📞 0611 / 94918031 (kostenlos, Mo-Fr 9–17 Uhr)
d dslvertrag.de
Start · Themen · Internet-Anschluss auch mit negativem Schufa-Eintrag

Internet-Anschluss auch mit negativem Schufa-Eintrag

Mit Schufa-Eintrag ist es schwieriger, einen Internetanschluss zu bekommen — aber nicht unmöglich. Diese Tarife haben erfahrungsgemäß eine deutlich höhere Annahmequote.

Wer ist von diesem Thema betroffen?

Ein negativer Schufa-Eintrag trifft Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen: nach einer Insolvenz, nach geplatzten Ratenzahlungen, nach einem vergessenen Inkasso-Verfahren — oder manchmal schlicht aufgrund eines veralteten Eintrags, der längst hätte gelöscht werden müssen. Die Konsequenzen reichen weit über Kredite und Mietverträge hinaus. Auch Telekommunikationsanbieter fragen die Bonität ab, bevor sie einen Vertrag abschließen.

Das betrifft in Deutschland nach Schätzungen mehrere Millionen Menschen. Laut Schufa-Jahresbericht 2024 haben rund 8 Prozent aller Verbraucher mit einem Schufa-Eintrag einen negativen Vermerk — das sind über vier Millionen Personen. Für diese Gruppe ist ein normaler DSL-Vertrag oft nicht erreichbar, obwohl ein funktionierender Internetzugang heute zur Grundversorgung gehört: für Behördengänge, Jobsuche, Schule und soziale Teilhabe.

Was passiert bei der Bonitätsprüfung?

Wenn Sie einen Internetvertrag beantragen, fragt der Anbieter in der Regel automatisch bei der Schufa an — oder bei einem vergleichbaren Auskunftsdienst wie Creditreform oder Boniversum. Das Ergebnis fließt in eine interne Risikoberechnung ein. Bei einem negativen Score lehnt das System den Antrag häufig vollautomatisch ab, ohne dass ein Mitarbeiter den Einzelfall prüft.

Entscheidend ist dabei: Nicht jeder Anbieter gewichtet die Schufa-Daten gleich. Kabelnetzbetreiber wie Vodafone Kabel oder PŸUR arbeiten mit eigenen Scoring-Modellen, die sich von denen klassischer DSL-Anbieter unterscheiden. Das erklärt, warum ein Antrag bei einem Anbieter scheitert, während ein anderer — mit demselben Schufa-Wert — genehmigt wird.

Warum ist das Thema 2025 relevanter denn je?

Die Digitalisierung von Behörden, Schulen und Arbeitsmärkten macht einen stabilen Internetanschluss faktisch unverzichtbar. Gleichzeitig hat die Inflation der vergangenen Jahre dazu geführt, dass mehr Menschen in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind — und damit neue Schufa-Einträge erhalten haben. Diese Seite zeigt Ihnen, welche Wege trotzdem zum Internetanschluss führen, welche Anbieter erfahrungsgemäß kulanter prüfen und worauf Sie bei der Antragstellung achten sollten.

Das spricht für unsere Empfehlung

  • Speziell Kabel-Internet hat bessere Annahmechancen
  • Auch LTE-/5G-Internet als Plan B verfügbar
  • Keine Telefonie-Pflicht — Internet-only-Tarife möglich
  • Beratung durch unsere Hotline kostenlos

Unsere Tarif-Empfehlungen (5)

Redaktionell gefiltert auf Ihren Bedarf — sortiert in unserer Empfehlungs-Reihenfolge.

# Anbieter / Tarif Speed Aktionspreis Normalpreis Anschluss
1
o2 📡 Kabel-Internet
o2 Home S Cable
50/10 Mbit/s
0,00 €
⏱ 6 Monate
24,99 €
ab Monat 7
39,99 €
Bereitstellungspreis
Details Bestellen →
2
o2 📡 Kabel-Internet
o2 Home M Cable
150/25 Mbit/s
14,99 €
⏱ 6 Monate
29,99 €
ab Monat 7
39,99 €
Bereitstellungspreis
Details Bestellen →
3
Vodafone 📡 Kabel-Internet
GigaZuhause 50 Cable
50/10 Mbit/s
19,99 €
dauerhaft
49,99 €
Bereitstellungspreis
Details Bestellen →
4
Vodafone 📡 Kabel-Internet
GigaZuhause 150 Cable
150/25 Mbit/s
19,99 €
⏱ 9 Monate
24,99 €
ab Monat 10
49,99 €
Bereitstellungspreis
Details Bestellen →
5
Vodafone 📡 Kabel-Internet
GigaZuhause 300 Cable
300/60 Mbit/s
19,99 €
⏱ 9 Monate
29,99 €
ab Monat 10
49,99 €
Bereitstellungspreis
Details Bestellen →

Worauf wir bei der Auswahl achten

Kabel-Anbieter mit eigener Bonitätslogik

Kabel-Internet läuft über andere Netzbetreiber als DSL — andere Prüfkriterien.

Internet ohne Festnetz-Anschluss

Reduziert die Vertragskomplexität und erhöht die Annahmechance.

SEPA-Lastschrift erforderlich

Klassische Rechnungszahlung wird in diesen Fällen meist abgelehnt.

Ratgeber: Hintergründe und Schritt für Schritt

Wie die Bonitätsprüfung bei Internetverträgen funktioniert

Die meisten Telekommunikationsanbieter in Deutschland sind gesetzlich nicht verpflichtet, einen Vertrag mit jedem Interessenten abzuschließen. Sie haben das Recht, Anträge abzulehnen — und nutzen dafür automatisierte Scoring-Systeme. Sobald Sie online oder telefonisch einen Vertrag beantragen, wird im Hintergrund eine Anfrage an die Schufa oder einen anderen Auskunftsdienst gesendet. Innerhalb von Sekunden erhält der Anbieter einen Score-Wert und Informationen über bestehende Negativmerkmale.

Zu den häufigsten Negativmerkmalen, die zur Ablehnung führen, gehören: - Laufende oder abgeschlossene Privatinsolvenz - Titulierte Forderungen (Gerichtsurteile, Vollstreckungsbescheide) - Inkasso-Einträge, die noch nicht gelöscht sind - Mehrfache Zahlungsausfälle bei anderen Verträgen

Wichtig zu verstehen: Ein einzelner, älterer Eintrag wirkt sich anders aus als mehrere aktuelle Negativmerkmale. Anbieter unterscheiden hier — auch wenn das für Betroffene von außen nicht transparent ist.

Warum Kabelanschlüsse bessere Chancen bieten

Kabelinternet läuft über ein physisch anderes Netz als DSL. Während DSL über die Telefoninfrastruktur der Telekom übertragen wird, nutzt Kabelinternet das ehemalige TV-Kabelnetz — in Deutschland betrieben hauptsächlich von Vodafone und PŸUR. Diese Netzbetreiber haben eigene Vertragsstrukturen, eigene Risikomodelle und eigene Scoring-Logiken entwickelt.

In der Praxis bedeutet das: Kabelanbieter lehnen Anträge mit negativer Schufa nicht automatisch ab, sondern prüfen häufiger im Einzelfall. Vodafone Kabel und PŸUR haben erfahrungsgemäß eine höhere Annahmequote bei Kunden mit Schufa-Einträgen als klassische DSL-Anbieter. Das ist keine Garantie — aber ein statistisch relevanter Unterschied, den unsere redaktionelle Auswahl berücksichtigt.

Ein weiterer Vorteil: Kabelverträge sind technisch einfacher als DSL-Verträge mit Festnetzanschluss. Es entfällt die Notwendigkeit, eine Telefonleitung zu schalten oder zu portieren — das reduziert die Vertragskomplexität und damit auch das wahrgenommene Risiko auf Anbieterseite.

Internet-only-Tarife: Warum weniger manchmal mehr ist

Viele Standardtarife bündeln Internet, Telefonie und manchmal sogar TV in einem Paket. Für Menschen mit Schufa-Problemen ist das ein Nachteil: Je mehr Leistungen ein Vertrag umfasst, desto höher ist der monatliche Betrag — und desto strenger prüft der Anbieter die Bonität.

Ein reiner Internettarif ohne Telefonie kostet weniger, hat eine kürzere Laufzeit und stellt für den Anbieter ein geringeres finanzielles Risiko dar. Das schlägt sich in der Praxis in einer höheren Bewilligungsquote nieder. Wenn Sie also die Wahl haben: Wählen Sie den einfachsten Tarif, der Ihre Mindestanforderungen erfüllt — und verzichten Sie auf Zusatzleistungen, die Sie nicht zwingend benötigen.

SEPA-Lastschrift als Voraussetzung

Anbieter, die Kunden mit eingeschränkter Bonität akzeptieren, verlangen fast ausnahmslos die Zahlung per SEPA-Lastschrift. Das ist kein Zufall: Lastschrift gibt dem Anbieter mehr Sicherheit, weil die monatliche Gebühr automatisch eingezogen wird. Klassische Rechnungszahlung oder Überweisung auf Rechnung wird in diesen Fällen in der Regel nicht angeboten.

Für Sie als Antragsteller bedeutet das: Sie benötigen ein Girokonto, auf dem ausreichend Deckung für die monatliche Rate vorhanden ist. Auch ein Basiskonto — das Kreditinstitute in Deutschland nach dem Zahlungskontengesetz jedem anbieten müssen — ist hierfür geeignet. Falls Sie noch kein Konto haben: Das Basiskonto ist ein gesetzlicher Anspruch, den Sie unabhängig von Ihrer Schufa-Situation einfordern können.

Schritt für Schritt: So gehen Sie bei der Antragstellung vor

Schritt 1: Schufa-Auskunft einholen Bevor Sie Anträge stellen, sollten Sie wissen, was in Ihrer Schufa-Akte steht. Einmal pro Jahr haben Sie Anspruch auf eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO — direkt über die Schufa-Website bestellbar. Prüfen Sie, ob alle Einträge korrekt und aktuell sind. Veraltete oder fehlerhafte Einträge können Sie löschen lassen.

Schritt 2: Fehlerhafte Einträge anfechten Falls Sie einen Eintrag entdecken, der sachlich falsch ist oder dessen Löschfrist abgelaufen ist, können Sie Widerspruch einlegen. Die Schufa ist verpflichtet, den Eintrag zu prüfen und bei Bestätigung des Fehlers zu löschen. Das kann Ihren Score kurzfristig verbessern.

Schritt 3: Den richtigen Anbieter wählen Nicht jeder Anbieter ist für Ihre Situation gleich gut geeignet. Unsere redaktionelle Auswahl auf dieser Seite konzentriert sich auf Kabelanbieter und Internet-only-Tarife, die erfahrungsgemäß eine höhere Annahmequote haben. Stellen Sie Ihren Antrag zunächst bei einem dieser Anbieter — und nicht gleichzeitig bei mehreren, da jede Anfrage als Konditionsanfrage in der Schufa vermerkt werden kann.

Schritt 4: Einfachen Tarif wählen Wählen Sie den günstigsten Tarif, der Ihre Mindestanforderungen erfüllt. Für normales Surfen, Videostreaming und Homeoffice reichen in der Regel 50 bis 100 Mbit/s. Höhere Geschwindigkeiten oder Zusatzpakete erhöhen den monatlichen Betrag — und damit das Risiko einer Ablehnung.

Schritt 5: Girokonto und SEPA-Mandat bereithalten Haben Sie Ihre IBAN zur Hand und stellen Sie sicher, dass das Konto gedeckt ist. Einige Anbieter prüfen die Kontodeckung indirekt über die Schufa-Bankdaten.

Schritt 6: Bei Ablehnung nicht aufgeben Eine Ablehnung durch einen Anbieter bedeutet nicht, dass alle anderen ebenfalls ablehnen. Warten Sie einige Wochen, bevor Sie einen neuen Antrag stellen — um mehrfache Schufa-Anfragen zu vermeiden — und wählen Sie dann einen anderen Anbieter aus unserer Liste.

Rechtliche Rahmenbedingungen: Was Sie wissen sollten

Anbieter sind nicht verpflichtet, Ihnen einen Vertrag anzubieten. Es gibt in Deutschland kein gesetzliches Recht auf einen Internetvertrag — anders als beim Basiskonto. Allerdings hat der Gesetzgeber mit dem Telekommunikationsgesetz (TKG) 2021 einen Universaldienst für Internetzugang eingeführt: Haushalte haben Anspruch auf einen Internetzugang mit mindestens 10 Mbit/s Download. Dieser Anspruch richtet sich jedoch gegen den Staat, nicht gegen einzelne Anbieter, und greift nur, wenn kein kommerzielles Angebot verfügbar ist.

Praktisch relevanter ist das Recht auf Dateneinsicht und Korrektur bei der Schufa. Nutzen Sie dieses Recht aktiv — es ist kostenlos und kann Ihre Chancen verbessern.

Checkliste vor dem Abschluss

Vor dem Vertragsabschluss empfehlen wir, diese Punkte zu prüfen — dauert in der Regel 5–10 Minuten.

  • Kostenlose Schufa-Datenkopie nach Art. 15 DSGVO angefordert und auf Fehler geprüft?
  • Veraltete oder falsche Schufa-Einträge identifiziert und Widerspruch eingeleitet?
  • Kabelanschluss in der eigenen Wohnadresse verfügbar? (Verfügbarkeitscheck beim Anbieter durchführen)
  • Günstigsten Internet-only-Tarif ohne Telefonie-Pflicht ausgewählt?
  • Girokonto oder Basiskonto mit ausreichender Deckung für SEPA-Lastschrift vorhanden?
  • IBAN und BIC des Girokontos für die Antragstellung bereitgehalten?
  • Nur einen Antrag gleichzeitig gestellt — um mehrfache Schufa-Anfragen zu vermeiden?
  • Bei Ablehnung: Mindestens 4 Wochen gewartet, bevor ein neuer Antrag bei einem anderen Anbieter gestellt wird?
  • LTE-Heimrouter-Tarif als Fallback-Option geprüft, falls Kabelinternet nicht verfügbar ist?
  • Mindestgeschwindigkeit für den eigenen Bedarf realistisch eingeschätzt (Streaming, Homeoffice, Anzahl Nutzer)?
  • Vertragslaufzeit geprüft — kürzere Laufzeiten reduzieren das Risiko für den Anbieter und können die Annahmechance erhöhen?
  • Kostenlose Beratung über die Hotline genutzt, um den passenden Tarif vorab zu klären?

Alternativen und Abgrenzung

Internet trotz Schufa vs. Prepaid-Internet: Wann was passt

Prepaid-Internet — also LTE- oder 5G-Datentarife ohne feste Laufzeit — ist die unkomplizierteste Alternative für Menschen mit negativer Schufa. Anbieter wie o2, Vodafone und 1&1 verlangen für Prepaid-SIM-Karten keine Bonitätsprüfung, da keine Zahlungsverpflichtung über die Zukunft entsteht. Sie zahlen im Voraus, verbrauchen Ihr Datenvolumen und laden bei Bedarf nach.

Der Nachteil: Prepaid-Tarife sind pro Gigabyte teurer als Festnetz-Flatrates, und für datenintensive Nutzung — Videostreaming in HD, Homeoffice mit Videokonferenzen, mehrere Nutzer gleichzeitig — reichen sie oft nicht aus. Ein 50-GB-Prepaid-Tarif kostet im Schnitt 15 bis 25 Euro pro Monat, bietet aber keine echte Flatrate.

Internet trotz Schufa vs. LTE-Heimrouter-Tarife

LTE-Heimrouter-Tarife (auch als 'Zuhause-Internet' oder 'Home Spot' vermarktet) kombinieren die Einfachheit von Mobilfunk mit dem Komfort eines Heimnetzwerks. Anbieter wie o2 und Vodafone bieten solche Tarife mit echten Flatrates an. Die Bonitätsanforderungen sind hier oft geringer als bei Festnetzverträgen — aber nicht null. Wer einen sehr schlechten Schufa-Score hat, kann auch hier abgelehnt werden.

Gegenüber Kabelinternet hat LTE-Heiminternet einen Nachteil: Die Verbindungsqualität schwankt stärker, besonders in Stoßzeiten oder in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung. Für Homeoffice oder Gaming ist Kabel- oder Glasfaserinternet stabiler.

Wann diese Seite nicht die richtige Anlaufstelle ist

Wenn Ihr Schufa-Score extrem negativ ist — etwa durch eine laufende Privatinsolvenz mit mehreren titulierten Forderungen — werden auch die hier empfohlenen Kabelanbieter den Antrag möglicherweise ablehnen. In diesem Fall ist Prepaid-Internet die realistischere Option. Außerdem: Wenn Sie in einem Gebiet wohnen, das nicht mit Kabelnetz versorgt ist, entfällt die Kabel-Option vollständig. Prüfen Sie die Verfügbarkeit vorab über die Anbieter-Websites.

Glasfaser und DSL bei negativer Schufa

Glasfaser- und DSL-Tarife der Telekom und 1&1 haben erfahrungsgemäß die strengsten Bonitätsanforderungen. Das liegt an der Infrastruktur: Für DSL und Glasfaser muss oft eine Leitung geschaltet werden, was Vorlaufkosten für den Anbieter bedeutet. Diese Kosten will der Anbieter absichern — und prüft daher strenger. Für Menschen mit Schufa-Einträgen sind DSL und Glasfaser deshalb in der Regel keine erste Wahl.

💭
Aus unserer Redaktion

Redaktioneller Hinweis: Timing und Reihenfolge entscheiden

Aus unserer Erfahrung mit Nutzeranfragen wissen wir: Der häufigste Fehler bei der Suche nach einem Internetvertrag mit negativer Schufa ist das gleichzeitige Stellen mehrerer Anträge. Das wirkt auf den ersten Blick sinnvoll — mehr Anträge, mehr Chancen. In der Praxis ist es kontraproduktiv. Jede Vertragsanfrage wird in der Schufa vermerkt und ist für andere Anbieter sichtbar. Mehrere Anfragen innerhalb kurzer Zeit signalisieren Anbietern, dass Sie bereits Ablehnungen erhalten haben — was die nächste Ablehnung wahrscheinlicher macht.

Unsere Empfehlung: Stellen Sie zunächst einen einzigen Antrag bei dem Anbieter, der für Ihre Situation am besten geeignet ist — in der Regel ein Kabelanbieter mit Internet-only-Tarif. Warten Sie das Ergebnis ab. Bei einer Ablehnung: mindestens vier Wochen Pause, dann den nächsten Versuch.

Ein weiterer Punkt, den viele unterschätzen: Die kostenlose Schufa-Auskunft nach Art. 15 DSGVO ist kein bürokratischer Aufwand, sondern ein echter Hebel. Wir haben Fälle gesehen, in denen Einträge seit Jahren hätten gelöscht sein müssen — und die Korrektur hat die Annahmechance unmittelbar verbessert. Nehmen Sie sich die Zeit für diesen Schritt, bevor Sie den ersten Antrag stellen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zu 'DSL trotz Schufa'?
Bei reinen Internet-Tarifen entfällt das Festnetz — das reduziert die Vertragsbeträge und erhöht die Annahmewahrscheinlichkeit zusätzlich.
Welche Alternative gibt es bei sehr negativem Schufa-Score?
Mobiles Internet (LTE-/5G-Router mit Prepaid-SIM) läuft komplett ohne Bonitätsprüfung.
Kann ein Anbieter meinen Antrag ablehnen, ohne mir den Grund zu nennen?

Ja, das ist rechtlich zulässig. Anbieter sind nicht verpflichtet, die Gründe für eine Ablehnung offenzulegen. Sie müssen Ihnen jedoch auf Anfrage mitteilen, ob eine automatisierte Entscheidung getroffen wurde — und wenn ja, haben Sie das Recht, eine menschliche Überprüfung zu verlangen. Das ergibt sich aus Art. 22 DSGVO. In der Praxis führt dieser Weg selten zur Vertragsannahme, aber er kann bei Grenzfällen hilfreich sein.

Wie lange bleiben negative Schufa-Einträge gespeichert?

Die Löschfristen variieren je nach Art des Eintrags. Informationen über titulierte Forderungen (Gerichtsurteile) werden drei Jahre nach Begleichung gelöscht. Inkasso-Einträge verschwinden drei Jahre nach Ausgleich der Forderung. Informationen über abgeschlossene Privatinsolvenzen werden sechs Jahre nach Erteilung der Restschuldbefreiung gelöscht. Kontoauflösungen und ähnliche Ereignisse bleiben drei Jahre gespeichert. Prüfen Sie regelmäßig Ihre Schufa-Auskunft — manchmal werden Einträge nicht fristgerecht gelöscht.

Verbessert es meine Chancen, wenn ich eine höhere Anzahlung oder Kaution anbiete?

Bei Telekommunikationsanbietern in Deutschland ist eine Kaution oder Anzahlung als Instrument zur Risikominderung unüblich und wird von den meisten Anbietern nicht akzeptiert. Anders als bei Mietverträgen gibt es hier keine standardisierte Praxis. Einige kleinere regionale Anbieter können im Einzelfall kulant sein — das ist aber die Ausnahme. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf die Wahl des richtigen Anbieters und des einfachsten Tarifs.

Kann ich einen Internetvertrag auf den Namen eines Familienmitglieds abschließen?

Technisch ist das möglich, wenn das Familienmitglied zustimmt und den Vertrag in eigenem Namen abschließt. Rechtlich trägt dann das Familienmitglied die volle Verantwortung für die Zahlungspflichten. Das ist eine persönliche Entscheidung, die Sie im Familienkreis treffen müssen. Wichtig: Der Vertragsinhaber muss im Haushalt wohnen oder zumindest als Hauptnutzer gelten — Vertragsabschlüsse für Dritte ohne eigene Nutzung können als Umgehung gewertet werden.

Wird jede Vertragsanfrage als Schufa-Eintrag vermerkt?

Es gibt zwei Arten von Schufa-Anfragen: Konditionsanfragen und Vertragsanfragen. Eine Konditionsanfrage — etwa wenn Sie nur ein Angebot einholen — wird in der Schufa gespeichert, aber nicht für andere Anbieter sichtbar und beeinflusst Ihren Score nicht negativ. Eine Vertragsanfrage hingegen ist für andere Anbieter sichtbar und kann den Score kurzfristig belasten. Fragen Sie beim Anbieter nach, welche Art von Anfrage gestellt wird — und stellen Sie nicht mehrere Vertragsanfragen gleichzeitig.

Gibt es Anbieter, die komplett ohne Schufa-Prüfung arbeiten?

In Deutschland gibt es keine großen Telekommunikationsanbieter, die vollständig auf eine Bonitätsprüfung verzichten. Prepaid-Tarife bilden die Ausnahme, da hier keine Zahlungsverpflichtung für die Zukunft entsteht. Bei Postpaid-Verträgen mit monatlicher Abrechnung ist eine Bonitätsprüfung branchenüblich. Angebote, die mit 'ohne Schufa' werben, sollten Sie kritisch prüfen — oft handelt es sich um Prepaid-Produkte oder um Angebote mit sehr eingeschränkten Konditionen.

Was passiert, wenn ich nach Vertragsabschluss in Zahlungsverzug gerate?

Wenn Sie zwei aufeinanderfolgende Monatsraten nicht zahlen, kann der Anbieter den Vertrag fristlos kündigen und die Forderung an ein Inkassobüro übergeben. Das führt zu einem neuen Schufa-Eintrag, der Ihre Situation weiter verschlechtert. Geraten Sie in finanzielle Schwierigkeiten, nehmen Sie frühzeitig Kontakt zum Anbieter auf — viele Anbieter bieten in solchen Fällen Ratenzahlungen oder vorübergehende Stundungen an, bevor es zur Kündigung kommt.

Kann ich meinen Schufa-Score aktiv verbessern, bevor ich einen Antrag stelle?

Ja, in gewissem Rahmen. Bezahlen Sie offene Forderungen, die in der Schufa vermerkt sind — nach Begleichung verbessert sich Ihr Score schrittweise. Beantragen Sie die Löschung veralteter Einträge. Vermeiden Sie in den Wochen vor dem Antrag neue Vertragsanfragen. Und kündigen Sie nicht benötigte Kreditkarten oder Konten — zu viele offene Kreditlinien können den Score belasten. Realistische Erwartung: Eine spürbare Score-Verbesserung dauert mehrere Monate.

Ist ein Glasfaseranschluss mit negativer Schufa grundsätzlich ausgeschlossen?

Nicht grundsätzlich, aber die Hürden sind höher als bei Kabelinternet. Glasfaseranbieter müssen für den Anschluss oft eine Leitung verlegen oder aktivieren — das bedeutet Vorlaufkosten, die der Anbieter absichern möchte. In der Praxis werden Glasfaser-Anträge bei negativer Schufa häufiger abgelehnt als Kabel-Anträge. Falls Sie in einem Gebiet wohnen, das ausschließlich mit Glasfaser versorgt wird, lohnt sich ein Versuch — aber planen Sie einen Fallback ein.

Wie wirkt sich eine laufende Privatinsolvenz auf die Antragschancen aus?

Eine laufende Privatinsolvenz ist eines der stärksten Negativmerkmale in der Schufa und führt bei den meisten Anbietern zur automatischen Ablehnung. In dieser Situation sind Prepaid-Tarife oder LTE-Heimrouter-Tarife mit Prepaid-Option die realistischste Lösung. Nach Erteilung der Restschuldbefreiung verbessert sich die Situation schrittweise — der Insolvenz-Eintrag bleibt aber noch sechs Jahre in der Schufa gespeichert.

Kann ich bei einer Ablehnung Schadensersatz fordern?

Nein. Anbieter haben das Recht, Verträge abzulehnen, solange sie dabei nicht diskriminieren — etwa aufgrund von Herkunft, Religion oder Geschlecht. Eine Ablehnung aufgrund schlechter Bonität ist rechtlich zulässig und begründet keinen Schadensersatzanspruch. Was Sie tun können: Bei einer automatisierten Entscheidung nach Art. 22 DSGVO eine menschliche Überprüfung verlangen und bei fehlerhaften Schufa-Daten eine Korrektur einfordern.

Lohnt es sich, einen Tarif mit kürzerer Mindestlaufzeit zu wählen?

Ja, aus zwei Gründen. Erstens: Kürzere Laufzeiten bedeuten ein geringeres finanzielles Risiko für den Anbieter — das kann die Annahmechance erhöhen. Zweitens: Wenn sich Ihre Schufa-Situation verbessert, können Sie nach Ablauf der Mindestlaufzeit zu einem besseren Tarif wechseln. Monatlich kündbare Tarife sind zwar teurer pro Monat, bieten aber maximale Flexibilität. Tarife mit 12 Monaten Mindestlaufzeit sind oft ein guter Kompromiss zwischen Preis und Flexibilität.

Fachbegriffe kurz erklärt

Schufa-Score

Ein numerischer Wert, den die Schufa auf Basis Ihrer Zahlungshistorie und Kreditaktivitäten berechnet. Er gibt Anbietern eine Einschätzung Ihrer Kreditwürdigkeit. Ein hoher Score bedeutet geringes Ausfallrisiko, ein niedriger Score erhöht die Ablehnungswahrscheinlichkeit bei Vertragsanfragen.

Negativmerkmal

Ein konkreter negativer Eintrag in der Schufa-Akte, etwa ein Inkasso-Verfahren, ein Gerichtsurteil oder eine titulierte Forderung. Negativmerkmale wirken sich stärker auf die Kreditwürdigkeit aus als ein allgemein niedriger Score und führen häufiger zur automatischen Ablehnung.

SEPA-Lastschrift

Ein standardisiertes europäisches Zahlungsverfahren, bei dem der Gläubiger den fälligen Betrag automatisch vom Konto des Schuldners einzieht. Bei Internetverträgen für Kunden mit eingeschränkter Bonität ist SEPA-Lastschrift meist die einzige akzeptierte Zahlungsart.

Konditionsanfrage

Eine Schufa-Anfrage, die gestellt wird, um Konditionen für ein Angebot zu ermitteln. Im Gegensatz zur Vertragsanfrage ist sie für andere Anbieter nicht sichtbar und beeinflusst den Schufa-Score nicht negativ. Für Verbraucher empfiehlt es sich, explizit nach einer Konditionsanfrage zu fragen.

Basiskonto

Ein gesetzlich verankertes Girokonto, das Kreditinstitute in Deutschland jedem Verbraucher anbieten müssen — unabhängig von Bonität oder Schufa-Einträgen. Es ermöglicht grundlegende Bankgeschäfte wie Überweisungen und Lastschriften und ist Voraussetzung für einen SEPA-Lastschriftvertrag.

Titulierte Forderung

Eine Geldforderung, die durch ein Gerichtsurteil, einen Vollstreckungsbescheid oder einen notariellen Titel rechtskräftig festgestellt wurde. Titulierte Forderungen gehören zu den schwersten Negativmerkmalen in der Schufa und bleiben auch nach Begleichung drei Jahre gespeichert.

Bonitätsprüfung

Die Überprüfung der Kreditwürdigkeit eines Antragstellers durch den Anbieter, in der Regel über eine Anfrage bei der Schufa oder einem vergleichbaren Auskunftsdienst. Das Ergebnis fließt in die Entscheidung ein, ob ein Vertrag angeboten wird und zu welchen Konditionen.

Weitere Begriffe finden Sie in unserem DSL-Glossar.

Seit 2010
Empfehlungen aus Redaktionshand
5 Top-Anbieter
Telekom, Vodafone, 1&1, o2, PŸUR
Beste Deals
Vorverhandelt & redaktionell geprüft
Tägl. aktualisiert
Stets die neuesten Aktionen