Internet ohne Festnetz: Anbieter, Kosten & Alternativen 2026
Welche Anbieter Internet ohne Telefon-Flat haben, wie viel Sie sparen und wann sich Homespot lohnt.
Kurz gesagt: Internet ohne Festnetz ist ein reiner Internetanschluss ohne Telefon-Flatrate. Sie surfen und streamen wie gewohnt, telefonieren aber übers Handy, per Messenger oder per VoIP. Das spart je nach Anbieter rund 3 bis 5 € im Monat. Bundesweit bieten das vor allem congstar (DSL und Glasfaser im Telekom-Netz), Vodafone (GigaZuhause Basic DSL) und PŸUR (Kabel) an, regional zum Beispiel M-net und NetCologne. Wer gar keine Leitung im Haus hat, nutzt einen LTE- oder 5G-Router (Homespot).
Wichtig: „Ohne Festnetz“ heißt fast immer ohne Telefonie – nicht ohne Leitung. Für DSL, Kabel und Glasfaser brauchen Sie weiterhin eine Anschlussdose in der Wohnung. Nur mobiles Internet per Funk kommt ganz ohne Kabel aus. Dieser Ratgeber zeigt, welche Varianten es gibt, was sie kosten und für wen sich der Verzicht aufs Festnetz lohnt.
Ratgeber: Hintergründe und Schritt für Schritt
Was bedeutet „Internet ohne Festnetz“ genau?
Fast alle Internettarife in Deutschland werden als Doppel-Flat verkauft: Internet plus Telefon-Flat ins deutsche Festnetz. Bei einem Tarif ohne Festnetz fehlt die Telefon-Komponente. Sie bekommen keine Festnetznummer, oder Telefonate werden pro Minute abgerechnet. Technisch läuft das Internet trotzdem über dieselbe Leitung – die DSL-Kupferader, das TV-Kabel oder die Glasfaser.
Davon zu unterscheiden ist Internet ohne Anschluss: Hier kommt das Internet per Mobilfunk (LTE/5G) über einen Router mit SIM-Karte ins Haus. Eine Telefondose brauchen Sie dafür nicht.
Welche Anbieter haben Internet ohne Telefon-Flat?
- congstar Zuhause: Die Telekom-Tochter verkauft DSL- und seit Februar 2026 auch Glasfaser-Tarife grundsätzlich ohne Festnetztelefonie. Zuhause 100 kostet regulär 35 € im Monat, die Flex-Varianten sind monatlich kündbar.
- Vodafone GigaZuhause Basic DSL: Der einzige große Netzbetreiber mit eigenem DSL-Tarif ohne Telefon-Flat, ab rund 40 € im Monat mit 100 oder 250 Mbit/s.
- PŸUR Pure Speed: Der Kabelanbieter verkauft seine Pure-Speed-Tarife standardmäßig als reine Internet-Flat mit 50 bis 1.000 Mbit/s. Eine Telefon-Flat lässt sich dazubuchen, muss aber nicht.
- Regionale Anbieter: M-net (Bayern) hat reine Glasfaser-Internet-Tarife, NetCologne (Rheinland) rechnet Telefonate in den NetSpeed-Tarifen pro Minute ab.
Telekom, o2 und 1&1 bieten ihre Festnetz-Tarife dagegen nur mit Telefon-Flat an. Bei o2 bleibt als Alternative ohne Telefonie nur das Funk-Produkt o2 Home (Homespot).
Wie viel spart man ohne Festnetz-Flat wirklich?
Weniger, als viele erwarten. Die Telefon-Flat ist in den Kombitarifen meist nur mit 3 bis 5 € im Monat eingepreist. Über 24 Monate sind das 70 bis 120 €. Spürbarer wird die Ersparnis, wenn ein Tarif ohne Festnetz gleichzeitig ohne Mindestlaufzeit oder mit Aktionspreis kommt. Rechnen Sie deshalb immer die Gesamtkosten über 24 Monate inklusive Bereitstellung und Router – nicht nur den Monatspreis. Unser DSL-Vergleich zeigt die Tarife an Ihrer Adresse.
Brauche ich für Internet ohne Festnetz einen besonderen Router?
Nein. Jeder Router, der zur Anschlussart passt, funktioniert – also ein DSL-/VDSL-Modem für DSL, ein Kabelmodem für Kabel oder ein Glasfaser-Modem (ONT) für Glasfaser. Die Telefonbuchsen am Router bleiben einfach ungenutzt. Möchten Sie später doch per Internet telefonieren, richten Sie auf demselben Router einfach einen VoIP-Anschluss ein. Tipps zur Auswahl finden Sie in unserem Router-Vergleich.
Wie funktioniert Internet ganz ohne Telefonanschluss?
Ohne Telefondose gibt es zwei Wege: Kabel-Internet über die TV-Antennendose oder Funk. Beim Funk-Internet steckt eine SIM-Karte in einem stationären Router, der das Signal aus dem Mobilfunknetz holt. Ob das reicht, hängt fast nur vom Empfang am Wohnort ab. Mehr dazu in unseren Ratgebern zu LTE-Internet für Zuhause und 5G-Internet für Zuhause. Homespot-Tarife sind oft an die angemeldete Adresse gebunden und haben je nach Anbieter ein Datenlimit.
Kann ich ohne Festnetz trotzdem telefonieren?
Ja, auf drei Wegen:
- Mit dem Handy – mit Allnet-Flat ist das für die meisten der einfachste Weg.
- Per Messenger – WhatsApp, Signal oder FaceTime telefonieren übers WLAN.
- Per VoIP-Anbieter – Sie buchen eine Festnetznummer separat und telefonieren über den Router, oft für wenige Euro im Monat.
Ihre alte Festnetznummer können Sie beim Wechsel zu einem VoIP-Anbieter mitnehmen. Wie das funktioniert, steht in unserem Ratgeber Rufnummer mitnehmen. Wird die Nummer dagegen einfach gekündigt, ist sie nach einer Sperrfrist weg.
Checkliste vor dem Abschluss
Bevor Sie sich entscheiden, empfehlen wir die folgenden Punkte zu prüfen — dauert in der Regel 5–10 Minuten.
- Prüfen Sie, wer in Ihrem Haushalt das Festnetz noch tatsächlich nutzt – oft sind es nur ein oder zwei Kontakte, die auf der alten Nummer anrufen.
- Laufen Geräte über die Telefonleitung, etwa ein Hausnotruf, eine Alarmanlage oder ein Faxgerät? Dann vorher eine Ersatzlösung klären.
- Rechnen Sie die Kosten über 24 Monate inklusive Bereitstellung und Router, nicht nur den Monatspreis.
- Klären Sie die Verfügbarkeit: congstar und Vodafone DSL brauchen eine Telefondose, PŸUR eine Kabeldose, Homespot guten Mobilfunkempfang.
- Entscheiden Sie, ob Sie die Festnetznummer behalten wollen – dann vor der Kündigung zu einem VoIP-Anbieter portieren.
- Achten Sie auf die Laufzeit: Flex-Tarife ohne Mindestlaufzeit sind meist etwas teurer, aber monatlich kündbar.
- Testen Sie den Handy-Empfang in der Wohnung – ohne Festnetz ist das Handy Ihr einziges Telefon, auch für Notrufe.
Alternativen und Abgrenzung
Internet mit oder ohne Festnetz – und der umgekehrte Fall
| Variante | Leitung nötig | Telefonie | Für wen |
|---|---|---|---|
| Internet + Telefon-Flat (Standard) | ja | Flat ins Festnetz | Haushalte, die noch Festnetz nutzen |
| Internet ohne Festnetz | ja | keine oder pro Minute | Singles, WGs, Handy-Telefonierer |
| LTE/5G-Homespot | nein | keine | kein Festnetzanschluss vorhanden, Zweitwohnung |
| Festnetz ohne Internet | ja | Flat ins Festnetz | Senioren, Hausnotruf, reine Telefonierer |
Der umgekehrte Fall kommt in vielen Familien gleichzeitig vor: Die Kinder brauchen schnelles Internet und kein Festnetz – die Eltern oder Großeltern wollen nur telefonieren und kein Internet. Reine Telefonanschlüsse ohne Internet sind bei den großen Anbietern selten geworden. Eine Übersicht über Festnetz-Angebote ohne Internet mit Telefon-Flat ab 9,95 € im Monat und eigener Festnetznummer finden Sie bei festnetzangebot.de. Das ist auch dann wichtig, wenn ein Hausnotruf-Gerät am Telefonanschluss hängt.
Bevor Sie das Festnetz abschaffen, schauen Sie zwei Wochen lang in die Anrufliste Ihres Routers. Kommen dort fast nur Werbeanrufe an, ist der Verzicht leicht. Rufen dagegen Eltern, Ärzte oder Behörden regelmäßig auf der Festnetznummer an, portieren Sie die Nummer lieber zu einem günstigen VoIP-Anbieter statt sie zu kündigen. Und braucht nur ein Familienmitglied überhaupt noch ein Telefon, ist oft ein separater reiner Telefonanschluss für diese Person günstiger als die Telefon-Flat für den ganzen Haushalt.
Häufige Fragen
Gibt es Internet ohne Festnetz bei der Telekom?
Nicht unter der Marke Telekom – MagentaZuhause gibt es nur mit Telefon-Flat. Im Telekom-Netz bietet aber die Tochter congstar DSL- und Glasfaser-Tarife ohne Festnetztelefonie an.
Ist Internet ohne Festnetz günstiger?
Ja, meist um 3 bis 5 € im Monat. Über 24 Monate sind das rund 70 bis 120 €. Entscheidend sind aber die Gesamtkosten inklusive Bereitstellung, Router und Aktionsrabatten.
Brauche ich für Internet ohne Festnetz eine Telefondose?
Bei DSL und Glasfaser ja, denn das Internet läuft über die Leitung. Bei Kabel-Internet reicht die TV-Kabeldose. Ganz ohne Dose geht es nur mit LTE- oder 5G-Internet über einen Router mit SIM-Karte.
Kann ich meine Festnetznummer behalten, wenn ich auf Internet ohne Festnetz wechsle?
Ja, wenn Sie die Nummer vor dem Wechsel zu einem VoIP-Anbieter portieren. Wird sie einfach mit dem alten Vertrag gekündigt, geht sie verloren.
Funktioniert der Notruf ohne Festnetz?
Ja, 110 und 112 erreichen Sie mit jedem Handy, auch ohne SIM-Guthaben. Hausnotruf-Geräte brauchen dagegen meist einen Telefonanschluss oder ein eigenes Mobilfunkmodul – das vor der Kündigung prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen Internet ohne Festnetz und Homespot?
Internet ohne Festnetz nutzt weiter die Leitung (DSL, Kabel, Glasfaser), nur ohne Telefonie. Ein Homespot holt das Internet per Mobilfunk und braucht gar keine Leitung, ist aber vom Empfang abhängig.
Fachbegriffe kurz erklärt
Kombitarif aus Internet-Flat und Telefon-Flat ins deutsche Festnetz – der Standard bei den meisten Anbietern.
Voice over IP: Telefonieren über die Internetverbindung statt über eine klassische Telefonleitung.
Stationärer Router mit SIM-Karte, der Internet per LTE oder 5G für die Wohnung bereitstellt.
Mitnahme einer bestehenden Rufnummer zu einem anderen Anbieter.
Weitere Begriffe finden Sie in unserem DSL-Glossar.
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