FRITZ!Box-Modelle im Überblick
| Modell | Eigenschaften | Unsere Empfehlung |
|---|---|---|
| FRITZ!Box 7590 AX | Wi-Fi 6 · DSL/VDSL | Top-Empfehlung für 100–1000 Mbit/s |
| FRITZ!Box 7530 AX | Wi-Fi 6 · DSL | Preis-Leistungs-Tipp |
| FRITZ!Box 6660 Cable | Wi-Fi 6 · Kabel | Für Vodafone- und PŸUR-Kabel |
| FRITZ!Box 5590 Fiber | Wi-Fi 6 · Glasfaser | Direkt am Glasfaser-Anschluss |
Die FRITZ!Box von AVM ist seit Jahren das meistverkaufte Router-Modell in Deutschland — und das aus gutem Grund. Der Berliner Hersteller AVM entwickelt seine FRITZ!Box-Serie seit den frühen 2000er-Jahren konsequent weiter und hat dabei ein Gerät geschaffen, das technische Leistung mit einer für Heimanwender ungewöhnlich tiefen Konfigurierbarkeit verbindet. Wer in Deutschland einen Internetvertrag abschließt, bekommt bei Telekom, Vodafone, 1&1 oder o2 häufig eine FRITZ!Box als Mietgerät — das ist kein Zufall, sondern Ausdruck des Vertrauens, das Internetanbieter in die Geräte setzen.
Die Produktfamilie deckt alle drei relevanten Anschlussarten ab: DSL (ADSL und VDSL), Kabel und Glasfaser. Für jeden Anschlusstyp gibt es spezialisierte Modelle, die jeweils den aktuellen WLAN-Standard Wi-Fi 6 (802.11ax) unterstützen. Das Betriebssystem FRITZ!OS wird regelmäßig aktualisiert und bringt neue Funktionen auch auf ältere Geräte — ein Merkmal, das im Router-Markt keineswegs selbstverständlich ist.
Neben der reinen Internetverbindung bietet die FRITZ!Box eine integrierte Telefonanlage mit DECT-Unterstützung, eine SmartHome-Zentrale, eine umfangreiche Firewall sowie Mesh-Funktionalität für die einfache Erweiterung des Heimnetzwerks. Für dslvertrag.de ist die FRITZ!Box deshalb die Router-Familie, die wir am häufigsten empfehlen — nicht weil AVM Werbepartner ist, sondern weil die Geräte in der Praxis überzeugen und in vielen Tarifen bereits kostenlos enthalten sind.
Ratgeber: Hintergründe und Schritt für Schritt
WLAN-Standards und Geschwindigkeit: Was Wi-Fi 6 in der Praxis bedeutet
Alle aktuellen FRITZ!Box-Modelle unterstützen Wi-Fi 6 (802.11ax), den derzeit aktuellen WLAN-Standard für Heimnetzwerke. Gegenüber dem Vorgänger Wi-Fi 5 (802.11ac) bringt Wi-Fi 6 vor allem drei Verbesserungen: höhere Bruttodatenraten, effizientere Kanalnutzung durch OFDMA und eine deutlich bessere Performance in dicht belegten Netzwerken — also dort, wo viele Geräte gleichzeitig aktiv sind.
Die FRITZ!Box 7590 AX erreicht im 5-GHz-Band bis zu 2.400 Mbit/s (brutto), die 7530 AX kommt auf 1.200 Mbit/s im 5-GHz-Band. Wichtig zu verstehen: Diese Werte sind theoretische Maximalwerte unter Idealbedingungen. In der Praxis, mit Wänden, Abstand und mehreren aktiven Geräten, sind 300–600 Mbit/s per WLAN ein realistischer Richtwert für ein typisches Einfamilienhaus. Für Gigabit-Verbindungen empfiehlt sich ohnehin ein LAN-Kabel direkt zum Router.
Im 2,4-GHz-Band bieten beide DSL-Modelle bis zu 600 Mbit/s (brutto). Dieses Band ist weniger störanfällig gegenüber Hindernissen und eignet sich besonders für Geräte mit niedrigem Datenbedarf wie smarte Steckdosen, Heizkörperthermostate oder ältere Smartphones.
Welches Modell passt zu welchem Anschluss
Die FRITZ!Box-Familie ist klar nach Anschlussart segmentiert. Eine falsche Wahl ist hier ein häufiger Fehler — ein Kabel-Router funktioniert nicht an einem DSL-Anschluss und umgekehrt.
FRITZ!Box 7590 AX ist das Flaggschiff für DSL-Anschlüsse (ADSL und VDSL bis 300 Mbit/s, VDSL-Supervectoring). Sie verfügt über zwei separate WLAN-Radios (Dual-Band), vier Gigabit-LAN-Ports, zwei USB-3.0-Anschlüsse und eine vollständige DECT-Basis für bis zu sechs Schnurlostelefone. Wer einen VDSL-Anschluss mit mehr als 100 Mbit/s hat und das Maximum aus seinem Heimnetzwerk herausholen möchte, ist hier richtig.
FRITZ!Box 7530 AX ist die schlankere Alternative für DSL-Anschlüsse. Sie unterstützt ebenfalls VDSL und ADSL, bietet Wi-Fi 6, DECT und vier LAN-Ports — verzichtet aber auf den zweiten USB-Port und erreicht im 5-GHz-Band etwas geringere Maximalwerte. Für Anschlüsse bis 100 Mbit/s und Haushalte ohne besondere NAS- oder USB-Anforderungen ist sie die wirtschaftlichere Wahl.
FRITZ!Box 6660 Cable ist für Kabelanschlüsse konzipiert und unterstützt den aktuellen DOCSIS-3.1-Standard, der Downstream-Geschwindigkeiten bis 2.500 Mbit/s ermöglicht. Sie ist damit auch für Gigabit-Kabelanschlüsse von Vodafone oder PŸUR geeignet. Das Gerät bietet ebenfalls Wi-Fi 6, DECT und vier LAN-Ports.
FRITZ!Box 5590 Fiber richtet sich an Glasfaseranschlüsse mit einem SFP-Steckplatz für den direkten Anschluss eines Glasfaser-Moduls (ONT). Sie unterstützt Geschwindigkeiten bis 2.500 Mbit/s und ist damit zukunftssicher für symmetrische Gigabit-Glasfasertarife. Wichtig: Nicht alle Glasfaseranschlüsse in Deutschland sind mit der 5590 Fiber direkt kompatibel — das hängt vom jeweiligen Netzabschluss des Anbieters ab. Klären Sie das vor dem Kauf mit Ihrem Anbieter.
Einrichtung Schritt für Schritt
Die Ersteinrichtung einer FRITZ!Box ist bewusst einfach gehalten. AVM stellt unter fritz.box (im Browser eingeben, wenn der Router angeschlossen ist) eine webbasierte Oberfläche bereit, die Sie durch alle wesentlichen Schritte führt.
Schritt 1: Verbinden Sie die FRITZ!Box mit dem Anschlusskabel — beim DSL-Modell mit dem TAE-Anschluss über das mitgelieferte DSL-Kabel, beim Kabelmodell mit dem Koaxialkabel, beim Glasfasermodell mit dem ONT Ihres Anbieters.
Schritt 2: Schließen Sie die Stromversorgung an und warten Sie, bis die Power-LED dauerhaft leuchtet. Das dauert in der Regel 60–90 Sekunden.
Schritt 3: Verbinden Sie Ihren Computer oder Ihr Smartphone per WLAN (SSID und Passwort stehen auf dem Aufkleber an der Unterseite der FRITZ!Box) oder per LAN-Kabel.
Schritt 4: Öffnen Sie einen Browser und rufen Sie fritz.box oder 192.168.178.1 auf. Der Einrichtungsassistent startet automatisch.
Schritt 5: Geben Sie Ihre Zugangsdaten ein. Bei Tarifen, in denen die FRITZ!Box als Mietgerät enthalten ist, sind diese häufig bereits voreingestellt. Bei eigenem Kauf benötigen Sie die Zugangsdaten von Ihrem Anbieter (stehen im Willkommensbrief oder im Kundenportal).
Schritt 6: Vergeben Sie ein eigenes WLAN-Passwort und einen eigenen FRITZ!Box-Zugangscode. Verwenden Sie niemals die Werkseinstellungen dauerhaft.
Die gesamte Ersteinrichtung dauert bei einem DSL-Anschluss erfahrungsgemäß 10–20 Minuten. Bei Glasfaser oder Kabel kann die Synchronisierung etwas länger dauern.
Mesh und Repeater: Das Heimnetzwerk erweitern
Ein einzelner Router reicht in größeren Wohnungen, Häusern mit mehreren Etagen oder bei Gebäuden mit massiven Wänden oft nicht aus, um alle Bereiche zuverlässig mit WLAN zu versorgen. AVM bietet dafür das FRITZ!Mesh-System an.
Im FRITZ!Mesh-Verbund übernimmt die FRITZ!Box die Rolle des Mesh-Masters. FRITZ!Repeater (z. B. FRITZ!Repeater 3000 AX oder 1200 AX) oder weitere FRITZ!Box-Modelle fungieren als Mesh-Satelliten. Der entscheidende Vorteil gegenüber klassischen Repeatern: Alle Geräte im Mesh teilen dieselbe SSID und dasselbe Passwort. Ihr Smartphone oder Laptop wechselt automatisch zum stärksten Signal, ohne dass Sie manuell das Netzwerk wechseln müssen.
Die Verbindung zwischen Mesh-Master und Satelliten kann per WLAN (dann spricht man von einem Wireless Backhaul) oder per LAN-Kabel erfolgen. Letzteres ist deutlich stabiler und empfehlenswert, wenn eine Verkabelung möglich ist. Für die kabellose Variante empfiehlt sich ein Triband-Repeater, der ein separates 5-GHz-Band ausschließlich für die Verbindung zum Router nutzt.
Die Einrichtung im FRITZ!Mesh erfolgt über die FRITZ!Box-Oberfläche unter Heimnetz > Mesh und ist in wenigen Minuten erledigt.
Firmware und Updates: Warum regelmäßige Aktualisierungen wichtig sind
AVM veröffentlicht FRITZ!OS-Updates in der Regel mehrmals im Jahr. Diese Updates bringen nicht nur Sicherheits-Patches, sondern häufig auch neue Funktionen — etwa verbesserte Mesh-Algorithmen, neue SmartHome-Protokolle oder optimierte WLAN-Treiber.
Standardmäßig prüft die FRITZ!Box automatisch auf neue Firmware und informiert Sie über die Benutzeroberfläche. Sie können Updates auch manuell anstoßen unter System > Update. Aktivieren Sie die automatische Update-Benachrichtigung, wenn Sie sie noch nicht eingeschaltet haben.
Ein Hinweis zur Langzeitunterstützung: AVM versorgt seine Geräte vergleichsweise lange mit Updates. Die FRITZ!Box 7590 (Vorgänger der 7590 AX) erhält beispielsweise noch immer aktuelle FRITZ!OS-Versionen, obwohl das Modell bereits einige Jahre alt ist. Das ist ein echter Vorteil gegenüber vielen günstigeren Router-Herstellern.
Sicherheit: WPA3, Gastnetz und Firewall
Die FRITZ!Box bietet ab FRITZ!OS 7.50 WPA3 als WLAN-Verschlüsselung — den aktuellen Sicherheitsstandard, der gegenüber WPA2 deutlich robuster gegen Brute-Force-Angriffe ist. Für maximale Kompatibilität mit älteren Geräten können Sie WPA2+WPA3 im Mischbetrieb aktivieren.
Das Gastnetz ist eine der praktischsten Sicherheitsfunktionen: Besucher erhalten Internetzugang, sind aber vom Heimnetzwerk (und damit von Ihren NAS-Laufwerken, Smart-Home-Geräten und Druckern) vollständig isoliert. Aktivieren Sie das Gastnetz unter WLAN > Gastzugang.
Die integrierte Firewall der FRITZ!Box arbeitet als Stateful Packet Inspection (SPI) und blockiert unerwünschte eingehende Verbindungen standardmäßig. Für Heimanwender ist die Werkseinstellung in der Regel ausreichend. Wenn Sie Dienste von außen erreichbar machen möchten (z. B. eine Heimkamera oder einen Heimserver), nutzen Sie die Portfreigabe-Funktion — und öffnen Sie nur die Ports, die Sie wirklich benötigen.
Zusätzlich bietet die FRITZ!Box einen integrierten DNS-over-HTTPS-Client (DoH), mit dem Sie DNS-Anfragen verschlüsselt übertragen können. Das verhindert, dass Ihr Internetanbieter Ihre DNS-Anfragen mitlesen kann.
Telefonie, DECT und SmartHome
Ein Alleinstellungsmerkmal der FRITZ!Box gegenüber vielen Konkurrenzprodukten ist die vollständige Integration einer Telefonanlage. Alle DSL- und Kabelmodelle verfügen über eine DECT-Basis, an der Sie bis zu sechs schnurlose Telefone (DECT-Standard) anmelden können. Über die FRITZ!Box-Oberfläche richten Sie Rufnummern ein, verwalten Anrufbeantworter und können Anrufweiterleitungen konfigurieren — ohne zusätzliche Hardware.
Für SmartHome-Anwendungen unterstützt die FRITZ!Box das DECT-ULE-Protokoll (AVM FRITZ!DECT) für Heizkörperthermostate, smarte Steckdosen und Taster. Diese Geräte werden direkt in der FRITZ!Box-Oberfläche verwaltet, ohne Cloud-Zwang. Wer ein größeres SmartHome-System betreibt, kann die FRITZ!Box zudem als Zigbee-Controller nutzen (ab bestimmten FRITZ!OS-Versionen) oder über die offene API mit Home Assistant oder ioBroker verbinden.
Typische Probleme und wie Sie sie lösen
Langsames WLAN trotz schnellem Tarif: Prüfen Sie zunächst die Verbindung per LAN-Kabel. Wenn die Kabelverbindung die gebuchte Geschwindigkeit liefert, liegt das Problem im WLAN. Häufige Ursachen: zu großer Abstand zum Router, störende Wände, Kanalüberlappung mit Nachbar-WLANs. Lösung: Nutzen Sie in der FRITZ!Box den automatischen Kanalwähler (WLAN > Funkkanal > Automatisch) oder wechseln Sie manuell auf einen weniger belegten Kanal.
Router synchronisiert nicht: Bei DSL-Anschlüssen kann es nach der Ersteinrichtung einige Minuten dauern, bis die Leitung synchronisiert. Wenn die DSL-LED nach 10 Minuten noch blinkt, prüfen Sie die Zugangsdaten und das Anschlusskabel. Ein häufiger Fehler: falsches Kabel oder falscher TAE-Anschluss (nutzen Sie den mittleren Anschluss für DSL).
FRITZ!Box nicht erreichbar unter fritz.box: Prüfen Sie, ob Ihr Gerät tatsächlich mit dem FRITZ!Box-Netzwerk verbunden ist. Alternativ rufen Sie die IP-Adresse 192.168.178.1 direkt im Browser auf. Wenn auch das nicht funktioniert, hilft ein Neustart der FRITZ!Box.
Firmware-Update schlägt fehl: Stellen Sie sicher, dass die FRITZ!Box während des Updates nicht vom Strom getrennt wird. Bei hartnäckigen Problemen können Sie die Firmware manuell von der AVM-Website herunterladen und über System > Update > Firmware-Datei einspielen.
Checkliste vor dem Abschluss
Bevor Sie sich entscheiden, empfehlen wir die folgenden Punkte zu prüfen — dauert in der Regel 5–10 Minuten.
- Anschlussart klären: DSL, Kabel oder Glasfaser — nur passende FRITZ!Box-Modelle kaufen oder mieten.
- Gebuchte Internetgeschwindigkeit prüfen: Bei über 250 Mbit/s DSL die FRITZ!Box 7590 AX wählen, darunter reicht die 7530 AX.
- Mietgerät vs. Eigenkauf abwägen: Bei langen Vertragslaufzeiten kann Eigenkauf günstiger sein, Mietgerät spart Wartungsaufwand.
- WLAN-Abdeckung einschätzen: Mehrere Etagen oder große Fläche? Direkt Mesh-Erweiterung mit FRITZ!Repeatern einplanen.
- Telefonanschluss berücksichtigen: DECT-Telefone vorhanden? FRITZ!Box als Telefonanlage nutzen, spart separate Hardware.
- SmartHome-Geräte inventarisieren: FRITZ!DECT-kompatible Geräte lassen sich direkt ohne Cloud-Zwang einbinden.
- Firmware nach Einrichtung sofort aktualisieren: Sicherheitslücken in veralteten FRITZ!OS-Versionen schließen.
- Standard-WLAN-Passwort und Admin-Passwort sofort ändern: Werkspasswörter niemals dauerhaft verwenden.
- WPA3 aktivieren: In FRITZ!OS ab 7.50 verfügbar, deutlich sicherer als WPA2.
- Gastnetz einrichten: Besucher und IoT-Geräte vom Heimnetzwerk trennen.
- IPv6 aktivieren: Alle aktuellen FRITZ!Box-Modelle unterstützen IPv6 — für zukunftssichere Verbindungen empfehlenswert.
- Regelmäßige Backups der FRITZ!Box-Konfiguration erstellen: Unter System > Sicherung abspeichern, spart Zeit bei Gerätetausch.
Alternativen und Abgrenzung
Die FRITZ!Box ist in Deutschland der Marktführer, aber nicht der einzige Router, der für Heimanwender in Frage kommt. Ein Vergleich mit den wichtigsten Alternativen zeigt, wo die Stärken und Grenzen liegen.
FRITZ!Box vs. Speedport (Telekom): Der Speedport ist das Pendant der Telekom und wird ausschließlich in Telekom-Tarifen angeboten. Er ist einfacher zu bedienen und für Telekom-Anschlüsse optimiert, bietet aber deutlich weniger Konfigurationstiefe. Wer seinen Router nicht anpassen möchte und ausschließlich bei der Telekom bleibt, ist mit dem Speedport gut bedient. Wer VPN, detaillierte Portfreigaben, DECT-Telefonanlage oder Mesh mit eigenen Geräten benötigt, ist mit der FRITZ!Box besser aufgestellt. Zudem ist die FRITZ!Box anbieterneutral — sie funktioniert bei Telekom, Vodafone, 1&1 und o2.
FRITZ!Box vs. Connect Box (Vodafone Kabel): Die Connect Box ist Vodafones Standard-Kabelrouter und für einfache Heimnetzwerke ausreichend. Sie bietet Wi-Fi 5, keine DECT-Basis und eine weniger umfangreiche Benutzeroberfläche. Die FRITZ!Box 6660 Cable ist in fast allen Punkten überlegen — schnelleres WLAN (Wi-Fi 6), integrierte Telefonanlage, Mesh-Fähigkeit und deutlich mehr Konfigurationsoptionen. Der Nachteil: Die 6660 Cable muss in der Regel selbst gekauft werden, während die Connect Box im Tarif inklusive ist.
FRITZ!Box vs. Eero / TP-Link Deco (Mesh-Systeme): Dedizierte Mesh-Systeme wie Amazon Eero oder TP-Link Deco sind auf einfache WLAN-Abdeckung optimiert und lassen sich per App in wenigen Minuten einrichten. Sie eignen sich gut für große Flächen, bieten aber keine integrierte Telefonanlage, weniger Konfigurationstiefe und — im Fall von Eero — eine stärkere Abhängigkeit von Cloud-Diensten. Die FRITZ!Box mit FRITZ!Repeatern bietet ein vergleichbares Mesh-Erlebnis, kombiniert mit deutlich mehr Funktionen und lokalem Betrieb ohne Cloud-Zwang.
FRITZ!Box vs. Asus / Netgear (Gaming-Router): High-End-Router von Asus (z. B. RT-AX88U) oder Netgear (Nighthawk-Serie) bieten teils höhere WLAN-Bruttodatenraten und spezialisierte Gaming-Funktionen wie QoS-Priorisierung für Spielkonsolen. Für reine Spieler mit hohen Ansprüchen an Latenz und Bandbreite können diese Geräte interessant sein. Für den typischen deutschen Haushalt mit Telefonie, SmartHome und dem Wunsch nach einfacher Verwaltung ist die FRITZ!Box die ausgewogenere Wahl — und in vielen Tarifen bereits inklusive.
Fazit: Die FRITZ!Box ist keine Kompromisslösung, sondern ein durchdachtes Gesamtpaket. Sie verliert den direkten Vergleich in einzelnen Disziplinen (maximale WLAN-Bruttodatenrate, Gaming-Features) gegen spezialisierte Konkurrenten, gewinnt aber durch die Kombination aus Funktionsumfang, Langzeitsupport, Anbieterneutralität und der Tatsache, dass sie in vielen deutschen Tarifen kostenlos enthalten ist.
Ein Tipp, den viele FRITZ!Box-Nutzer nicht kennen: Aktivieren Sie in den WLAN-Einstellungen die Option 'WLAN-Kanal automatisch wählen' und lassen Sie die FRITZ!Box dabei auch den 5-GHz-Kanal automatisch optimieren. Noch wirkungsvoller ist es, die FRITZ!Box nachts zwischen 2 und 4 Uhr eine automatische Kanalanalyse durchführen zu lassen — zu dieser Zeit sind die wenigsten Nachbar-WLANs aktiv, und die FRITZ!Box kann den optimalen Kanal für Ihre Umgebung zuverlässiger bestimmen. Diese Einstellung finden Sie unter WLAN > Funkkanal > Einstellungen für den Funkkanal. Kombinieren Sie das mit der Aktivierung von 'Beamforming' (ebenfalls in den WLAN-Einstellungen), das die Sendeleistung gezielt in Richtung Ihrer Endgeräte bündelt. Diese beiden Maßnahmen kosten nichts, erfordern keinen Neustart und können die WLAN-Performance in der Praxis spürbar verbessern — besonders in Mehrfamilienhäusern, wo viele WLANs auf engem Raum konkurrieren.
Häufige Fragen
Ist die FRITZ!Box in meinem Internettarif kostenlos enthalten?
Bei vielen Tarifen von Telekom, Vodafone, 1&1 und o2 ist eine FRITZ!Box als Mietgerät inklusive. Die genaue Modellbezeichnung hängt vom jeweiligen Tarif ab. Prüfen Sie die Tarifdetails auf dslvertrag.de — dort ist angegeben, welches Router-Modell im Tarif enthalten ist.
Kann ich eine eigene FRITZ!Box statt des Mietgeräts verwenden?
Ja, grundsätzlich haben Sie das Recht, einen eigenen Router zu verwenden (Routerfreiheit gemäß TKG). Sie benötigen dafür die Zugangsdaten Ihres Anbieters (PPPoE-Zugangsdaten für DSL oder die Kabel-Zugangsdaten). Diese müssen Ihnen auf Anfrage mitgeteilt werden.
Was ist der Unterschied zwischen FRITZ!Box 7590 AX und 7530 AX?
Beide Modelle sind für DSL-Anschlüsse geeignet und unterstützen Wi-Fi 6. Die 7590 AX ist das Flaggschiff mit höheren WLAN-Maximalwerten im 5-GHz-Band (2.400 vs. 1.200 Mbit/s brutto), zwei USB-3.0-Ports und einem stärkeren Prozessor. Die 7530 AX ist die günstigere Alternative für Anschlüsse bis 100 Mbit/s und Haushalte ohne besondere NAS-Anforderungen.
Funktioniert die FRITZ!Box 6660 Cable bei PŸUR?
Die FRITZ!Box 6660 Cable unterstützt DOCSIS 3.1 und ist grundsätzlich mit Kabelnetzen kompatibel, die diesen Standard nutzen. PŸUR setzt auf DOCSIS-Infrastruktur. Prüfen Sie vor dem Kauf beim Anbieter, ob das Modell für Ihren spezifischen Anschluss freigegeben ist, da nicht alle Kabelanbieter alle Drittgeräte offiziell unterstützen.
Wie richte ich ein Mesh-Netzwerk mit der FRITZ!Box ein?
Verbinden Sie einen FRITZ!Repeater mit Ihrem WLAN oder per LAN-Kabel mit der FRITZ!Box. Öffnen Sie die FRITZ!Box-Oberfläche unter fritz.box, navigieren Sie zu Heimnetz > Mesh und folgen Sie dem Einrichtungsassistenten. Der Repeater wird automatisch als Mesh-Satellit erkannt und übernimmt SSID und Passwort der FRITZ!Box.
Wie aktualisiere ich die FRITZ!OS-Firmware?
Öffnen Sie fritz.box im Browser, melden Sie sich an und navigieren Sie zu System > Update. Klicken Sie auf 'Neue FRITZ!OS-Version suchen'. Wenn ein Update verfügbar ist, können Sie es direkt herunterladen und installieren. Der Vorgang dauert etwa 5 Minuten — trennen Sie die FRITZ!Box dabei nicht vom Strom.
Unterstützt die FRITZ!Box WPA3?
Ja, ab FRITZ!OS 7.50 unterstützen aktuelle FRITZ!Box-Modelle WPA3. Sie können in den WLAN-Einstellungen zwischen WPA2, WPA3 oder einem Mischbetrieb (WPA2+WPA3) wählen. Letzteres empfiehlt sich, wenn Sie noch ältere Geräte im Netzwerk haben, die kein WPA3 unterstützen.
Kann ich mit der FRITZ!Box telefonieren?
Ja. Die FRITZ!Box verfügt über eine integrierte Telefonanlage. Sie können DECT-Schnurlostelefone direkt anmelden, analoge Telefone über den a/b-Anschluss verbinden und VoIP-Rufnummern einrichten. Die Verwaltung erfolgt über die FRITZ!Box-Oberfläche unter Telefonie.
Was ist FRITZ!DECT und welche Geräte sind kompatibel?
FRITZ!DECT ist AVMs SmartHome-Protokoll auf Basis von DECT-ULE. Kompatible Geräte sind unter anderem FRITZ!DECT-Heizkörperthermostate, smarte Steckdosen und Taster. Diese Geräte werden direkt in der FRITZ!Box verwaltet, ohne Cloud-Konto oder externe App. Eine vollständige Kompatibilitätsliste finden Sie auf der AVM-Website.
Wie richte ich ein Gastnetz ein?
Öffnen Sie die FRITZ!Box-Oberfläche, navigieren Sie zu WLAN > Gastzugang und aktivieren Sie das Gastnetz. Vergeben Sie eine eigene SSID und ein Passwort. Gäste erhalten dann Internetzugang, sind aber vom restlichen Heimnetzwerk isoliert — sie können also nicht auf Ihre NAS, Drucker oder SmartHome-Geräte zugreifen.
Wie lange werden FRITZ!Box-Modelle mit Updates versorgt?
AVM versorgt seine Geräte im Vergleich zur Konkurrenz überdurchschnittlich lange mit FRITZ!OS-Updates. Modelle, die fünf oder mehr Jahre alt sind, erhalten in der Regel noch Sicherheitsupdates. Eine offizielle Garantie für einen bestimmten Zeitraum gibt AVM nicht — prüfen Sie die Update-Historie des jeweiligen Modells auf der AVM-Website.
Kann ich die FRITZ!Box als VPN-Server nutzen?
Ja. Die FRITZ!Box unterstützt WireGuard (ab FRITZ!OS 7.50) und IPSec als VPN-Protokolle. Damit können Sie sich von unterwegs sicher in Ihr Heimnetzwerk einwählen. Die Einrichtung erfolgt unter Internet > Freigaben > VPN (WireGuard). AVM stellt auch eine FRITZ!App VPN für Android und iOS bereit.
Was tue ich, wenn die FRITZ!Box nach einem Update nicht mehr funktioniert?
Starten Sie die FRITZ!Box zunächst neu (Stecker ziehen, 30 Sekunden warten, wieder einstecken). Wenn das nicht hilft, können Sie die FRITZ!Box in den Auslieferungszustand zurücksetzen: Halten Sie den Reset-Knopf (meist auf der Unterseite) für 10 Sekunden gedrückt. Anschließend können Sie eine gesicherte Konfiguration wiederherstellen — deshalb sind regelmäßige Backups wichtig.
Fachbegriffe kurz erklärt
Der aktuell verbreitete WLAN-Standard, der gegenüber Wi-Fi 5 höhere Bruttodatenraten, effizientere Kanalnutzung durch OFDMA und bessere Performance bei vielen gleichzeitig aktiven Geräten bietet. Alle aktuellen FRITZ!Box-Modelle unterstützen Wi-Fi 6.
Ein Heimnetzwerk-Konzept, bei dem mehrere WLAN-Geräte (Router und Satelliten) ein einheitliches Netzwerk mit einer SSID bilden. Endgeräte wechseln automatisch zum stärksten Signal. Bei AVM wird das System FRITZ!Mesh genannt.
Digital Enhanced Cordless Telecommunications — der Standard für schnurlose Telefone in Europa. Die FRITZ!Box verfügt über eine integrierte DECT-Basis, an der bis zu sechs Schnurlostelefone angemeldet werden können. AVM nutzt DECT-ULE auch für SmartHome-Geräte (FRITZ!DECT).
Die aktuelle Version des Internetprotokolls mit einem deutlich größeren Adressraum als IPv4. Alle aktuellen FRITZ!Box-Modelle unterstützen IPv6 und können im Dual-Stack-Betrieb (IPv4 und IPv6 gleichzeitig) betrieben werden.
Data Over Cable Service Interface Specification — der Standard für Datenübertragung in Kabelnetzen. DOCSIS 3.1 ermöglicht Downstream-Geschwindigkeiten bis 10 Gbit/s (theoretisch) und ist Voraussetzung für Gigabit-Kabelanschlüsse. Die FRITZ!Box 6660 Cable unterstützt DOCSIS 3.1.
Wi-Fi Protected Access 3 — der aktuelle Sicherheitsstandard für WLAN-Verschlüsselung. WPA3 ist deutlich robuster gegen Brute-Force-Angriffe als der Vorgänger WPA2 und wird von der FRITZ!Box ab FRITZ!OS 7.50 unterstützt.
Ein standardisierter Steckplatz für optische Transceiver-Module. Die FRITZ!Box 5590 Fiber verfügt über einen SFP-Steckplatz für den direkten Anschluss eines Glasfaser-ONT-Moduls, ohne separaten Medienkonverter.
Das Betriebssystem aller FRITZ!Box-Geräte von AVM. FRITZ!OS wird regelmäßig aktualisiert und bringt neue Funktionen sowie Sicherheits-Patches. Die aktuelle Version ist über fritz.box unter System > Update abrufbar.
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