Kabel-Internet
Schnelles Internet über den TV-Anschluss · Geschwindigkeit: 50 – 1.000 Mbit/s
Alle Kabel-Internet-Tarife im Überblick
14 Tarife von 3 Anbietern — nach Aktionspreis sortiert.
Kabel-Internet nutzt die vorhandene Infrastruktur des Kabelfernsehnetzes, um Breitband-Internet in Ihre Wohnung zu liefern. Was ursprünglich nur für TV-Signale gebaut wurde, transportiert heute Datenraten von bis zu 1.000 Mbit/s — und in ausgewählten Gebieten sogar darüber hinaus. Technisch basiert Kabel-Internet in Deutschland auf dem DOCSIS-Standard (Data Over Cable Service Interface Specification), der die Koaxialkabel-Infrastruktur für bidirektionale Datenkommunikation nutzbar macht.
Für wen ist Kabel-Internet geeignet? Vor allem für Haushalte in urbanen und suburbanen Gebieten, die über einen Kabelanschluss verfügen — typischerweise in Mehrfamilienhäusern, die historisch ans Kabelnetz angeschlossen wurden. Wer bereits Kabelfernsehen empfängt, hat in vielen Fällen die nötige Infrastruktur bereits im Haus. Kabel-Internet ist besonders attraktiv für Streaming-affine Haushalte, Gamer und Familien mit mehreren gleichzeitigen Nutzern, da die Downloadgeschwindigkeiten im Vergleich zu klassischem DSL deutlich höher ausfallen.
Auf dem deutschen Breitbandmarkt ist Kabel-Internet neben DSL und Glasfaser die dritte große Anschlussart. Vodafone (ehemals Unitymedia im Westen, Kabel Deutschland im Süden) und PŸUR (ehemals Tele Columbus, vor allem in Ostdeutschland und Berlin) sind die dominierenden Kabelnetzbetreiber. Zusammen erreichen sie laut Bundesnetzagentur rund 30 bis 35 Millionen Haushalte — das entspricht etwa 70 bis 75 Prozent aller deutschen Haushalte. Damit ist Kabel-Internet flächendeckender verfügbar als Glasfaser, aber weniger universell als DSL. Die Kombination aus hohen Geschwindigkeiten, stabiler Verbindung und vergleichsweise fairen Preisen macht Kabel-Internet 2025 zu einer ernstzunehmenden Alternative — sofern die Verfügbarkeit an Ihrer Adresse gegeben ist.
Ratgeber: Hintergründe und Schritt für Schritt
Wie funktioniert Kabel-Internet technisch?
Kabel-Internet überträgt Daten über Koaxialkabel — dieselben Kupferkabel, die ursprünglich für Kabelfernsehen verlegt wurden. Das Prinzip: Das Kabelnetz besteht aus einem hybriden Glasfaser-Koaxialkabel-Netz (HFC, Hybrid Fibre Coaxial). Glasfaser führt vom Rechenzentrum des Anbieters bis zu einem Knotenverteiler im Stadtteil oder Wohngebiet. Von dort übernimmt das Koaxialkabel die sogenannte letzte Meile bis in Ihre Wohnung.
Der entscheidende Standard heißt DOCSIS (Data Over Cable Service Interface Specification). In Deutschland ist derzeit DOCSIS 3.0 am weitesten verbreitet, das theoretische Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s ermöglicht. Der Nachfolger DOCSIS 3.1 erlaubt sogar bis zu 10 Gbit/s im Download und wird von Vodafone schrittweise ausgerollt. Das Kabelmodem in Ihrer Wohnung empfängt das Signal, wandelt es um und leitet es an Ihren Router weiter.
Ein wichtiger technischer Unterschied zu DSL: Beim Kabel teilen sich mehrere Haushalte im selben Netzabschnitt (Segment) die verfügbare Bandbreite. Das ist das sogenannte Shared-Medium-Prinzip. In der Praxis bedeutet das: Zu Stoßzeiten — abends zwischen 19 und 22 Uhr — kann die tatsächlich verfügbare Geschwindigkeit unter dem gebuchten Wert liegen, wenn viele Nachbarn gleichzeitig streamen oder downloaden. Moderne Netze mit DOCSIS 3.1 und gut ausgebauten Segmenten minimieren diesen Effekt erheblich.
Verfügbarkeit in Deutschland
Kabel-Internet ist nicht überall verfügbar — das ist der entscheidende Vorbehalt. Die Infrastruktur konzentriert sich auf Ballungsräume, Städte und Stadtrandgebiete. Ländliche Regionen sind häufig nicht oder nur teilweise ans Kabelnetz angeschlossen.
Vodafone betreibt mit Abstand das größte Kabelnetz in Deutschland und erreicht nach eigenen Angaben rund 24 Millionen Haushalte. PŸUR ist vor allem in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aktiv und versorgt mehrere Millionen Haushalte. Beide Anbieter haben ihre Netze in den vergangenen Jahren modernisiert und auf höhere DOCSIS-Standards aufgerüstet.
Ob Ihre Adresse versorgt wird, lässt sich schnell über die Verfügbarkeitsprüfung des jeweiligen Anbieters herausfinden. Wichtig: Nicht jedes Haus in einem versorgten Gebiet ist automatisch angeschlossen. Entscheidend ist, ob das Gebäude tatsächlich einen Hausanschluss ans Kabelnetz hat. In Mehrfamilienhäusern ist das häufig der Fall; in Einfamilienhäusern seltener.
Ein Sonderfall: Wohnen Sie zur Miete, kann es sein, dass Ihr Vermieter einen Sammelvertrag mit einem Kabelanbieter abgeschlossen hat. Seit dem Ende der Nebenkostenprivilegierung im Juli 2024 dürfen Vermieter die Kabelgebühren nicht mehr auf die Betriebskosten umlegen. Das bedeutet: Sie können frei entscheiden, ob Sie einen eigenen Kabelvertrag abschließen oder einen anderen Anbieter wählen.
Welche Anbieter nutzen Kabel-Internet?
In Deutschland gibt es zwei relevante Kabelnetzbetreiber, die Endkunden direkt beliefern:
Vodafone Kabel ist der mit Abstand größte Anbieter und in fast allen Bundesländern aktiv. Das Netz basiert auf der ehemaligen Kabel-Deutschland-Infrastruktur (Süd- und Westdeutschland) sowie dem ehemaligen Unitymedia-Netz (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg). Vodafone bietet Kabeltarife von 50 Mbit/s bis 1.000 Mbit/s an, in einigen Gebieten auch darüber.
PŸUR (gesprochen: „pure") ist der zweitgrößte Kabelanbieter und konzentriert sich auf Ostdeutschland sowie Berlin. Das Unternehmen ist aus Tele Columbus hervorgegangen und hat sein Netz in den vergangenen Jahren erheblich modernisiert. PŸUR bietet ebenfalls Tarife bis 1.000 Mbit/s an.
Daneben gibt es regionale Kabelnetzbetreiber wie Netcologne (Köln/Bonn-Region) oder wilhelm.tel (Hamburg-Norderstedt), die lokal begrenzt Kabel-Internet anbieten. Diese sind auf dslvertrag.de nicht gelistet, können aber je nach Wohnort eine Alternative sein.
Wichtig zu wissen: 1&1, Telekom und o2 bieten kein eigenes Kabel-Internet an. Diese Anbieter setzen auf DSL- oder Glasfaser-Infrastruktur. Wer Kabel-Internet möchte, muss direkt zu Vodafone oder PŸUR — oder zu einem regionalen Anbieter.
Geschwindigkeiten realistisch einschätzen
Die beworbenen Maximalgeschwindigkeiten sind Laborbedingungen — die Realität sieht manchmal anders aus. Hier eine ehrliche Einschätzung:
Kabel-Internet bietet im Download typischerweise 50, 100, 250, 500 oder 1.000 Mbit/s. Im Upload sind die Werte traditionell deutlich niedriger: Bei einem 250-Mbit/s-Tarif sind oft nur 25 Mbit/s im Upload enthalten, bei 1.000 Mbit/s im Download etwa 50 Mbit/s. Das ist ein strukturelles Merkmal von DOCSIS 3.0, das asymmetrisch ausgelegt ist.
DOCSIS 3.1 verbessert die Upload-Situation: Vodafone bietet in ausgebauten Gebieten bereits symmetrischere Tarife an, bei denen der Upload auf bis zu 100 Mbit/s steigt. Für die meisten Haushalte — Streaming, Surfen, Videocalls — reicht das aus. Wer jedoch regelmäßig große Dateien hochlädt, Cloud-Backups betreibt oder im Homeoffice mit Video-Konferenzen arbeitet, sollte den Upload-Wert genau prüfen.
Die tatsächlich gemessene Geschwindigkeit hängt von mehreren Faktoren ab: der Auslastung des Netzsegments, der Qualität der Hausverkabelung, dem verwendeten Router und der Qualität des Kabelmodemdems. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht regelmäßig Breitbandatlas-Daten, die zeigen, dass Kabel-Internet im Durchschnitt näher an den beworbenen Werten liegt als DSL — aber Abweichungen zu Stoßzeiten sind dokumentiert.
Hardware und Router-Anforderungen
Für Kabel-Internet benötigen Sie zwingend ein Kabelmodem oder eine Kabel-Router-Kombination. Ein herkömmlicher DSL-Router funktioniert nicht. Die meisten Kabelanbieter stellen Ihnen bei Vertragsabschluss eine Fritzbox oder ein eigenes Gerät zur Verfügung — entweder zur Miete (typisch: 5–10 Euro pro Monat) oder zum Kauf.
Empfehlenswert ist die Fritzbox 6660 Cable oder die neuere Fritzbox 6690 Cable von AVM. Beide unterstützen DOCSIS 3.1 und sind für Geschwindigkeiten bis 1.000 Mbit/s ausgelegt. Wer den Router kauft statt mietet, spart langfristig: Bei 7 Euro Mietgebühr pro Monat haben Sie nach zwei Jahren bereits 168 Euro ausgegeben — ein guter Kabel-Router kostet einmalig 150–250 Euro.
Die Hausverkabelung spielt ebenfalls eine Rolle. Ältere Koaxialkabel in Mehrfamilienhäusern können die Signalqualität beeinträchtigen. Wenn Sie dauerhaft niedrigere Geschwindigkeiten als gebucht messen, lohnt sich ein Anruf beim Anbieter — oft liegt das Problem an veralteten Verstärkern oder Kabeln im Haus, für deren Wartung der Netzbetreiber zuständig ist.
Vor- und Nachteile gegenüber DSL und Glasfaser
Vorteile von Kabel-Internet: Die Downloadgeschwindigkeiten übertreffen klassisches DSL deutlich. Während VDSL2 in der Praxis oft bei 50–100 Mbit/s endet, liefert Kabel zuverlässig 250 oder 500 Mbit/s. Die Preise sind im Vergleich zu Glasfaser-Tarifen gleicher Geschwindigkeit häufig günstiger. Die Infrastruktur ist in Städten gut ausgebaut und in vielen Mehrfamilienhäusern bereits vorhanden — kein aufwendiger Neuanschluss nötig.
Nachteile von Kabel-Internet: Das Shared-Medium-Prinzip kann zu Geschwindigkeitsschwankungen führen. Der Upload ist strukturell schwächer als bei Glasfaser. Die Verfügbarkeit ist regional begrenzt — ländliche Gebiete sind oft nicht versorgt. Außerdem haben Sie als Endkunde weniger Anbieterauswahl: In den meisten Gebieten gibt es nur einen Kabelnetzbetreiber.
Gegenüber Glasfaser ist Kabel-Internet technisch im Nachteil: Glasfaser bietet symmetrische Geschwindigkeiten, keine Shared-Medium-Problematik und ist zukunftssicherer. Allerdings ist Glasfaser in Deutschland 2025 noch längst nicht flächendeckend verfügbar — der Ausbau schreitet voran, aber langsam. Kabel-Internet ist damit oft die beste verfügbare Option zwischen DSL und dem noch nicht ausgebauten Glasfaser.
Typische Vertragslaufzeiten
Kabel-Internet-Verträge folgen denselben gesetzlichen Regeln wie alle anderen Telekommunikationsverträge in Deutschland. Seit dem reformierten Telekommunikationsgesetz (TKG 2021) gilt: Verträge dürfen maximal 24 Monate Mindestlaufzeit haben. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit verlängern sich Verträge nicht mehr automatisch um ein weiteres Jahr, sondern laufen auf unbestimmte Zeit weiter — mit einer Kündigungsfrist von einem Monat.
In der Praxis bieten Vodafone und PŸUR sowohl 24-Monats-Verträge als auch monatlich kündbare Tarife an. Die monatlich kündbaren Tarife sind in der Regel teurer — oft 5–15 Euro pro Monat mehr. Wer plant, längerfristig zu bleiben, fährt mit einem 24-Monats-Vertrag günstiger.
Achtung bei Umzug: Kabel-Internet ist standortgebunden. Wenn Sie umziehen und am neuen Wohnort kein Kabelnetz verfügbar ist, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Das ist gesetzlich verankert und sollte vom Anbieter anerkannt werden — bestehen Sie im Zweifelsfall schriftlich darauf.
Häufige Probleme bei Kabel-Internet
Geschwindigkeitseinbrüche zu Stoßzeiten: Das klassische Kabel-Problem. Wenn abends viele Haushalte im selben Netzsegment gleichzeitig streamen, sinkt die verfügbare Bandbreite. Lösung: Beim Anbieter melden und auf Netzsegmentierung oder Ausbau drängen. Langfristig löst DOCSIS 3.1 dieses Problem durch höhere Kapazitäten.
Signalstörungen durch schlechte Verkabelung: Veraltete Koaxialkabel, defekte Verstärker oder schlechte Steckverbindungen im Haus können die Verbindungsqualität beeinträchtigen. Symptome: häufige Verbindungsabbrüche, schwankende Geschwindigkeit. Zuständig für die Behebung ist der Netzbetreiber, nicht Sie als Mieter.
Router-Probleme: Ein veraltetes oder überlastetes Kabelmodem kann zum Flaschenhals werden. Wenn Ihr Anbieter Ihnen ein älteres Gerät gestellt hat, lohnt sich die Anfrage nach einem neueren Modell — oder der Kauf eines eigenen DOCSIS-3.1-Routers.
Probleme nach dem Ende der Nebenkostenprivilegierung: Seit Juli 2024 müssen Mieter eigene Kabelverträge abschließen. In der Übergangsphase gab es vereinzelt Probleme mit der Aktivierung. Falls Ihr Anschluss nach dem Wechsel nicht funktioniert, hilft eine Störungsmeldung beim Anbieter — und im Notfall die Bundesnetzagentur als Schlichtungsstelle.
Zukunftssicherheit von Kabel-Internet
Kabel-Internet ist kein Auslaufmodell — aber es steht unter Druck. Die Branche investiert massiv in DOCSIS 3.1 und den kommenden Standard DOCSIS 4.0, der symmetrische Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s ermöglichen soll. Vodafone hat angekündigt, sein Kabelnetz schrittweise auf diese Standards aufzurüsten.
Gleichzeitig treibt die Bundesregierung den Glasfaserausbau voran. Langfristig — auf Sicht von 10 bis 15 Jahren — wird Glasfaser (FTTH) die dominante Technologie sein. Kabel-Internet wird aber noch viele Jahre eine relevante Alternative bleiben, insbesondere in Gebieten, in denen der Glasfaserausbau noch aussteht.
Für Ihre persönliche Entscheidung bedeutet das: Wenn an Ihrer Adresse Kabel-Internet verfügbar ist und Glasfaser noch nicht, ist Kabel eine sinnvolle Wahl für die nächsten zwei bis vier Jahre. Ein 24-Monats-Vertrag bindet Sie nicht übermäßig lange — und wenn in der Zwischenzeit Glasfaser verfügbar wird, können Sie nach Ablauf der Mindestlaufzeit wechseln.
Kabel-Internet im Mehrfamilienhaus: Was Mieter wissen müssen
Für Mieter in Mehrfamilienhäusern gelten beim Kabel-Internet besondere Rahmenbedingungen, die sich seit der Abschaffung des Nebenkostenprivilegs im Juli 2024 grundlegend verändert haben. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten Vermieter die Kosten für einen Sammelvertrag mit dem Kabelnetzbetreiber über die Nebenkosten auf alle Mieter umlegen – unabhängig davon, ob diese das Angebot nutzten oder nicht. Seit dem 1. Juli 2024 ist diese Praxis nicht mehr zulässig.
Das bedeutet für Sie als Mieter: Sie schließen Ihren Kabel-Internet-Vertrag nun direkt mit dem Anbieter ab und zahlen ausschließlich für das, was Sie selbst nutzen. Der Vorteil liegt auf der Hand – Sie sind nicht mehr an einen vom Vermieter ausgewählten Anbieter gebunden und können frei zwischen verschiedenen Tarifen wählen, sofern das Kabelnetz in Ihrem Gebäude vorhanden ist.
Praktisch wichtig ist dabei die Frage der Hausverkabelung. In vielen Mehrfamilienhäusern verlaufen die Koaxialkabel vom Hausübergabepunkt bis in die einzelnen Wohnungen über eine Gemeinschaftsanlage. Ob diese Anlage für moderne DOCSIS-3.1-Signale geeignet ist und ob der Hausanschluss ausreichend dimensioniert wurde, liegt in der Verantwortung des Eigentümers. Bei älteren Anlagen kann es vorkommen, dass die maximalen Geschwindigkeiten nicht vollständig in der Wohnung ankommen. Im Zweifelsfall lohnt sich eine Rückfrage beim Vermieter oder direkt beim Kabelanbieter, der in der Regel eine kostenlose Vorab-Prüfung anbietet.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Leitungsführung innerhalb der Wohnung. Wenn Sie einen eigenen Router anschließen möchten, benötigen Sie eine zugängliche Kabeldose (F-Buchse). In manchen Wohnungen ist diese hinter Verkleidungen verbaut oder fehlt ganz. Auch hier gilt: Der Anbieter kann bei der Installation helfen, in manchen Fällen fallen jedoch einmalige Installationskosten an. Klären Sie dies vor Vertragsabschluss, um unerwartete Kosten zu vermeiden.
Kabel-Internet und Datenschutz: Was Anbieter über Sie wissen
Beim Thema Datenschutz unterscheidet sich Kabel-Internet strukturell kaum von anderen Breitbandtechnologien – dennoch gibt es einige spezifische Punkte, über die Sie als Kabelkunde informiert sein sollten. Da Kabelnetze als geteilte Infrastruktur konzipiert sind, teilen sich mehrere Haushalte physisch dasselbe Netzsegment. Der Datenverkehr der einzelnen Nutzer ist dabei durch Verschlüsselung auf DOCSIS-Ebene voneinander getrennt, sodass Nachbarn grundsätzlich keinen Zugriff auf Ihre Daten haben.
Die Anbieter selbst erheben im Rahmen des Vertragsverhältnisses Verbindungsdaten, also wann Sie online waren, wie viel Datenvolumen Sie übertragen haben und welche IP-Adresse Ihnen zugewiesen wurde. Diese Daten werden in Deutschland nach den Vorgaben der DSGVO und des Telekommunikationsgesetzes (TKG) behandelt. Eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung ist in Deutschland derzeit nicht rechtswirksam umgesetzt, obwohl die politische Diskussion darüber weitergeht.
Besonders relevant ist die Frage der dynamischen versus statischen IP-Adresse. Die meisten Kabelanbieter vergeben dynamische IPv4-Adressen, die sich bei jeder Neueinwahl oder nach einem bestimmten Zeitraum ändern. Für den Datenschutz ist das tendenziell vorteilhaft, da eine kontinuierliche Rückverfolgung erschwert wird. Wer jedoch einen Heimserver betreiben oder dauerhaft von außen auf sein Heimnetzwerk zugreifen möchte, benötigt entweder eine statische IP (kostenpflichtig) oder einen dynamischen DNS-Dienst.
IPv6 ist bei den meisten Kabelanbietern mittlerweile Standard. Da IPv6-Adressen häufig gerätegebunden vergeben werden, kann dies unter Umständen eine längerfristige Zuordnung ermöglichen. Wer hier besonders sensibel ist, sollte die IPv6-Privacy-Extensions im Router aktivieren, was bei modernen Geräten in der Regel standardmäßig der Fall ist.
Kabel-Internet kündigen und wechseln: So gehen Sie vor
Ein Anbieterwechsel beim Kabel-Internet ist in vielen Fällen einfacher als befürchtet – setzt aber voraus, dass Sie die wichtigsten Fristen und Abläufe kennen. Grundsätzlich gilt: Kabelverträge mit 24-monatiger Laufzeit können mit einer Frist von einem Monat zum Vertragsende gekündigt werden. Verpassen Sie diesen Termin, verlängert sich der Vertrag in der Regel um weitere zwölf Monate, kann dann aber monatlich gekündigt werden.
Seit dem Telekommunikationsmodernisierungsgesetz (TKMoG), das 2021 in Kraft trat, haben Verbraucher zusätzliche Rechte beim Wechsel. Erhöht Ihr Anbieter einseitig den Preis, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht – und zwar innerhalb von drei Monaten nach Bekanntgabe der Preiserhöhung, mit einer Frist von einem Monat. Dieses Recht gilt auch dann, wenn die Erhöhung formal im Rahmen einer Anpassungsklausel erfolgt.
Für den eigentlichen Wechselprozess empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Prüfen Sie zunächst, welche Anbieter in Ihrer Adresse verfügbar sind. Da Kabelnetze regional unterschiedlich ausgebaut sind, ist die Auswahl oft auf einen oder zwei Hauptanbieter beschränkt. Haben Sie einen neuen Tarif gefunden, können Sie den alten Vertrag kündigen und den neuen abschließen. Eine Portierung der Rufnummer – falls Sie über Kabel auch telefonieren – ist gesetzlich vorgeschrieben und muss vom neuen Anbieter koordiniert werden.
Beachten Sie: Wechseln Sie innerhalb desselben Kabelnetzes (zum Beispiel von einem Reseller zu Vodafone), ist kein Techniker-Termin nötig. Wechseln Sie hingegen auf eine andere Technologie wie DSL oder Glasfaser, muss der neue Anschluss separat eingerichtet werden. Planen Sie in diesem Fall einen Übergangszeitraum ein, um eine Unterbrechung der Internetverbindung zu vermeiden.
Kabel-Internet für Selbstständige und Homeoffice: Worauf Sie achten sollten
Wer dauerhaft im Homeoffice arbeitet oder als Selbstständiger auf eine stabile Internetverbindung angewiesen ist, stellt andere Anforderungen an seinen Kabelanschluss als ein reiner Privatnutzer. Kabel-Internet ist grundsätzlich für Homeoffice-Szenarien geeignet, hat jedoch einige Eigenheiten, die Sie kennen sollten.
Der wichtigste Faktor ist die Upload-Geschwindigkeit. Videokonferenzen, das Hochladen großer Dateien in die Cloud oder die Nutzung von VoIP-Telefonie erfordern ausreichend Upload-Kapazität. Aktuelle DOCSIS-3.1-Tarife bieten Upload-Raten von 50 bis 100 Mbit/s, was für die meisten Homeoffice-Anwendungen ausreicht. Wer jedoch regelmäßig sehr große Datenmengen hochlädt oder mehrere Videokonferenzen gleichzeitig führt, sollte prüfen, ob ein symmetrischer Glasfaseranschluss nicht die bessere Wahl wäre.
Ein weiterer Aspekt ist die Verbindungsstabilität. Kabelnetze sind geteilte Medien, was bedeutet, dass die tatsächliche Bandbreite zu Stoßzeiten variieren kann. Für gelegentliche Homeoffice-Tage ist das in der Praxis selten ein Problem. Wer jedoch auf eine garantierte Mindestbandbreite angewiesen ist, sollte einen Geschäftskundenvertrag in Betracht ziehen. Diese sind teurer, bieten aber in der Regel Service-Level-Agreements (SLAs) mit definierten Reaktionszeiten bei Störungen.
Selbstständige sollten zudem prüfen, ob sie die Kosten für den Internetanschluss steuerlich geltend machen können. Wird der Anschluss ausschließlich oder überwiegend beruflich genutzt, ist eine anteilige oder vollständige Absetzbarkeit als Betriebsausgabe möglich. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Steuerberater, da die genaue Aufteilung von der individuellen Nutzungssituation abhängt. Ein separater Geschäftsanschluss vereinfacht die steuerliche Zuordnung erheblich.
Checkliste vor dem Abschluss
Bevor Sie sich entscheiden, empfehlen wir die folgenden Punkte zu prüfen — dauert in der Regel 5–10 Minuten.
- Verfügbarkeit prüfen: Geben Sie Ihre genaue Adresse in den Verfügbarkeitscheck von Vodafone und PŸUR ein — nicht nur die Postleitzahl, sondern Straße und Hausnummer.
- Hausanschluss bestätigen: Fragen Sie Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung, ob das Gebäude tatsächlich einen aktiven Kabelanschluss hat.
- Mietverhältnis klären: Seit Juli 2024 gilt die neue Regelung zur Nebenkostenprivilegierung — prüfen Sie, ob Ihr Vermieter noch einen Sammelvertrag hat und was das für Sie bedeutet.
- Geschwindigkeitsbedarf ermitteln: Wie viele Personen nutzen das Internet gleichzeitig? Für 4 Personen mit Streaming und Homeoffice empfehlen sich mindestens 250 Mbit/s.
- Upload-Bedarf beachten: Arbeiten Sie regelmäßig im Homeoffice mit Videokonferenzen oder laden Sie große Dateien hoch? Dann prüfen Sie den Upload-Wert des Tarifs genau.
- Router-Situation klären: Benötigen Sie ein neues Kabelmodem? Kalkulieren Sie Kauf (einmalig 150–250 Euro) gegen Miete (5–10 Euro/Monat) — langfristig ist Kauf günstiger.
- Vertragslaufzeit abwägen: 24-Monats-Vertrag spart monatlich 5–15 Euro gegenüber monatlich kündbaren Tarifen — sinnvoll, wenn Sie nicht bald umziehen.
- Glasfaser-Verfügbarkeit prüfen: Ist an Ihrer Adresse Glasfaser bereits verfügbar oder in den nächsten 12 Monaten geplant? Dann könnte Glasfaser die bessere Wahl sein.
- Stoßzeiten-Verhalten recherchieren: Lesen Sie aktuelle Erfahrungsberichte für Ihren Wohnort — Foren wie DSLforum.de geben Hinweise auf die Netzqualität in Ihrem Segment.
- Sonderkündigungsrecht bei Umzug bedenken: Wenn Sie in absehbarer Zeit umziehen könnten, ist ein monatlich kündbarer Tarif oder ein Vertrag mit klarer Umzugsregelung sinnvoll.
- Kombi-Angebote prüfen: Viele Kabelanbieter bieten Bundles aus Internet, Telefon und TV an — rechnen Sie nach, ob das Bundle günstiger ist als Einzelverträge.
- Aktuelle Aktionspreise kritisch bewerten: Viele Tarife haben einen günstigeren Aktionspreis in den ersten 6–12 Monaten. Prüfen Sie den regulären Preis nach der Aktionsphase.
Alternativen und Abgrenzung
Kabel-Internet im Vergleich: DSL, Kabel und Glasfaser
Drei Technologien prägen den deutschen Breitbandmarkt 2025: DSL, Kabel und Glasfaser. Jede hat ihre Stärken und Schwächen — und die richtige Wahl hängt stark von Ihrer Adresse, Ihrem Nutzungsverhalten und Ihrem Budget ab.
Kabel-Internet vs. DSL
DSL ist die älteste und am weitesten verbreitete Technologie. Sie nutzt die Kupferleitungen des Telefonnetzes und ist in Deutschland nahezu flächendeckend verfügbar — auch auf dem Land. Der entscheidende Nachteil: Die Geschwindigkeit hängt stark von der Entfernung zur nächsten Vermittlungsstelle ab. VDSL2 liefert in günstigen Fällen 100 Mbit/s, in vielen Haushalten aber nur 50 oder weniger. Vectoring verbessert die Situation, stößt aber physikalisch an Grenzen.
Kabel-Internet übertrifft DSL beim Download deutlich: 250 oder 500 Mbit/s sind im Kabelnetz Standard, während DSL in vielen Gebieten bei 50–100 Mbit/s stagniert. Beim Preis liegen beide Technologien in ähnlichen Bereichen — ein 100-Mbit/s-Kabeltarif kostet in etwa so viel wie ein vergleichbarer DSL-Tarif. Für Haushalte, die mehr Bandbreite benötigen, ist Kabel also das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Vorteil von DSL: Verfügbarkeit. Wer auf dem Land wohnt oder in einem Gebäude ohne Kabelanschluss, hat oft keine Wahl. DSL ist außerdem stabiler bei der Upload-Geschwindigkeit im Verhältnis zum Download — VDSL2 bietet typischerweise 40 Mbit/s Upload bei 100 Mbit/s Download, was symmetrischer ist als Kabel.
Kabel-Internet vs. Glasfaser
Glasfaser (FTTH — Fibre to the Home) ist die überlegene Technologie: symmetrische Geschwindigkeiten von 200 Mbit/s bis 2.000 Mbit/s, keine Shared-Medium-Problematik, maximale Zukunftssicherheit. Glasfaser überträgt Lichtpulse statt elektrischer Signale — das bedeutet keine Signaldämpfung über Distanz und keine Störanfälligkeit durch elektromagnetische Einflüsse.
Wo liegt der Nachteil? Verfügbarkeit und Preis. Glasfaser ist in Deutschland 2025 noch nicht flächendeckend ausgebaut. Die Telekom, 1&1, o2 und regionale Anbieter bauen zwar massiv aus, aber der Ausbaugrad liegt je nach Quelle bei 30–40 Prozent der Haushalte — mit großen regionalen Unterschieden. Glasfaser-Tarife sind zudem häufig teurer als vergleichbare Kabel-Tarife: Ein 500-Mbit/s-Glasfasertarif kostet oft 5–15 Euro mehr pro Monat als ein ähnlich schneller Kabeltarif.
Für Haushalte, die die Wahl haben: Glasfaser ist langfristig die bessere Investition. Für alle anderen ist Kabel-Internet die nächstbeste Option — deutlich besser als DSL, günstiger als Glasfaser und in Städten gut verfügbar.
Übersicht der Kerndaten im Vergleich
Download-Geschwindigkeit: DSL bis 250 Mbit/s (in der Praxis oft 50–100 Mbit/s), Kabel bis 1.000 Mbit/s (realistisch 250–500 Mbit/s), Glasfaser bis 2.000 Mbit/s (symmetrisch).
Upload-Geschwindigkeit: DSL 10–40 Mbit/s, Kabel 25–100 Mbit/s, Glasfaser 200–2.000 Mbit/s.
Verfügbarkeit: DSL ca. 98 % der Haushalte, Kabel ca. 70–75 %, Glasfaser ca. 30–40 %.
Preis (Einstiegstarif): DSL ab ca. 20 Euro/Monat, Kabel ab ca. 20 Euro/Monat, Glasfaser ab ca. 25 Euro/Monat.
Stabilität: DSL gut, Kabel gut bis sehr gut (abhängig von Segmentauslastung), Glasfaser sehr gut.
Zukunftssicherheit: DSL mittel, Kabel gut (DOCSIS 3.1/4.0), Glasfaser sehr hoch.
Redaktioneller Tipp der dslvertrag.de-Redaktion: Kabel-Internet ist 2025 für viele Haushalte in deutschen Städten die pragmatisch beste Wahl — nicht weil es technisch unschlagbar wäre, sondern weil es das beste verfügbare Angebot ist, solange Glasfaser noch nicht ausgebaut ist. Unser konkreter Rat: Prüfen Sie zuerst, ob an Ihrer Adresse Glasfaser bereits verfügbar ist oder in den nächsten 12 Monaten kommt. Wenn ja, lohnt sich das Warten oder der direkte Glasfaser-Abschluss. Wenn nein, schließen Sie ruhig einen 24-Monats-Kabelvertrag ab — die Ersparnis gegenüber einem monatlich kündbaren Tarif ist real, und zwei Jahre sind kein übermäßig langer Zeitraum.
Beim Tarif selbst: Wählen Sie nicht den günstigsten Einsteigertarif mit 50 Mbit/s, wenn Sie einen 3- oder 4-Personen-Haushalt haben. Der Aufpreis für 250 Mbit/s beträgt oft nur 5–8 Euro pro Monat — und das spüren Sie im Alltag, wenn mehrere Personen gleichzeitig streamen, spielen oder im Homeoffice arbeiten. Kaufen Sie außerdem lieber einen eigenen Router, als dauerhaft Miete zu zahlen: Eine Fritzbox 6660 Cable amortisiert sich nach etwa zwei Jahren — und danach sparen Sie jeden Monat.
Häufige Fragen
Was ist Kabel-Internet und wie unterscheidet es sich von DSL?
Kabel-Internet nutzt das Koaxialkabel-Netz, das ursprünglich für Kabelfernsehen gebaut wurde. DSL hingegen nutzt die Kupferleitungen des Telefonnetzes. Der praktische Unterschied: Kabel-Internet liefert in der Regel deutlich höhere Downloadgeschwindigkeiten als DSL — bis zu 1.000 Mbit/s gegenüber typischerweise 50–100 Mbit/s bei VDSL2. Dafür ist Kabel nicht überall verfügbar und teilt die Bandbreite mit Nachbarn im selben Netzsegment.
Brauche ich für Kabel-Internet einen speziellen Router?
Ja. Ein herkömmlicher DSL-Router funktioniert nicht für Kabel-Internet. Sie benötigen ein Kabelmodem oder eine Kabel-Router-Kombination, die den DOCSIS-Standard unterstützt. Empfehlenswert sind Geräte mit DOCSIS 3.1, zum Beispiel die Fritzbox 6660 Cable oder 6690 Cable. Ihr Anbieter stellt in der Regel ein Gerät zur Verfügung — entweder zur Miete oder zum Kauf.
Welche Anbieter bieten Kabel-Internet in Deutschland an?
Die zwei großen Kabelnetzbetreiber in Deutschland sind Vodafone (bundesweit, außer Teilen Ostdeutschlands) und PŸUR (vor allem Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen). Daneben gibt es regionale Anbieter wie Netcologne oder wilhelm.tel. Telekom, 1&1 und o2 bieten kein eigenes Kabel-Internet an.
Wie viele Haushalte in Deutschland können Kabel-Internet nutzen?
Laut Bundesnetzagentur sind rund 70 bis 75 Prozent der deutschen Haushalte mit Kabel-Internet versorgbar — das entspricht etwa 30 bis 35 Millionen Haushalten. Die Versorgung konzentriert sich auf Städte und Ballungsräume; ländliche Gebiete sind häufig nicht angeschlossen.
Warum ist der Upload bei Kabel-Internet so viel langsamer als der Download?
Das liegt am DOCSIS-3.0-Standard, der asymmetrisch ausgelegt ist: Er reserviert mehr Frequenzkanäle für den Download als für den Upload. Bei einem 500-Mbit/s-Tarif sind im Upload oft nur 25–50 Mbit/s verfügbar. DOCSIS 3.1 verbessert das Upload-Verhältnis, ist aber noch nicht überall ausgebaut. Für die meisten Haushalte reicht der Upload aus — wer viel hochlädt, sollte die Werte vor Vertragsabschluss prüfen.
Kann ich Kabel-Internet auch in einem Einfamilienhaus nutzen?
Ja, wenn das Haus ans Kabelnetz angeschlossen ist. Das ist bei Einfamilienhäusern seltener der Fall als bei Mehrfamilienhäusern. Eine Verfügbarkeitsprüfung beim Anbieter gibt Klarheit. Falls kein Anschluss vorhanden ist, wäre ein Neuanschluss theoretisch möglich, aber aufwendig und nicht immer vom Anbieter angeboten.
Was passiert mit meinem Kabelvertrag, wenn ich umziehe?
Wenn am neuen Wohnort kein Kabelnetz verfügbar ist, haben Sie ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Das TKG 2021 regelt, dass Sie den Vertrag in diesem Fall außerordentlich kündigen können. Informieren Sie Ihren Anbieter schriftlich über den Umzug und die fehlende Verfügbarkeit — und bestehen Sie auf Bestätigung des Sonderkündigungsrechts.
Warum ist meine Kabel-Internet-Verbindung abends langsamer?
Das ist das sogenannte Shared-Medium-Problem: Alle Haushalte in Ihrem Netzsegment teilen sich die verfügbare Bandbreite. Abends zwischen 19 und 22 Uhr ist die Nutzung am höchsten, was zu Geschwindigkeitseinbrüchen führen kann. Melden Sie das Problem Ihrem Anbieter — er kann das Segment neu aufteilen oder die Kapazität erhöhen. DOCSIS 3.1 reduziert dieses Problem durch höhere Gesamtkapazitäten.
Was hat sich durch das Ende der Nebenkostenprivilegierung geändert?
Bis Juli 2024 durften Vermieter die Kosten für einen Sammelkabelvertrag auf die Betriebskosten umlegen — Mieter zahlten also automatisch für Kabelfernsehen mit. Seit Juli 2024 ist das nicht mehr erlaubt. Mieter können nun frei entscheiden, ob sie einen eigenen Kabelvertrag abschließen oder einen anderen Anbieter wählen. Das bedeutet mehr Wahlfreiheit, aber auch: Sie müssen sich aktiv um einen Internetvertrag kümmern.
Ist Kabel-Internet besser als Glasfaser?
Technisch gesehen ist Glasfaser überlegen: symmetrische Geschwindigkeiten, keine Shared-Medium-Problematik, maximale Zukunftssicherheit. Kabel-Internet ist jedoch in vielen Gebieten verfügbar, in denen Glasfaser noch nicht ausgebaut ist. Wenn Sie die Wahl haben, empfehlen wir Glasfaser. Wenn nicht, ist Kabel-Internet die nächstbeste Option — deutlich besser als DSL in puncto Geschwindigkeit.
Wie lange sind Kabel-Internet-Verträge typischerweise?
Die maximale Mindestlaufzeit beträgt laut TKG 2021 24 Monate. Nach Ablauf läuft der Vertrag auf unbestimmte Zeit weiter und ist mit einem Monat Frist kündbar. Viele Anbieter bieten auch monatlich kündbare Tarife an, die aber in der Regel 5–15 Euro pro Monat teurer sind.
Kann ich mit Kabel-Internet auch telefonieren?
Ja. Alle großen Kabelanbieter bieten Telefonie über das Kabelnetz an — entweder als VoIP-Lösung über den Router oder als separaten Telefonanschluss. Viele Tarife beinhalten eine Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz. Mobilfunk-Flatrates sind in der Regel nicht enthalten.
Was kostet Kabel-Internet im Durchschnitt?
Einstiegstarife beginnen bei etwa 20 Euro pro Monat für 50–100 Mbit/s. Mittlere Tarife mit 250–500 Mbit/s kosten typischerweise 30–40 Euro pro Monat. Gigabit-Tarife mit 1.000 Mbit/s liegen bei 40–55 Euro pro Monat. Achtung: Viele Anbieter haben Aktionspreise für die ersten 6–12 Monate — prüfen Sie den regulären Preis danach.
Welche Geschwindigkeit brauche ich für Netflix, Gaming und Homeoffice?
Für einen 4K-Stream benötigt Netflix etwa 25 Mbit/s. Online-Gaming braucht keine hohe Bandbreite, aber eine niedrige Latenz (Ping unter 30 ms — Kabel-Internet leistet das gut). Für Homeoffice mit Videokonferenzen empfehlen sich mindestens 25 Mbit/s Upload. Ein 4-Personen-Haushalt mit gemischter Nutzung ist mit 250 Mbit/s gut bedient.
Wie schnell ist Kabel-Internet im Vergleich zu mobilem Internet (5G)?
5G kann in der Theorie sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen, ist aber in der Praxis stark von der Netzauslastung und dem Standort abhängig. Kabel-Internet bietet in der Regel stabilere und zuverlässigere Verbindungen als mobiles Internet — besonders für dauerhaftes Homeoffice oder Streaming. 5G-Heiminternet (über Router mit SIM-Karte) ist eine Alternative, wo kein Kabel verfügbar ist, aber nicht gleichwertig zu einem Festnetzanschluss.
Kann ich meinen eigenen Router bei Kabel-Internet verwenden?
Ja, das ist gesetzlich erlaubt (Routerfreiheit seit 2016). Sie können ein eigenes Kabelmodem oder eine eigene Kabel-Router-Kombination verwenden, die DOCSIS 3.0 oder 3.1 unterstützt. Achten Sie darauf, dass das Gerät mit dem Netz Ihres Anbieters kompatibel ist — eine Liste freigegebener Geräte finden Sie auf der Website des Anbieters.
Kann ich Kabel-Internet mit einem anderen Internetzugang kombinieren oder als Backup nutzen?
Ja, das ist technisch möglich und für Nutzer mit hohem Stabilitätsbedarf durchaus sinnvoll. Viele moderne Router wie die FRITZ!Box unterstützen sogenanntes Dual-WAN oder Load-Balancing, bei dem zwei Internetanschlüsse gleichzeitig aktiv sind. Eine gängige Kombination ist Kabel-Internet als Hauptanschluss und ein LTE- oder 5G-Router als Backup. Fällt der Kabelanschluss aus, übernimmt der mobile Anschluss automatisch. Beachten Sie, dass Sie für beide Anschlüsse separate Verträge benötigen und die Gesamtkosten entsprechend steigen. Für Privatnutzer ist diese Lösung eher unüblich, für Selbstständige oder kleine Unternehmen jedoch eine sinnvolle Absicherung.
Was bedeutet DOCSIS und welche Version ist aktuell relevant?
DOCSIS steht für Data Over Cable Service Interface Specification und ist der technische Standard, der festlegt, wie Daten über Koaxialkabel übertragen werden. Aktuell ist DOCSIS 3.1 der verbreitete Standard in deutschen Kabelnetzen und ermöglicht Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s sowie Uploads von bis zu 100 Mbit/s. Der Nachfolgestandard DOCSIS 3.1 Full Duplex (FDX) und DOCSIS 4.0 sind in der Entwicklung und sollen symmetrische Geschwindigkeiten von mehreren Gbit/s ermöglichen. Für Sie als Endkunde ist relevant, ob Ihr Kabelmodem oder Router DOCSIS 3.1 unterstützt – ältere Geräte mit DOCSIS 3.0 sind für aktuelle Hochgeschwindigkeitstarifen nicht geeignet.
Wie funktioniert die Entstörung bei Kabel-Internet und wie lange dauert sie?
Bei einer Störung Ihres Kabel-Internetanschlusses sollten Sie zunächst Router und Kabelmodem neu starten und prüfen, ob eine bekannte Netzstörung in Ihrer Region vorliegt – die meisten Anbieter informieren darüber auf ihrer Website oder per App. Liegt keine allgemeine Störung vor, wenden Sie sich an den Kundenservice. Dieser kann in vielen Fällen eine Ferndiagnose durchführen und das Modem aus der Ferne neu konfigurieren. Ist ein Techniker-Einsatz nötig, beträgt die Wartezeit je nach Anbieter und Region zwischen einem und fünf Werktagen. Privatkundenverträge enthalten in der Regel keine garantierten Entstörungszeiten; wer kürzere Reaktionszeiten benötigt, sollte einen Geschäftskundenvertrag prüfen.
Kann ich bei Kabel-Internet eine feste IP-Adresse bekommen?
Ja, die meisten Kabelanbieter bieten feste IPv4-Adressen als kostenpflichtige Option an, typischerweise für einen Aufpreis von zwei bis fünf Euro pro Monat. Eine statische IP ist sinnvoll, wenn Sie einen Heimserver betreiben, dauerhaft per VPN auf Ihr Netzwerk zugreifen oder bestimmte Dienste von außen erreichbar machen möchten. Für die meisten Privatnutzer ist eine statische IP jedoch nicht notwendig. IPv6-Adressen werden von vielen Anbietern bereits standardmäßig vergeben, sind aber ebenfalls oft dynamisch. Prüfen Sie das Angebot Ihres Wunschanbieters gezielt, da die Verfügbarkeit und die Kosten für statische IPs variieren.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kabelmodem und einem Kabelrouter?
Ein Kabelmodem wandelt das Signal aus dem Koaxialkabel in ein Ethernet-Signal um, das ein angeschlossenes Gerät nutzen kann. Es stellt jedoch selbst kein WLAN bereit und verwaltet kein lokales Netzwerk. Ein Kabelrouter kombiniert Modem und Router in einem Gerät: Er stellt die Verbindung zum Kabelnetz her und verteilt das Internet gleichzeitig per WLAN und LAN im Heimnetzwerk. Die meisten Anbieter stellen ein kombiniertes Gerät zur Verfügung. Wer einen eigenen Router bevorzugt, kann das Anbietergerät in den Bridge-Modus versetzen und seinen eigenen Router dahinterschalten – so vermeidet man ein Double-NAT und hat mehr Kontrolle über die Netzwerkkonfiguration.
Gibt es bei Kabel-Internet ein Datenvolumen-Limit?
In Deutschland bieten die großen Kabelanbieter wie Vodafone und PŸUR ihre Heimtarife grundsätzlich mit unbegrenztem Datenvolumen an. Es gibt kein monatliches Datenlimit, nach dem die Geschwindigkeit gedrosselt wird – anders als bei vielen Mobilfunktarifen. Allerdings behalten sich Anbieter in ihren AGB das Recht vor, bei außergewöhnlich hohem Datenverbrauch, der andere Nutzer im Netz beeinträchtigt, einzugreifen. In der Praxis ist das für normale Haushalte jedoch kein relevantes Thema. Achten Sie beim Lesen der Vertragsbedingungen dennoch auf entsprechende Klauseln, insbesondere bei günstigeren Tarifen kleinerer Reseller.
Wie unterscheiden sich Kabel-Internet-Tarife von Resellern und Netzbetreibern?
In Deutschland betreiben Vodafone und PŸUR die beiden größten Kabelnetze. Daneben gibt es sogenannte Reseller, die Kapazitäten im Kabelnetz eingekauft haben und unter eigenem Namen vermarkten. Reseller-Tarife sind oft günstiger, können aber bei Störungen längere Entstörungszeiten haben, da der Reseller zunächst den Netzbetreiber einschalten muss. Der technische Anschluss ist identisch, da dieselbe Infrastruktur genutzt wird. Für preisbewusste Nutzer ohne hohe Stabilitätsanforderungen können Reseller-Tarife attraktiv sein. Prüfen Sie jedoch Kundenbewertungen und Serviceleistungen sorgfältig, bevor Sie sich für einen weniger bekannten Anbieter entscheiden.
Kann ich Kabel-Internet auch ohne Telefon-Flatrate buchen?
Ja, die meisten Kabelanbieter bieten reine Internet-Tarife ohne Telefonie-Option an. Gerade seit der Abschaffung des Nebenkostenprivilegs sind solche reinen Internettarife stärker in den Fokus gerückt, da viele Nutzer ausschließlich über Mobilfunk oder VoIP-Dienste wie WhatsApp oder Teams telefonieren. Ein reiner Internettarif ist in der Regel etwas günstiger als ein Kombipaket mit Telefon-Flatrate. Wenn Sie dennoch eine Festnetznummer benötigen, können Sie diese über einen separaten VoIP-Anbieter hinzubuchen, was häufig flexibler und günstiger ist als ein Kombipaket beim Kabelanbieter.
Fachbegriffe kurz erklärt
Data Over Cable Service Interface Specification — der internationale Standard, der festlegt, wie Daten über Koaxialkabel übertragen werden. DOCSIS 3.0 ermöglicht bis zu 1.000 Mbit/s im Download, DOCSIS 3.1 bis zu 10 Gbit/s. Der kommende Standard DOCSIS 4.0 soll symmetrische Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s ermöglichen.
Die Netzarchitektur, auf der Kabel-Internet basiert. Glasfaser führt vom Rechenzentrum bis zu einem Verteilerknoten im Stadtteil. Von dort übernimmt Koaxialkabel die Verbindung zum Endkunden. Das HFC-Netz kombiniert die hohe Kapazität von Glasfaser mit der vorhandenen Koaxialkabel-Infrastruktur.
Das Prinzip, bei dem sich mehrere Haushalte im selben Netzsegment die verfügbare Bandbreite teilen. Im Gegensatz zu DSL oder Glasfaser, wo jeder Haushalt eine dedizierte Leitung hat, kann beim Kabel-Internet die Geschwindigkeit zu Stoßzeiten sinken, wenn viele Nutzer gleichzeitig aktiv sind.
Das Gerät, das das Koaxialkabel-Signal in ein für Router und Computer verständliches Datensignal umwandelt. Moderne Kabelmodems unterstützen DOCSIS 3.1 und können als reine Modems oder als Modem-Router-Kombination (Gateway) ausgeführt sein.
Downstream bezeichnet die Datenübertragung vom Internet zu Ihnen (Download), Upstream die Übertragung von Ihnen ins Internet (Upload). Bei Kabel-Internet ist der Downstream traditionell deutlich höher als der Upstream — ein strukturelles Merkmal von DOCSIS 3.0.
Ein Abschnitt des Kabelnetzes, der von einer bestimmten Anzahl von Haushalten gemeinsam genutzt wird. Die Größe des Segments bestimmt, wie viele Nutzer sich die Bandbreite teilen. Kleinere Segmente bedeuten weniger Konkurrenz und stabilere Geschwindigkeiten — Anbieter können Segmente durch Netzausbau verkleinern.
Bis Juli 2024 geltende Regelung, die es Vermietern erlaubte, die Kosten für einen Sammelkabelvertrag auf die Betriebskosten umzulegen. Seit dem Ende dieser Regelung müssen Mieter eigene Verträge abschließen und können frei zwischen Anbietern wählen.
Eine DSL-Technik, die Übersprechen zwischen benachbarten Kupferleitungen reduziert und so höhere Geschwindigkeiten ermöglicht. Vectoring ist eine Optimierung für DSL-Netze und hat keinen direkten Bezug zu Kabel-Internet, wird aber im Vergleich häufig erwähnt, da es DSL konkurrenzfähiger gegenüber Kabel macht.
Glasfaser direkt bis in die Wohnung — die technisch überlegene Alternative zu Kabel-Internet. Im Gegensatz zu HFC-Netzen gibt es bei FTTH keine Koaxialkabel-Strecke: Glasfaser führt durchgängig vom Rechenzentrum bis zum Router in Ihrer Wohnung. Das ermöglicht symmetrische Geschwindigkeiten und keine Shared-Medium-Problematik.
Data Over Cable Service Interface Specification – technischer Standard für die Datenübertragung über Koaxialkabel. DOCSIS 3.1 ist aktuell der verbreitete Standard in deutschen Kabelnetzen und ermöglicht Downloadraten bis 1 Gbit/s.
Betriebsmodus eines Kabelmodems oder Routers, bei dem das Gerät nur als reines Modem fungiert und alle Router-Funktionen an ein nachgeschaltetes Gerät übergibt. Verhindert Double-NAT und ermöglicht die Nutzung eines eigenen Routers.
Abgeschirmtes Kupferkabel, das ursprünglich für TV-Signale entwickelt wurde und heute die physische Grundlage für Kabel-Internet bildet. Besteht aus einem Innenleiter, einer Isolierschicht und einem Außenleiter.
Vertraglich festgelegte Vereinbarung zwischen Anbieter und Kunde über Mindestqualität und Reaktionszeiten. Im Privatkundenbereich unüblich, bei Geschäftskundenverträgen jedoch Standard zur Absicherung der Verfügbarkeit.
Weitere Begriffe finden Sie in unserem DSL-Glossar.