu Unrecht besteht und korrigiert wird, verbessert sich Ihr Score — und damit auch Ihre Chancen auf einen regulären Internetvertrag.

Technische Qualität im Vergleich: Festnetz vs. Mobilfunk

Ein häufiges Missverständnis: Mobilfunk-Internet ist grundsätzlich schlechter als Festnetz. Das stimmt pauschal nicht mehr. 5G-Verbindungen können in gut versorgten Gebieten Glasfaser-ähnliche Geschwindigkeiten erreichen. Allerdings gibt es strukturelle Unterschiede:

  • Latenz: Festnetz (DSL/Kabel/Glasfaser) hat typischerweise 5–20 ms Latenz. LTE liegt bei 20–50 ms, 5G bei 10–30 ms. Für Gaming oder Videokonferenzen ist das relevant.
  • Stabilität: Mobilfunknetze teilen Kapazität unter vielen Nutzern. In Stoßzeiten (Abend, Wochenende) kann die Geschwindigkeit sinken.
  • Datenmenge: Festnetz-Flatrates sind echte Flatrates ohne Datenlimit. Prepaid-Mobilfunk hat immer ein Datenlimit — danach wird gedrosselt oder es fallen Zusatzkosten an.

Checkliste vor dem Abschluss

Vor dem Vertragsabschluss empfehlen wir, diese Punkte zu prüfen — dauert in der Regel 5–10 Minuten.

  • Kostenlose Schufa-Selbstauskunft (Datenkopie nach Art. 15 DSGVO) anfordern und alle Einträge auf Richtigkeit prüfen
  • Prüfen, ob negative Einträge bereits erledigt sind und die 3-Jahres-Löschfrist abgelaufen ist
  • Mobilfunkabdeckung am eigenen Wohnort für LTE und 5G in der Netzkarte des bevorzugten Anbieters kontrollieren
  • Monatlichen Datenbedarf schätzen: Streaming-Stunden × 3 GB/Std. (HD) plus sonstige Nutzung
  • Kabelanschluss-Verfügbarkeit an der eigenen Adresse prüfen (Vodafone, PŸUR, je nach Region)
  • Angebote für Monatstarife (ohne Mindestlaufzeit) bei Kabelanbietern vergleichen
  • Prüfen, ob eine Vertrauensperson den Vertrag auf ihren Namen abschließen kann und könnte
  • Fehlerhafte Schufa-Einträge schriftlich bei der Schufa anfechten, falls vorhanden
  • Einmalige Anschaffungskosten für Prepaid-Router (30–80 Euro) gegen monatliche Mehrkosten im Vergleich zum Festnetz abwägen
  • Sicherstellen, dass der gewählte Prepaid-Tarif kein automatisches Abo auslöst (AGB prüfen)
  • Bei Kabelvertrag: Mindestlaufzeit und Kündigungsfristen im Kleingedruckten prüfen
  • Langfristigen Plan festlegen: Wann ist eine Rückkehr zum regulären Festnetzvertrag realistisch?

Alternativen und Abgrenzung

DSL ohne Schufa vs. Mobilfunk-Flatrate: Was ist der Unterschied?

Beide Optionen liefern Internetzugang — aber sie unterscheiden sich grundlegend in Struktur, Kosten und Verlässlichkeit. Ein klassischer DSL-Tarif (z. B. 50 Mbit/s für 30–40 Euro/Monat) bietet unbegrenzte Datenmenge, stabile Leitungsqualität und eine feste IP-Adresse. Ein Prepaid-LTE-Router bietet Flexibilität ohne Vertrag, aber begrenzte Datenpakete und schwankende Verbindungsqualität.

Für Haushalte mit normalem Internetverbrauch (Streaming, Homeoffice, Videocalls) ist ein Festnetzanschluss die wirtschaftlichere und technisch bessere Lösung — sofern er genehmigt wird.

Wann Prepaid-Router nicht ausreicht

Es gibt Situationen, in denen ein Mobilfunk-Router als Dauerlösung nicht funktioniert:

  • Mehrpersonenhaushalte: Wenn drei oder mehr Personen gleichzeitig streamen oder im Homeoffice arbeiten, stoßen Prepaid-Datenpakete schnell an ihre Grenzen.
  • Schlechte Netzabdeckung: In Kellerwohnungen, Altbauten mit dicken Wänden oder in Funklöchern ist LTE/5G unzuverlässig.
  • Smart-Home-Geräte: Viele vernetzte Geräte (Kameras, Thermostate, Sprachassistenten) verbrauchen kontinuierlich Daten — das summiert sich.
  • Feste IP-Adresse benötigt: Für VPN-Zugänge, Heimserver oder bestimmte Unternehmensanwendungen ist eine feste IP-Adresse notwendig, die Prepaid-Mobilfunk nicht bietet.

Kabel vs. DSL bei Schufa-Problemen

Wenn Sie die Wahl haben, ist Kabel-Internet die bessere Strategie bei Schufa-Problemen. Kabelanbieter sind weniger restriktiv bei der Bonitätsprüfung, bieten vergleichbare Geschwindigkeiten (bis 1 Gbit/s) und haben in vielen Städten eine gute Abdeckung. PŸUR ist dabei besonders in ostdeutschen Städten präsent, Vodafone Kabel deckt weite Teile West- und Süddeutschlands ab.

Glasfaser: Strenge Prüfung, aber Zukunftssicherheit

Glasfaseranschlüsse werden in Deutschland aktuell stark ausgebaut. Die Bonitätsanforderungen sind hier ähnlich streng wie bei DSL — Glasfaserverträge laufen meist 24 Monate und erfordern eine vollständige Schufa-Prüfung. Wer langfristig plant und seine Bonität verbessert hat, sollte Glasfaser als Zieloption im Blick behalten: Die Verbindungsqualität ist die beste verfügbare, und die Preise nähern sich denen klassischer DSL-Tarife an.

Fazit: Die richtige Option nach Situation

Kurzfristig und flexibel: Prepaid-LTE/5G-Router. Mittelfristig mit eingeschränkter Bonität: Kabel-Internet mit Monatsvertrag. Langfristig und stabil: Schufa-Eintrag klären und regulären Festnetzvertrag abschließen.

💭
Aus unserer Redaktion

Redaktioneller Hinweis unserer Redaktion

In der Praxis erleben viele Nutzer, dass sie bei einer Ablehnung durch einen DSL-Anbieter aufgeben — dabei gibt es oft noch Spielraum. Unsere Empfehlung: Bevor Sie dauerhaft auf Prepaid-Mobilfunk umsteigen, lohnt sich ein zweistufiger Ansatz.

Erster Schritt: Fordern Sie Ihre kostenlose Schufa-Datenkopie an und prüfen Sie jeden einzelnen Eintrag. Fehlerhafte oder veraltete Einträge sind häufiger als viele denken — und ein erfolgreicher Widerspruch kann Ihren Score innerhalb weniger Wochen verbessern.

Zweiter Schritt: Wenn die Bonität tatsächlich eingeschränkt ist, versuchen Sie es zunächst bei einem Kabelanbieter mit Monatsvertrag — nicht bei einem DSL-Anbieter mit 24-Monats-Laufzeit. Die Ablehnungsquote ist dort erfahrungsgemäß niedriger, und ein pünktlich bezahlter Kabelvertrag hilft Ihrem Score langfristig.

Der Prepaid-Router ist eine gute Übergangslösung, aber kein dauerhafter Ersatz für einen Festnetzanschluss — besonders wenn Sie regelmäßig streamen, im Homeoffice arbeiten oder mehrere Personen im Haushalt leben. Planen Sie den Weg zurück zum Festnetz aktiv ein, statt ihn als unerreichbar abzuschreiben.

Häufige Fragen

Gibt es echtes DSL ohne Schufa?
Praktisch nicht — alle DSL-Anbieter führen eine Bonitätsprüfung durch. Realistischer sind die hier gelisteten Alternativen.
Was ist mit 'Internet ohne Schufa' Anbietern aus der Werbung?
Vorsicht — viele solcher Angebote sind teuer oder unseriös. Wir empfehlen ausschließlich etablierte Anbieter.
Kann ich einen Internetvertrag auf eine andere Person anmelden lassen?

Ja, das ist rechtlich zulässig. Eine Person mit einwandfreier Bonität schließt den Vertrag auf ihren Namen ab — Sie nutzen den Anschluss. Der Vertragsinhaber haftet jedoch vollständig für alle Zahlungen. Es empfiehlt sich, die Kostenaufteilung schriftlich zu regeln, um Missverständnisse zu vermeiden. Diese Lösung ist besonders für Familienmitglieder geeignet, die vorübergehend in einer schwierigen Bonitätssituation sind.

Wie lange dauert es, bis ein negativer Schufa-Eintrag gelöscht wird?

Die Löschfristen hängen von der Art des Eintrags ab. Erledigte Forderungen (z. B. bezahlte Rechnungen, die ins Inkasso gegangen waren) werden 3 Jahre nach Begleichung gelöscht. Privatinsolvenzen bleiben 6 Jahre nach Abschluss des Verfahrens sichtbar. Laufende Konten und Kreditkarten werden nach Kündigung und Ausgleich gelöscht. Fehlerhafte Einträge können jederzeit durch einen Widerspruch bei der Schufa korrigiert werden — dafür gibt es keine Wartezeit.

Meldet ein Internetanbieter meinen Vertrag an die Schufa?

Ja, in der Regel schon. Wenn Sie einen Festnetzvertrag abschließen, wird dieser als laufendes Vertragsverhältnis bei der Schufa eingetragen. Das ist per se kein negativer Eintrag — es zeigt nur, dass Sie einen Vertrag haben. Problematisch wird es, wenn Rechnungen nicht bezahlt werden: Dann kann der Anbieter nach einer Mahnung einen negativen Eintrag veranlassen. Prepaid-Verträge werden dagegen nicht an die Schufa gemeldet, da kein Kreditverhältnis entsteht.

Gibt es Internetanbieter, die explizit keine Schufa-Prüfung durchführen?

Für klassische Festnetzverträge (DSL, Kabel, Glasfaser) mit monatlicher Abrechnung gibt es in Deutschland keinen seriösen Anbieter, der vollständig auf eine Bonitätsprüfung verzichtet. Anbieter, die mit 'ohne Schufa' werben, meinen in der Regel Prepaid-Mobilfunktarife oder sehr kurzfristige Verträge — bei denen kein klassisches Kreditverhältnis entsteht. Das ist legitim, aber kein klassischer Festnetzanschluss.

Was kostet ein Prepaid-LTE-Router im laufenden Betrieb?

Die Anschaffungskosten für einen Prepaid-Router liegen bei 30–80 Euro. Datenpakete kosten je nach Anbieter und Menge zwischen 10 Euro für 10 GB und 30 Euro für 50 GB. Wer täglich streamt und im Homeoffice arbeitet, benötigt realistisch 80–150 GB pro Monat — das entspricht monatlichen Kosten von 25–50 Euro, zuzüglich des einmaligen Gerätekaufs. Im Vergleich zu einem Festnetzvertrag (30–45 Euro/Monat mit Flatrate) ist Prepaid bei hohem Datenverbrauch teurer.

Kann ich mit einem Prepaid-Router auch telefonieren?

Telefonieren über das Festnetz ist mit einem reinen Prepaid-LTE-Router nicht möglich. Sie können jedoch VoIP-Dienste (z. B. WhatsApp, Signal, Skype) über die Internetverbindung nutzen. Wer eine klassische Festnetznummer benötigt, ist auf einen Festnetzvertrag angewiesen. Für die meisten Alltagsanforderungen reicht VoIP jedoch aus — zumal Mobilfunknummern heute ohnehin verbreiteter sind als Festnetznummern.

Verbessert ein pünktlich bezahlter Internetvertrag meinen Schufa-Score?

Indirekt ja. Aktive Verträge, die pünktlich bedient werden, wirken sich positiv auf das Zahlungsverhalten in Ihrer Schufa-Akte aus. Ein laufender Kabelvertrag ohne Zahlungsausfälle kann nach 6–12 Monaten dazu beitragen, dass Ihr Score steigt — was wiederum die Chancen auf weitere Verträge verbessert. Prepaid-Verträge haben diesen Effekt nicht, da sie nicht an die Schufa gemeldet werden.

Ist eine Privatinsolvenz ein absolutes Ausschlusskriterium für einen Internetvertrag?

Bei laufender Privatinsolvenz werden klassische Festnetzverträge von nahezu allen Anbietern abgelehnt, da das Insolvenzverfahren in der Schufa sichtbar ist und das Ausfallrisiko als sehr hoch eingestuft wird. Nach Abschluss des Verfahrens (Restschuldbefreiung) und Ablauf der 6-jährigen Löschfrist verbessert sich die Situation deutlich. Während der Insolvenz ist ein Prepaid-Router die praktisch einzige eigenständige Lösung.

Welche Geschwindigkeit kann ich mit LTE realistisch erwarten?

Im LTE-Netz sind in gut versorgten Gebieten 30–100 Mbit/s im Download realistisch. In Stoßzeiten (abends, Wochenende) kann die Geschwindigkeit auf 10–30 Mbit/s sinken, da sich viele Nutzer eine Funkzelle teilen. 5G-Verbindungen erreichen in der Praxis 100–300 Mbit/s, sind aber noch nicht flächendeckend verfügbar. Für Streaming in HD (5 Mbit/s) und einfaches Homeoffice (10–20 Mbit/s) reicht LTE in der Regel aus.

Kann ich meinen Schufa-Score aktiv verbessern, bevor ich einen Internetvertrag beantrage?

Ja, einige Maßnahmen helfen kurzfristig: Fehlerhafte Einträge anfechten und löschen lassen, alte Kreditkarten oder ungenutzte Konten kündigen (viele offene Konten wirken sich negativ aus), und bestehende Schulden — sofern möglich — begleichen. Mittelfristig verbessert pünktliches Zahlen aller Rechnungen den Score. Es gibt keine seriöse Möglichkeit, den Score innerhalb weniger Tage signifikant zu steigern — Angebote, die das versprechen, sind unseriös.

Gibt es bei Kabelanbietern die Möglichkeit, einen Vertrag mit Vorkasse abzuschließen?

Einzelne Anbieter bieten bei negativer Bonität eine Vorkasse-Option an — das heißt, Sie zahlen mehrere Monate im Voraus, um das Ausfallrisiko für den Anbieter zu eliminieren. Diese Option wird nicht standardmäßig angeboten, sondern oft erst auf Nachfrage oder nach einer Ablehnung. Es lohnt sich, den Kundenservice direkt zu kontaktieren und nach einer Vorkasse-Möglichkeit zu fragen. Die Konditionen variieren je nach Anbieter.

Was passiert mit meinem Internetvertrag, wenn ich während der Laufzeit insolvent werde?

Der Vertrag bleibt zunächst bestehen. Der Insolvenzverwalter kann jedoch laufende Verträge kündigen, wenn sie als nicht notwendig eingestuft werden. Internetverträge gelten in der Regel als notwendige Grundversorgung und werden häufig weitergeführt. Zahlen Sie die monatlichen Rechnungen aus der Insolvenzmasse weiter, bleibt der Anschluss aktiv. Bei Zahlungsausfall kann der Anbieter nach einer Mahnung kündigen und einen negativen Eintrag veranlassen.

Fachbegriffe kurz erklärt

Schufa-Score

Ein Punktwert zwischen 0 und 100, den die Schufa auf Basis Ihrer Zahlungshistorie und Vertragsstruktur berechnet. Je höher der Score, desto besser die eingeschätzte Kreditwürdigkeit. Werte über 97 gelten als sehr gut, unter 90 als problematisch für Vertragsabschlüsse.

Konditionenanfrage

Eine Schufa-Abfrage, die keine Spur in Ihrer Akte hinterlässt und von anderen Anbietern nicht eingesehen werden kann. Wird bei unverbindlichen Angeboten genutzt. Im Gegensatz dazu ist die Kreditanfrage für andere Gläubiger sichtbar.

Prepaid-Router

Ein mobiles WLAN-Gerät, das über eine Prepaid-SIM-Karte mit dem Mobilfunknetz verbunden wird. Kein Vertrag, keine Laufzeit — Daten werden per Guthabenkarte oder App aufgeladen. Geeignet als kurzfristige oder Schufa-freie Internetlösung.

Datenkopie nach Art. 15 DSGVO

Das Recht jeder Person, einmal jährlich kostenlos eine vollständige Auskunft über alle bei der Schufa gespeicherten Daten zu erhalten. Nicht zu verwechseln mit dem kostenpflichtigen Schufa-Bonitätszertifikat, das für Vermieter oder Arbeitgeber gedacht ist.

Bonitätsprüfung

Die Überprüfung der Kreditwürdigkeit eines Antragstellers durch Abfrage bei Auskunfteien wie der Schufa. Internetanbieter nutzen sie, um das Risiko von Zahlungsausfällen bei Laufzeitverträgen einzuschätzen.

Restschuldbefreiung

Der Abschluss eines Privatinsolvenzverfahrens, bei dem verbleibende Schulden erlassen werden. Nach der Restschuldbefreiung beginnt die 6-jährige Löschfrist in der Schufa-Akte. Danach verbessert sich die Bonität schrittweise wieder.

Monatstarif (Internetvertrag)

Ein Internetvertrag ohne Mindestlaufzeit oder mit monatlicher Kündigungsfrist. Bietet maximale Flexibilität, ist aber in der Regel 5–15 Euro teurer pro Monat als ein 24-Monats-Vertrag. Für Personen mit eingeschränkter Bonität oft leichter zu erhalten.

Weitere Begriffe finden Sie in unserem DSL-Glossar.

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